KulturNachrichten
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9.11.2004

Mit dem Stück "Weiter" des lettischen Regisseurs Alvis Hermanis wird am Abend im Schauspielhaus Leipzig das "euro-scene"-Festival zeitgenössischen europäischen Theaters eröffnet.
Bis zum 14. November stellen 22 Truppen aus den zehn neuen EU-Mitgliedsländern ihre Programme vor. Nach den Worten von Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff sind darunter auch 17 Deutschlandpremieren. Erwartet werden bis zu 7000 Zuschauer sowie zahlreiche Fachbesucher aus dem Ausland.
Das diesjährige Motto des Festivals, "Das Eigene im Gefüge", beziehe sich ebenso auf die zehn Nationen wie auf die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft, erklärte Wolff.

Die Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Stücks "Die Weber" am Dresdner Staatsschauspiel hat ein juristisches Nachspiel.
Die Staatsanwaltschaft ermittele wegen mehrerer Textstellen im Programmheft wegen Volksverhetzung, berichtete das MDR-Fernsehen. Die Freiheit der Kunst sei nicht grenzenlos, sagte Staatsanwalt Andreas Feron dem Sender.
Der Intendant des Dresdner Staatsschauspiels, Holk Freytag, wies den Vorwurf von sich, mit dem Programmheft nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten. Die betreffenden Textstellen seien natürlich furchtbar. Man habe damit aber zeigen wollen, welches Gedankengut sich derzeit im Lande formiere.

Der Arbeitskreis Kultursponsoring hat die Medien aufgefordert, der Finanzierung von Veranstaltungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Dadurch könne das gemeinsame Interesse gestärkt werden, die Kultur als Grundlage des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems zu fördern, sagte der Vorstandssprecher des Arbeitskreises, Michael Roßnagl, bei einem Kongress in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Clement betonte, Wirtschaft und Kultur seien aufeinander angewiesen. Kultursponsoring durch die Wirtschaft sei eine Investition in die eigene unternehmerische Zukunft und keine Subvention. Den Angaben zufolge geben deutsche Unternehmen jährlich rund 400 Millionen Euro für Kultursponsoring aus.

"Focus"-Chefredakteur und Geschäftsführer Helmut Markwort zeichnet künftig auch als Herausgeber des Münchner Nachrichtenmagazins.
Mit der Ernennung seines bisherigen Stellvertreters Uli Baur zum zweiten Chefredakteur und des Verlagsleiters Frank-Michael Müller zum zweiten Geschäftsführer solle die Nachfolge Markworts frühzeitig geregelt werden, sagte ein "Focus"-Sprecher.
Zudem wolle Verleger Burda damit seine Anerkennung für die großartige Leistung der beiden zum Ausdruck bringen.
Der Vertrag des 67-jährigen Markwort als Vorstandsmitglied des Burda-Verlags und Geschäftsführer des "Focus"-Verlages laufe wie vorgesehen bis Dezember 2008, teilte das Unternehmen weiter mit.

Im baden-württembergischen Landtag ist seit heute das Triptychon mit dem Titel "Paraphrasen zu den Nationalfarben" des Stuttgarter Künstlers Otto Herbert Hajek zu sehen.
Der Bund hat das 2 Meter 50 mal 5 Meter 70 große Bild, das früher im Bundeskanzleramt in Bonn zu sehen war, dem Landtag als Dauerleihgabe überlassen. Alt-Bundeskanzler Schmidt hatte das dreiteilige Gemälde in den Farben Schwarz-Rot-Gold 1981 in der großen Hajek-Ausstellung in Rom gesehen und in die damalige Bundeshauptstadt geholt.

Deutsche Archäologen haben im oberägyptischen Theben ein Grab mit einem hervorragend erhaltenen, bunt bemalten Sarkophag aus der Pharaonenzeit entdeckt.
Erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass das Grab aus der späten 13. Dynastie, also dem Zeitraum zwischen 1759 und 1630 vor Christus stammen könnte, erklärte der Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung Zahi Hawwas, in Kairo. Die Farben auf dem Holzsarg leuchteten wie am ersten Tag, sagte Grabungsleiter Daniel Polz vom Deutschen Archäologischen Institut. Anhand der Inschriften sei davon auszugehen, dass der Sarg ursprünglich für einen wohlhabenden Bürger angefertigt wurde.
Das Deutsche Archäologische Institut gräbt schon seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Nekropole von Dra Abul Naga bei Luxor und hat dort unter anderem Überreste einer Lehmziegelpyramide aus der 17. Pharaonen-Dynastie entdeckt. Morgen feiert das Institut sein 175-jähriges Bestehen.

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist in ihrer Geburtsstadt Hameln mit dem Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen geehrt worden.
Kulturminister Stratmann überreichte der Autorin am Abend die mit 15-.000 Euro dotierte Auszeichnung. Damit solle die eigenwillige Kunst einer anerkannten Schriftstellerin gewürdigt werden, sagte Stratmann. Felicitas Hoppe belebe die Erzählmuster des Reiseberichts, der Abenteuer-Erzählung und der Lebensgeschichte auf intelligente und unterhaltsame Weise neu.
Die in Hannover lebende Autorin Franziska Gerstenberg erhielt
den Förderpreis für Literatur.

Der 1965 für den Film "Alexis Sorbas" mit dem Oscar ausgezeichnete Kameramann Walter Lassally erhält im nächsten Jahr den Marburger Kamerapreis.
Der 77-Jährige habe sich in seinen zahlreichen Dokumentar- und Spielfilmen als Virtuose des Lichts gezeigt, teilten Stadt und Universität Marburg mit. Von seiner Neugier und seinen Entdeckungen profitierten Regisseure wie Mike Leigh oder Ken Loach bis heute. Die mit fünftausend Euro dotierte Auszeichnung soll Lassally Mitte März 2005 überreicht werden.
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