KulturNachrichten
KulturNachrichten
Montag bis Donnerstag in der OrtsZeit • 18:40
9.12.2004

Das Landgericht Dresden hat den Antrag der Fernseh-Moderatorin Sabine Christiansen auf das Verbot einer Textstelle in der Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Stück "Die Weber" abgewiesen.
Die Richter schlossen sich nicht der Interpretation von Frau Christiansen an, in der Aufführung von Volker Lösch werde zum Mord an ihr aufgerufen. Vielmehr könne die strittige Passage unterschiedlich interpretiert werden. Dennoch dürfen "Die Weber" bis auf weiteres nicht aufgeführt werden. Der Lizenz habende Verlag Felix Block Erben hatte erfolgreich beantragt, dem Schauspielhaus die Aufführung aller Szenen zu untersagen, die wegen der Angriffe auf Prominente für Aufsehen sorgten.

Im Streit um die Gestaltung eines zentralen Holocaust-Denkmals hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma eine klare Position von Bundeskanzler Schröder gefordert.
In Berlin sagte ein Sprecher, man erwarte, dass Schröder eine Entscheidung für den Baubeginn und für das Zitat von Altbundespräsident Herzog als Inschrift treffe. Herzog hatte 1997 in einer Rede erklärt, der Völkermord an den Sinti und Roma sei aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden, wie der an den Juden.

Für die Rettung des zum UNESCO-Welterbe gehörenden Quedlinburger Schlossberges werden nach Einschätzung von Experten bis zu 17 Millionen Euro benötigt.
Diese Zahlen nannte der sachsen-anhaltinische Wirtschaftsminister Rehberger und bezog sich auf geophysikalische Untersuchungen. Demzufolge haben Regenwasser und Frost für starke Verwitterungen an dem von Einsturz bedrohten Sandstein-Massiv gesorgt. Mit ersten Sicherungsarbeiten wurde vor einem Jahr begonnen, nachdem das Land eine Soforthilfe von 200.000 Euro bereitgestellt hatte. Insgesamt hat das Land 3,45 Millionen Euro für Stützmauersysteme bewilligt.

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hat heute in Wiesbaden ihre 100.000. Filmprüfung gefeiert.
Das Gremium begutachtete einen Film von Marc Rothemund über den Widerstand im Dritten Reich, "Sophie Scholl - Die letzten Tage". Die von Filmwirtschaft und Jugendbehörden seit 1948 gemeinsam getragene Einrichtung legt die Altersfreigaben fest. Die Filme werden von 200 ehrenamtlichen Prüfern aus allen gesellschaftlichen Gruppen und Berufen eingestuft.

Die beschädigte Totenmaske von Friedrich Schiller und weitere beim Brand der Herzogin-Anna-Amalia-Bibiothek gerettete Exponate werden für zwei Monate im Weimarer Schlossmuseum ausgestellt.
Wie die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen mitteilte, ist die Schau vom 17. Dezember bis zum 20. Februar zu sehen. An Büchern, Bildern und Plastiken werde das Ausmaß der Schäden dokumentiert. In der Nacht vom 2. auf den 3. September verbrannten 50.000 Bücher und 35 Gemälde aus dem Rokokosaal. Seitdem sind rund sechs Millionen Euro gespendet worden.

In München ist ein Bild des Dichters Joachim Ringelnatz für rund 43.000 Euro versteigert worden.
Wie das Auktionshaus mitteilte, handelt es sich um das Gemälde "Hafenkneipe", das Ringelnatz auch in seinem gleichnamigen Gedicht beschrieb. Der Schätzpreis von 2000 Euro sei damit um mehr als das 20-fache überboten worden. - Joachim Ringelnatz lebte von 1883 bis 1934.

Der Regisseur Helmut Dietl wird mit dem Karl-Valentin-Orden 2005 ausgezeichnet.
Wie die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla mitteilte, erhält der 60-Jährige den Orden am 14. Januar bei einer Gala im Deutschen Theater. Dietl sei ein "Filmpoet der heiteren Abgründe und als Münchner dicht am hintergründigen Humor von Karl Valentin", hieß es in der Begründung. Bekannt wurde er mit seinen Serien "Monaco Franze" und "Kir Royal" oder den Filmen "Schtonk" und "Rossini". Frühere Preisträger sind Loriot, Luis Trenker, Peter Ustinov oder Roman Herzog.
-> KulturNachrichten
-> weitere Beiträge