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16.11.2004

Die Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen geht gerichtlich gegen die Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Stückes "Die Weber" am Dresdner Schauspiel vor. In dem Stück heißt es nach Angaben ihres Sprechers wörtlich: "Wen ich sehr schnell erschießen würde, das wäre Sabine Christiansen". Ein Aufruf zum Mord, so die Moderatorin, habe aber mit der Freiheit der Kunst nichts mehr zu tun. Sabine Christiansen hatte sich bereits ohne Erfolg um eine außergerichtliche Einigung bemüht und will nun eine einstweilige Verfügung erwirken

43 Mitglieder einer kubanischen Tanzgruppe haben einen Auftritt in Las Vegas genutzt, um in den USA politisches Asyl zu beantragen. Ihren Anwälten zufolge befürchten die Künstler, dass die kubanische Regierung sie nach ihrer Rückkehr mit einem Auftrittsverbot belegen könnte. Nach einem Bericht der "New York Times" haben sieben weitere Mitglieder des Ensembles einen Asylantrag bei US-Behörden in Berlin gestellt. Die Gruppe ist unter anderem auch in Deutschland aufgetreten.

Das russische Verfassungsgericht hat die Teilrepublik Tatarstan angewiesen, eine umstrittene Reform der Schriftsprache zurückzunehmen. Die tatarischen Behörden, so die Begründung, hätten gegen die Verfassung verstoßen, als sie den Übergang von kyrillischen zu lateinischen Buchstaben beschlossen. Dem Urteil war ein jahrelanger Streit vorausgegangen. Die Abschaffung der kyrillischen Buchstaben war damit begründet worden, dass sich die Sprache der Tataren besser mit lateinischen Schriftzeichen darstellen lasse. Daraufhin hatte das russische Parlament gesetzlich festgelegt, dass in allen Teilrepubliken grundsätzlich die kyrillische Schrift zu verwenden sei.

Die großen Bibliotheken im Rhein-Main-Gebiet haben einen eigenen Online-Informationsdienst als Alternative zu den gängigen Internet-Suchmaschinen eingerichtet. Man wolle Konzernen wie Google etwas entgegensetzen, erklärte die Koordinatorin des Projektes in Frankfurt am Main. Im Kern besteht der Service darin, mit einem Online-Formular zum Beispiel Fragen an die Universitätsbibliotheken in Frankfurt oder Mainz zu senden. Rund 50 Bibliothekare sollen dann per E-Mail antworten und darüber hinaus Literaturhinweise hinzufügen.

Der TV-Konzern "ProSieben Sat.1" will ab 2005 in den USA ein deutschsprachiges Programm anbieten. Konzernchef de Posch sagte in München, es solle ein aktuelles Auslandsprogramm gesendet werden, unter anderem mit zwei Spielen der Fußball-
Bundesliga sowie mit einer Reihe von Übernahmen aus den deutschen Programmen des Unternehmens. Finanziert werden soll der Satellitensender über Werbung und Abonnentengebühren.

Der Bundesrechnungshof hat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Verschwendung vorgeworfen. In dem in Berlin vorgestellten Jahresbericht 2004 kritisieren die Rechnungsprüfer, die Stiftung beschränke sich nicht darauf, auf der Museumsinsel die historischen Bauwerke wieder herzurichten. Vielmehr seien auch ein neues Eingangsgebäude, unterirdische Gänge als Verbindung zwischen einzelnen Gebäuden sowie eine Absenkung des Kellerfußbodens im Pergamonmuseum geplant. Damit seien problematische Eingriffe in die historische Bausubstanz und Baukosten von mehr als 130 Millionen Euro verbunden, beklagte Rechnungshofpräsident Engels. Die Behörde empfehle daher, auf die Neubauten zu verzichten.

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