KulturNachrichten
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2.11.2004

Die Kritiker der Rechtschreibreform müssen nach dem Willen von Kultur-Staatsministerin Christina Weiss ausreichend Gehör finden.
Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Resultate des künftigen Rates für Rechtschreibung seien bereits vorher festgelegt, schrieb Frau Weiss Medienberichten zufolge in einem Brief an die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen. Die Kompetenz der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, des PEN-Zentrums sowie der Akademie der Künste in Berlin müsse genutzt werden. Darüber hinaus sollten auch Hochschulgermanisten an den Beratungen mitwirken.

Der niederländische Filmemacher Theo van Gogh ist in Amsterdam auf offener Straße erschossen worden.
Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger Mann mit marokkanischer und niederländischer Staatsangehörigkeit, wurde festgenommen. Politiker und Kollegen Van Goghs vermuten, dass die Tat in Zusammenhang mit einem islamkritischen Werk des Regisseurs steht. Sein Film "Submission", der auch im niederländischen Fernsehen gezeigt wurde, hat Empörung bei Muslimen ausgelöst. In dem Streifen geht es um die Unterdrückung der Frau im Islam.

Trotz steigender Besucherzahlen verzeichnet die Stiftung Frauenkirche eine rückläufige Spendenbereitschaft.
Mit voraussichtlich 400.000 Gästen bis zum Jahresende gebe es im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 30 Prozent, sagte Baudirektor Eberhard Burger in Dresden. Dagegen seien die Spenden der Besucher nur um etwa 18 Prozent auf rund eine Million Euro gestiegen. Für den kompletten Wiederaufbau der Kirche fehlen derzeit noch rund 13 Millionen Euro. Bund und Land haben acht Millionen Euro zugesagt, fünf Millionen Euro sollen durch Privatspenden eingenommen werden.

Angesichts der geplanten Auflösung des Münchner Rundfunkorchesters hat dessen Chefdirigent Marcello Viotti fristlos gekündigt.
Dies bestätigte eine Sprecherin des Bayerischen Rundfunks in München. Viotti beabsichtigt nach eigenen Worten, nur noch seine Konzertverpflichtungen als Gastdirigent zu erfüllen. Der Sender will das Orchester, das mit mehr als 70 Stellen rund neun Millionen Euro jährlich kostet, bis Ende 2006 auflösen. Für die Musiker sind verschiedene Lösungen, darunter eine Auffanggesellschaft, im Gespräch.

Mehr als 100.000 Besucher haben seit der Eröffnung am 18. September im Essener Museum Folkwang die Ausstellung "Cezanne - Aufbruch in die Moderne" gesehen.
Die Schau, die vergangene Woche von der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes zur Ausstellung des Jahres gekürt worden ist, will den Einfluss Cezannes auf Künstler wie Picasso, Matisse und Braque deutlich machen. Sie ist bis zum 16. Januar in Essen und anschließend im New Yorker Guggenheim-Museum zu sehen.

Die deutsche Musikindustrie verlangt schärfere Gesetze gegen Raubkopien.
Gegenwärtig würden viermal so viele Musikkopien gebrannt wie Originale verkauft, sagte der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, in Berlin. Er forderte die Bundesregierung auf, die Zahl legaler Privatkopien zu begrenzen. Diese sollten nur noch vom eigenen Original und für den eigenen Gebrauch erstellt werden dürfen. Außerdem müsse das Senderecht modifiziert werden, betonte Gebhardt. Ausübende Künstler und Tonträgerhersteller sollten ein Exklusivrecht für Übertragungsformate erhalten, das Internetangebote mit einschließe.

Der Schauspieler Karlheinz Böhm wird für sein Äthiopien-Hilfswerk "Menschen für Menschen" mit der deutsch-niederländischen Martin-Buber-Plakette ausgezeichnet.
Dies teilte das Preis-Komitee im niederländischen Voerendaal mit. Böhm habe sich in seinem leidenschaftlichen und jahrzehntelangen Engagement als Mann des Dialogs erwiesen, hieß es in der Begründung. Die Verleihung des Ehrenpreises findet am 26. November im Kloster Rolduc in Kerkrade statt. Die Laudatio hält die frühere österreichische Außenministerin Benita Ferero-Waldner.


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