KulturNachrichten
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18.11.2004

In Hamburg werden heute Abend Stars aus aller Welt zur 56. Verleihung des Bambi erwartet, darunter Tom Hanks, Sophia Loren, Elton John und Donatella Versace. Das mediale Großereignis soll vier Millionen Euro kosten.
Derweil blickt die Popmusikwelt heute Abend nach Rom. Für die Verleihung der MTV Music Awards hat US-Rapper Eminem eine scharfe Anti-Bush-Kritik angedroht. MTV erwartet eine Milliarde Zuschauer vor den Bildschirmen.

In den Niederlanden ist der erste Film des ermordeten Regisseurs Theo Van Gogh wieder aufgetaucht - und zwar in dessen Keller.
Das Original und das Negativ von "Luger" galten lange Zeit als verloren - eine Kopie des Films hatte Van Goghs Ex-Frau im Zuge eines Wutausbruchs in eine Amsterdamer Gracht geworfen. Der nicht ganz einfach zu verdauende Schwarz-Weiß-Film handelt von der Entführung eines Mädchens durch einen faschistischen Psychopathen.

Der französische Bildungsminister Fillon, will heute Abend in einer Fernsehsendung von France 2 die Grundzüge seiner Bildungsreform vorstellen.
Danach soll ein für alle Schüler gültiger "Sockel" aus Wissen und Kompetenz definiert werden - vergleichbar der in Deutschland diskutierten nationalen Bildungsstandards. Inhalt sind, grob gesagt, die französische Sprache, Grundkenntnisse in Mathematik und Informatik sowie die republikanischen Werte. Das Parlament soll die großen Linien vorgeben, eine Kommission diese dann in schulische Praxis übersetzen. Die Beherrschung des "Sockelwissens" soll regelmäßig überprüft werden.

Um das Berliner NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin wird weiter gestritten.
Das Land Berlin sieht in der Kündigung des Vertrages mit Architekt Peter Zumthor keinen Verstoß gegen das Grundgesetz. In der Stellungnahme der Bauverwaltung heißt es, auch Zumthors Persönlichkeitsrechte blieben unberührt. Zumthor hatte in der vergangenen Woche beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Beschwerde eingereicht und damit zumindest erreicht, dass der Abriss der bereits gebauten Treppentürme aufgeschoben wurde.
Viele Architekten und Künstler haben sich mittlerweile hinter Zumthor und seinen umstrittenen Entwurf gestellt.

Der Streit um die literarische Begabung der US-Autorin Lily Tuck ist vorerst vorbei.
Die Schriftstellerin hat trotz der abschätzigen Urteile von Kritikern den National Book Award bekommen, der auch als "Oscar für Buchautoren" bekannt ist. Der festlichen Verleihung war eine wochenlange Debatte vorausgegangen: So bezweifelte die "New York Times", dass Tuck und vier weitere wenig bekannte Autorinnen den Preis wirklich verdient hätten. Der Jury-Vorsitzende Rick Moody hob noch einmal ausdrücklich die "erstaunliche Qualität" von Lily Tucks Roman "The News from Paraguay" hervor.






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