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25.11.2004

Die politische Krise in der Ukraine hat auch kulturelle Folgen.
Die Musikwelt ist besorgt um den Eurovision Song Contest, der in einem halben Jahr in Kiew stattfinden soll. Grand-Prix-Koordinator Svante Stockselius will kommende Woche in die Ukraine fliegen, um sich mit den Chefs des staatlichen Fernsehens zu beraten.
Stockselius trägt die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf des Spektakels. "Wenn wir die Sicherheit nicht garantieren können, müssen wir das Finale verlegen", betonte er.

Im Streit um das Berliner NS-Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" hat sich das Land Berlin gegen den Schweizer Architekten Peter Zumthor durchgesetzt.
Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts dürfen die drei nach den Plänen des Architekten bereits errichteten Treppentürme abgerissen werden. Die Karlsruher Richter lehnten eine Verfassungsbeschwerde Zumthors ab. Das Land Berlin hatte Zumthor nach einem erheblichen Kostenanstieg im Mai gekündigt.
Der Berliner Senat erklärte nach der Entscheidung, mit dem Abriss der Türme werde am kommenden Montag begonnen.

Das Aufführungsverbot für die umstrittene Dresdner Inszenierung der "Weber" von Gerhart Hauptmann bleibt vorerst bestehen.
Das Landgericht Berlin blieb wenige Stunden vor der geplanten Vorstellung am heutigen Abend seiner gestrigen Entscheidung treu. Ein Antrag des Schauspielhauses auf Aussetzung der einstweiligen Verfügung wurde zurückgewiesen. Eine Verhandlung über den Widerspruch des Theaters ist für den 11. Januar angesetzt. Bis dahin bleibt eine Aufführung in der bisherigen Form mit den umstrittenen hinzugefügten Text-Passagen des Chores untersagt.

Mit einem drastischen Vergleich hat sich die Operndiva Edita Gruberova für den Erhalt des Münchner Rundfunkorchesters stark gemacht.
In einem offenen Brief an Bayerns Ministerpräsident Stoiber schreibt sie, man reiße im Lande doch auch keine Kirchen ein, nur weil nicht immer ausreichend Gläubige erschienen. Es sei eine brutale Entscheidung vom Intendanten des Bayerischen Rundfunks, das Orchester 2006 auflösen zu wollen.

Vor dem Brandenburger Tor präsentieren sich bis zum 2. Dezember die ungarischen und deutschen Kandidaten für den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2010".
Bis zum Sommer 2005 müssen die nationalen Jurys jeweils zwei Städte für die Endauswahl bestimmen. 2006 wird dann das Europaparlament die beiden Siegerstädte bekannt geben.
Von 2005 bis 2008 wird es nur jeweils eine Kulturhauptstadt Europas geben. Bislang waren zwei Hauptstädte möglich; 2004 sind es Lille und Genua.

Wenn die Ressourcen stimmen, sind offenbar auch ausländische Wissenschaftler zum Forschen in Deutschland bereit.
Mit einem Preisgeld von jeweils bis zu 1,2 Millionen Euro konnte die Alexander von Humboldt-Stiftung elf internationale Nachwuchswissenschaftler ins Land holen. Diese können an einer deutschen Universität ihrer Wahl vier Jahre lang eine eigene Forschergruppe aufbauen.





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