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30.11.2004

Der designierte Vorsitzende des Rates für deutsche Rechtschreibung, Zehetmair, hat gefordert, die Politik solle sich in Zukunft aus Entscheidungen über die Orthographie heraushalten.
Der frühere bayerische Kultusminister sagte im DeutschlandRadio Berlin, die Rechtschreibung sei Gebiet der Journalisten, Wissenschaftler und Sprachkundigen. Veränderungen dürfe es nur geben, wenn diese aus der Dynamik der Sprache erwüchsen. Eine Fortschreibung des Regelwerks durch Beschlüsse des Bundestages oder der Länderparlamente dürfe es nicht geben. Der CSU-Politiker kündigte an, er wolle vor allem gegen Ungereimtheiten der neuen Regeln vorgehen. Eine vollständige Rückkehr zur alten Rechtschreibung werde es nicht geben.


Die Filmbranche sieht wachsende Erfolge beim Engagement gegen Raubkopierer.
Der Dachverband "Zukunft Kino Marketing" erklärte in Berlin, der Schaden durch das illegale Brennen und Herunterladen von Filmen, Videos und DVDs werde in diesem Jahr schätzungsweise eine Milliarde Euro betragen und damit geringer ausfallen als befürchtet. Grund für diese Entwicklung sei die vor einem Jahr ins Leben gerufene Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher". Die Verluste seien allerdings noch immer riesig, hieß es.


Mit dem Erlös aus dem Verkauf eines Sonderbandes von Kurzgeschichten wollen 21 internationale Schriftsteller Aids-Kranken in Südafrika helfen.
Das Projekt "Book Aid" soll nach einem Bericht der BBC in Großbritannien morgen von UNO-Generalsekretär Annan in New York vorgestellt werden. Die Anthologie mit dem Titel "Telling Tales" wird in elf Sprachen erscheinen. Initiatorin ist die Literatur-Nobelpreis-Trägerin Nadine Gordimer aus Südafrika. Weitere Autoren sind Günter Grass, Salman Rushdie und Gabriel Garcia Marquez.


Das Kinderhilfswerk "Plan International" hat anlässlich des Welt-Aids-Tages zu einem bundesweiten Schulwettbewerb aufgerufen.
Jugendliche sollen dabei das Buch "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" des schwedischen Autors Henning Mankell in ein Theaterstück umsetzen. Das Werk handelt von einem Aids-Projekt in Uganda. Die Schirmherrschaft über den Wettbewerb haben Mankell und Bundesgesundheitsministerin Schmidt übernommen.


Die kubanischen Behörden haben den Schriftsteller und Journalisten Raúl Rivero aus der Haft entlassen.
Seine Ehefrau sagte in Havanna, Rivero sei aus medizinischen Gründen auf Bewährung frei gekommen. Gestern waren drei weitere Dissidenten entlassen worden. Sie gehören zu einer Gruppe von 75 Bürgerrechtlern, die im März 2003 in einem Schnellverfahren zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt wurden. Rivero hatte für 20 Jahre im Gefängnis sitzen sollen. Er ist im Mai mit dem UNESCO-Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet worden.


Der diesjährige europäische Filmkritikerpreis geht an den griechischen Streifen "Trilogie - Die Erde weint" von Theo Angelopoulos.
Die "European Film Academy" und der Internationale Verband der Filmjournalisten erklärten zur Begründung in Berlin, das Werk zeichne sich durch ein magisches Zusammenspiel von Farben, Geräuschen, Musik und Bildern aus. Die Auszeichnung wird am 11. Dezember bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Barcelona übergeben.

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