KulturNachrichten
KulturNachrichten
Montag bis Donnerstag in der OrtsZeit • 18:40
24.11.2004

Nach dem schönsten deutschen Wort ist nun auch das schönste englische Wort gekürt worden.
40.000 Menschen, deren Muttersprache nicht Englisch ist, tippten auf "mother". Die Organisation British Council, die sich um die Verbreitung der englischen Sprache bemüht, fragte in insgesamt 102 Ländern nach. Auf den nächsten Plätzen folgen "passion" für Leidenschaft sowie "smile" für Lächeln.

Im Hollywood-Film ist er der große Held, der mehr als tausend Juden vor den Nazis rettet. Das Heroen-Image von Oskar Schindler und seiner Liste stellt jetzt ein amerikanischer Historiker in Frage.
Der sudetendeutsche Geschäftsmann habe mit der Rettungsliste jüdischer Arbeiter fast nichts zu tun gehabt, erklärt der Forscher in der "New York Times". Die Legende von der Liste sei zumindest teilweise von Schindler selbst in Umlauf gebracht worden, um sein Heldentum auszuschmücken, meint der Historiker, der im Übrigen
nicht bestreitet, dass sich der Unternehmer für die Rettung seiner jüdischen Arbeiter eingesetzt habe.

Nach dem Brand der Anna Amalia Bibliothek erhält die Stiftung Weimarer Klassik im kommenden Jahr zusätzliche Bundesmittel in Höhe von 3,9 Millionen Euro.
Der Aufbau der Bibliothek sei die vordringlichste Aufgabe, erklärte Kulturstaatsministerin Christina Weiss heute bei der Haushaltsberatung im Bundestag. Nachdem der Bund 2004 bereits eine Soforthilfe von 4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt habe, werde 2005 der vorgezogene Baubeginn der Bibliothek mit einer Million Euro und 2006 und 2007 mit weiteren 2,5 Millionen Euro unterstützt.

Das Saarländische Staatstheater muss in Zukunft eine massive Kürzung seiner Zuschüsse hinnehmen.
In den kommenden fünf Jahren soll es nach einer Entscheidung der Landesregierung in Saarbrücken fast ein Viertel seiner bisherigen Staatsgelder verlieren. Statt jährlich 24 Millionen sollen von 2009 an nur noch 18,5 Millionen Euro an das Staatstheater gehen. Der Deutsche Bühnenverein spricht von schlicht unrealistischen Plänen, die es in dieser Drastik bislang noch für kein deutsches Theater gegeben habe.

Der künstlerische Leiter der Salzburger Festspiele, Peter Ruzicka, hat die Kandidatur Michael Schindhelms für die Leitung der Berliner Opernstiftung kritisiert.
Sollten die Informationen über Schindhelms Stasi-Akte stimmen, sei die Wahl des Basler Theaterintendanten schwer vermittelbar, sagte Ruzicka. Er gehe davon aus, dass Kultursenator Thomas Flierl über andere Lösungen nachdenke. In der Stiftungssatzung habe man die Rolle des Generaldirektors viel zu klein angesetzt. Jetzt werde nur noch ein "großer Sparkommissar" gesucht.

Die seit Jahren andauernde Diskussion um den Ort der Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus bekommen neuen Nährstoff.
Der Archäologe Stephan Berke von der Universität Münster hält zumindest die eindeutige Zuschreibung Kalkrieses bei Osnabrück als Schauplatz für "wissenschaftlich nicht haltbar". Zwar sei Kalkriese das bislang einzige gefundene römische Schlachtfeld aus dieser Zeit, die Wahrscheinlichkeit damit groß. Münzfunde und Beschreibungen römischer Historiker ließen
jedoch Zweifel an Kalkriese aufkommen. Die Frage nach dem wahren Ort der Schlacht, bei der das Heer des römischen Statthalters Varus von germanischen Truppen unter Arminius
vernichtend geschlagen worden war, ist bislang nicht abschließend geklärt.
-> KulturNachrichten
-> weitere Beiträge