KulturNachrichten
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29.11.2004

Im Streit um die vorläufig verbotene Inszenierung des Gerhard Hauptmann-Stücks "Die Weber" ist das Dresdner Staatsschauspiel um eine schnelle Entscheidung bemüht.
Der Sprecher des Theaters, Heinrich, sagte, man versuche, die bislang für den 11. Januar angesetzte Verhandlung beim Landgericht Berlin vorzuziehen. Dadurch solle eine Entscheidung vor dem für Ende Dezember geplanten Aufführungstermin erreicht werden. Das Gericht muss über eine einstweilige Verfügung gegen die Inszenierung befinden. Durch den Beschluss hatte der Verlag Felix Bloch Erben, der die Bühnenrechte an dem Stück besitzt, die Aufführung mit den umstrittenen Chorszenen verbieten lassen. Darin werden unter anderem Politiker und Prominente beschimpft.


Am NS-Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" in Berlin sind die Vorbereitungen für den Abriss der Bauruine getroffen worden.
Dieser soll nach Angaben einer Sprecherin der Senatsverwaltung am Donnerstag beginnen. Insgesamt war das von dem Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfene Projekt auf 38 Millionen Euro veranschlagt worden. Der Bund und das Land Berlin hatten sich wegen zu hoher Kostenrisiken nach elf Jahren von dem Zumthor-Entwurf getrennt. Auf dem Gelände sei weiterhin ein Dokumentationszentrum über die NS-Täter geplant, hieß es.


In Saarbrücken ist der Deutsche Preis für Denkmalschutz verliehen worden.
Wie das Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mitteilte, wurden zehn Auszeichnungen für Verdienste um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes verliehen. Der Hauptpreis, der Karl-Friedrich-Schinkel- Ring, ging an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow. Auch nach seiner Pensionierung habe sich Kiesow unermüdlich engagiert, begründete die Jury ihre Entscheidung. Zudem wurden unter anderen Matthias Sträßner und Wolf Wert vom Deutschlandfunk mit der Silbernen Halbkugel für die seit 15 Jahren laufende Benefizreihe "Grundton D" geehrt.


Den Viadrina-Preis 2004 der gleichnamigen Europa-Universität in Frankfurt/Oder erhält der Historiker Wlodzimierz Borodziej.
Das teilte die Hochschule mit. Sie vergibt den Preis zum fünften Mal und würdigt damit Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung. Der in Wien geborene Wissenschaftler hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, die sich mit der Vertreibung der Deutschen aus Polen sowie der polnischen Widerstandsbewegung befassen. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung soll am 14. Dezember überreicht werden. Den Viadrina-Preis erhielten bisher unter anderem der Literaturnobelpreisträger Günter Grass und der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Meckel.


Die Kultusministerkonferenz hat den ehemaligen bayerischen Wissenschaftsminister Zehetmaier als Vorsitzenden des Rates für deutsche Rechtschreibung vorgeschlagen.
KMK-Präsidentin Ahnen kündigte in Bonn an, der Rat trete am 17. Dezember zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dem Gremium gehören 18 deutsche sowie je neun Experten aus Österreich und der Schweiz an. Sie sollen mögliche Änderungen der Rechtschreibregeln vorschlagen. Die Reform tritt am 1. August 2005 offiziell in Kraft.


Nach der Explosion auf dem Weihnachtsmarkt in Weimar prüft die Stiftung Weimarer Klassik gegenwärtig das Ausmaß des Schadens am Schillerhaus.
Eine Sprecherin der Stiftung erklärte, Experten untersuchten, ob Risse vor allem im Mansardengeschoss behandelt werden müssten. Der Schaden werde derzeit auf rund 50.000 Euro geschätzt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass sich die Summe noch erhöhe. Das Schillerhaus soll voraussichtlich bis Mitte Dezember geschlossen bleiben.


In Hamburg wird von 2007 an alle drei Jahre eine Kultur-Triennale stattfinden.
Die für das Ressort zuständige Senatorin von Welck sagte, die Hansestadt brauche ein Ereignis, das seine kulturelle Qualität weltweit profiliere. Die Initiatoren seien gegenwärtig dabei, einen Intendanten zu suchen, der seine Arbeit Anfang des kommenden Jahres aufnehmen solle.
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