KulturNachrichten
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10.11.2004

Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas hat heute den Kyoto-Preis für sein Lebenswerk erhalten. Der Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kultur. Er ist mit 50 Millionen Yen dotiert, das entspricht rund 364.000 Euro. Bei der Gala-Veranstaltung im japanischen Kyoto wurden auch ein amerikanischer Computerexperte und ein Krebsforscher aus den USA geehrt.

Der Düsseldorfer Maler und Kunstprofessor Jörg Immendorff darf seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen. Wie ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministeriums mitteilte, wurde die Suspendierung Immendorffs mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit habe man dem Wunsch des 59-Jährigen entsprochen. Das Disziplinarverfahren laufe aber weiter. Immendorff war nach seiner Festnahme wegen Drogenbesitzes suspendiert worden. Im August hatte ihn das Düsseldorfer Landgericht zu einer Haftstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Bundestagspräsident Thierse hat den Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger als wortgewaltigen, unbeirrbaren und schonungslosen Ratgeber gewürdigt. In einem Glückwunschschreiben Thierses an Enzensberger zu dessen morgigem 75. Geburtstag heißt es, er habe engagierte Beiträge zu gesellschaftlichen und politischen Debatten geliefert. Für diese scharfsinnigen Analysen sei er dankbar, schrieb Thierse.

Mit einem Festakt in den Räumen des Auswärtigen Amtes ist in Berlin das 175-jährige Bestehen des Deutschen Archäologischen Instituts gefeiert worden. Bundesaußenminister Fischer würdigte die Forschungstätigkeit und das kulturpolitische Engagement des Instituts als wichtigen Teil der deutschen auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Das Institut wurde 1829 in Rom von Wissenschaftlern, Künstlern und Diplomaten gegründet. Seit 1833 hat es seinen Sitz in Berlin. Zu den Projekten gehören derzeit Forschungsarbeiten in der antiken Stadt Uruk im Südirak. Die Aktivitäten vor Ort wurden allerdings zu Beginn des Irak-Kriegs eingestellt.

Die Schriftstellerin Anita Albus ist als ordentliches Mitglied in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen worden. Dies teilte die Akademie in Darmstadt mit. Die 62-Jährige ist auch als Malerin bekannt und wurde in diesem Jahr von der Akademie mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ausgezeichnet. Die Akademie ernannte außerdem zwei ausländische Autoren als korrespondierende Mitglieder, den österreichischen Schriftsteller Walter Kappacher und den dänischen Literaturwissenschaftler Per Ohrgaard.

Im Streit um die Besetzung des Generaldirektorpostens der Berliner Opernstiftung will Kultursenator Flierl an seinem Kandidaten festhalten. Flierl stehe nach wie vor zu dem Vorschlag, den Basler Theater- und Opern-Intendanten Michael Schindhelm zu ernennen, sagte ein Sprecher der Kulturverwaltung. Schindhelm hatte angekündigt, über einen Rückzug nachzudenken, falls - wie er sagte - der "politische Krieg" und die "üblen Vorgänge" um die Opernstiftung weitergingen. Die SPD forderte den PDS-Politiker Flierl auf, von einer Ernennung Schindhelms Abstand zu nehmen. Auch die oppositionelle CDU sprach sich für einen Neuanfang aus.





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