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15.11.2004

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Huber, hat sich kritisch über den Einfluss des christlichen Fundamentalismus auf die US-Politik geäußert.
Die so genannten wiedergeborenen Christen, zu denen auch US-Präsident Bush gezählt werde, hielten es oft für legitim, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten gegebenenfalls mit Gewalt zu regeln, sagte Huber der "Berliner Zeitung". Jüngstes Beispiel dafür sei der Irak-Krieg. Es sei ein Irrtum, wenn Bush wegen seines Glaubens möglicherweise weniger Zweifel habe. Vielmehr gehöre zum Glauben gerade der Zweifel.


Im Streit um das Berliner NS-Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" haben Architekten aus aller Welt gefordert, den Entwurf des Schweizers Peter Zumthor weiterzubauen.
Es gebe keine Alternative, heißt es in einer Erklärung, die unter anderem von Norman Foster, Renzo Piano, Mario Botta, Jean Nouvel und dem Soziologen Richard Sennett unterzeichnet wurde. Der für heute geplante Abriss der drei bereits gebauten Treppentürme wurde derweil vorerst gestoppt. Zumthors Anwalt teilte mit, man habe beim Bundesverfassungsgericht einen Aufschub erwirkt. Die Berliner Senatsverwaltung bestätigte inzwischen, dass der Abriss zunächst um eine Woche verschoben wird.


Drei Jahre nach Baubeginn ist in Schwerin die neue Landesbibliothek von Mecklenburg-Vorpommern eröffnet worden.
Der Umzug war notwendig geworden, weil das bisherige Gebäude nicht mehr ausreichend Platz für die mehr als 650.000 Medien bot. Die Fertigstellung der neuen Bibliothek kostete sieben Millionen Euro.


Der Film "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner hat beim Europäischen Filmfestival in Sevilla den zweiten Hauptpreis gewonnen.
Die Auszeichnung für die deutsch-österreichische Produktion ist mit 30.000 Euro dotiert. Der Publikumspreis in der Sektion "Europa, Europa" ging an den bereits mehrfach preisgekrönten Film "Gegen die Wand" des türkisch-stämmigen Hamburger Regisseurs Fatih Akin.


In Italien ist wegen eines landesweiten Streiks der Lehrer an den staatlichen Schulen der Unterricht ausgefallen.
Die Proteste richten sich gegen geplante Einschnitte im Bildungsbereich. Aus dem ganzen Land kamen Streikende nach Rom, um an zwei Großdemonstrationen teilzunehmen. Die Lehrergewerkschaften befürchten, dass die Kürzungspläne der Regierung Berlusconi im nächsten Jahr zum Wegfall von rund 14.000 Stellen führen könnten.


Der israelisch-palästinensische Radiosender "All for Peace" ist mit dem Versöhnungspreis der Klaus-Jensen-Stiftung ausgezeichnet worden.
Der Sender setze der Spirale von Gewalt und Gegengewalt im Nahen Osten den Dialog entgegen, teilte die Stiftung in Trier zur Begründung mit. Seit Februar dieses Jahres sendet "All for Peace" aus Jerusalem in hebräischer und arabischer Sprache. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am Freitag in Trier verliehen.
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