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21.10.2004

In Tokio ist der deutsche Maler Georg Baselitz mit dem höchstdotierten Kunstpreis der Welt, dem japanischen "Praemium Imperiale" ausgezeichnet worden.
Der japanische Prinz Hitachi überreichte den mit umgerechnet 110.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erhielten die Auszeichnung der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer, der amerikanische Bildhauer Bruce Nauman, der polnische Komponist Krzysztof Penderecki und der iranische Filmregisseur Abbas Kiarostami.

Der mit 15.000 Euro dotierte Ben-Witter-Preis geht in diesem Jahr an die österreichische Autorin Elfriede Gerstl.
Wie die nach dem gleichnamigen Schriftsteller benannte Stiftung in Hamburg mitteilte, wird die 1932 in Wien geborene Dichterin damit für "ihre geistige Unabhängigkeit und ihr vielgestaltiges Werk" geehrt. Elfriede Gerstl, Tochter eines jüdischen Zahnarztes, überlebte als Kind die Zeit des Nationalsozialismus in Wien in diversen Verstecken. 1955 hatte sie erste Veröffentlichungen in der Zeitschrift "Neue Wege". 1999 erhielt die Autorin den Georg-Trakl-Preis des Landes Salzburg und den Erich-Fried-Preis.

In Darmstadt beginnt heute die Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Im Mittelpunkt der Diskussionsrunden steht die Zukunft des Theaters. Erwartet werden Regisseure, Autoren und Schauspieler aus mehreren deutschsprachigen Staaten. Die Akademie will den Theatermachern ein Forum bieten, um den Streit zwischen der so genannten postdramatischen und literarischen Schule auszutragen. Die Tagung endet am Samstag mit der Verleihung des mit 40.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preises an den Schriftsteller Wilhelm Genazino.

Die Deutsche Schule in der früheren jugoslawischen Hauptstadt Belgrad feiert heute ihren 150. Geburtstag.
Die 1854 in Berlin gegründete Schule gehört damit zu den ältesten aller 118 deutschen Auslandsschulen. Ihren Höhepunkt erlebte sie vor dem Zweiten Weltkrieg, als 400 Schüler die Einrichtung besuchten. Nach dem NATO-Bombardement 1999 wurde die Schule geschlossen. Im vergangenen Jahr hat ihr Wiederaufbau mit der Entsendung deutscher Lehrer begonnen. Die serbischen Behörden verweigern bisher allerdings die rechtliche Anerkennung.

Der Berliner Autor Reinhard Jirgl erhält den mit 10.000 Euro dotierten Dedalus-Preis für Neue Literatur.
Wie der Südwestrundfunk mitteilte, bekommt er die Auszeichnung für seinen Roman "Die Unvollendeten". Nach Ansicht der Jury stellt das bisherige Werk des 1953 in Berlin geborenen Schriftstellers den Versuch dar, "radikale Mittel der Sprache mit der klassischen Aufgabenstellung des Realismus zu verbinden". In dem Roman beschreibt der Autor die Geschichte von vier Frauen aus drei Generationen von der Flucht aus dem ehemaligen Sudetenland bis in die Gegenwart Berlins. Der Preis wird am 12. Dezember im Literaturhaus Stuttgart überreicht.









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