KulturNachrichten
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14.10.2004

Nach dem Ende der Frankfurter Buchmesse geht der Streit um angeblich antisemitische Bücher arabischer Aussteller weiter.
Einige Publikationen arabischer Verlage seien eindeutig durch Titel, Umschläge oder Vorworte als antisemitisch zu erkennen gewesen, monierte der Leiter des Berliner Büros des "Middle East Media Research Institute", Jochen Müller, in Zeitungsinterviews. Der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der Literatur in Afrika, Asien und Lateinamerika, Peter Ripken, nannte die Kritik Müllers "übersensibel". Bereits in der vergangenen Woche habe die Staatsanwaltschaft Vorwürfe geprüft, einen Handlungsbedarf, aber nicht gesehen.
Der Leiter des "Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt" an der Uni Mainz, Günter Meyer, meinte im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst, Müller neige dazu, Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichzusetzen.

Das Hamburger Projekt Falkenried wird am Abend in Bonn mit dem Deutschen Städtebaupreis 2004 ausgezeichnet.
Damit verbunden sind 15.000 Euro. Für das Projekt im Hamburger Stadtteil Eppendorf wurde das Gelände ehemaliger Fahrzeugwerkstätten in ein hochwertiges Quartier für Wohnungen und Arbeitsstätten umgewandelt. Den mit fünftausend Euro dotierten Sonderpreis "Temporäre Nutzung in urbanen Räumen" teilen sich die Projekte "stadthalten" in Leipzig und "bed by night" für Straßenkinder in Hannover. Der seit 1980 vergebene Städtebaupreis gilt auf diesem Feld als der renommierteste und traditionsreichste in Deutschland.

Der Tübinger Theologe Hans Küng hat den Mozart-Ehrenlehrstuhl der Europäischen Akademie Yuste in Westspanien erhalten.
Das spanische Königspaar verlieh Küng die Auszeichnung für sein - wie es heißt - "zeitgenössisches christliches Denken" und für sein Buch "Mozart. Spuren der Transzendenz", in dem er sich mit Leben und Werk des Komponisten auseinander setzt. Weitere Ehrenmitglieder der Akademie sind der Schriftsteller Umberto Eco, der Cellist und Dirigent Mstislav Rostropowitsch und die frühere Bundesfamilienministerin Ursula Lehr.

Das Thüringer Kultusministerium will Schriftstellern des Landes das Schreiben ohne finanzielle Not ermöglichen.
Zu diesem Zweck vergebe das Land auch im nächsten Jahr wieder Förderstipendien an Thüringer Autoren, teilte das Ministerium heute in Erfurt mit. Die Bewerbungsfrist laufe noch bis 31. Oktober. Gestiftet würden Stipendien für zwei bis sechs Monate in Höhe von monatlich bis zu 750 Euro. Auch Bildende Künstler in Thüringen könnten sich um ein Arbeitsstipendium für ein Jahr bewerben.

Im Bitterfelder Kulturpalast hebt sich wieder der Vorhang.
Das traditionsreiche Haus, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, wird am Wochenende offiziell eröffnet. Der Kulturpalast war knapp eineinhalb Jahre geschlossen. Die Rettung kam mit dem Verkauf an eine Unternehmensgruppe aus Krumbach bei Dresden, die in Bitterfeld auch den Chemiepark betreibt. Der neoklassizistische Bau war vor einem halben Jahrhundert für die Beschäftigten des Elektrochemischen Kombinats errichtet worden. Am 24. April 1959 wurde in Bitterfeld auf einer Autorenkonferenz des Mitteldeutschen Verlages die Losung der sozialistischen Literatur "Greif zur Feder, Kumpel!" ausgerufen. Es war die Geburtsstunde der so genannten "Zirkel Schreibender Arbeiter".
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