KulturNachrichten
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21.12.2004

Ein besonderes umstrittenes Kapitel in der Geschichte des Berliner NS-Dokumentationszentrums "Topographie des Terrors" hat ein Ende.
Die drei Treppentürme, Relikte des Entwurfs von Peter Zumthor, gehören der Geschichte an. Der Senat teilte mit, der Abriss der 13 Millionen Euro teuren Türme sei vollendet. Zumthor hatte vergebens versucht, die Demontage per Gericht zu stoppen. Ob nun ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben wird, ist unklar. Die Öffentlichkeit soll das Gelände der früheren Gestapo- und SS-Zentrale ab Mai 2005 wieder besichtigen können.

Der Vatikan war nach Angaben des Historikers Gerhard Besier schon während der NS-Zeit bestens über die Verbrechen des Nationalsozialismus informiert.
Der Direktor des Hannah-Arendt-Institutes für Totalitarismusforschung sagte der Agentur AP, der Heilige Stuhl habe gute Kenntnisse über Konzentrationslager besessen. Auch über andere totalitäre Regime in Europa wie die damalige Sowjetunion hätten viele Informationen vorgelegen.
Besier hatte die Geheimarchive des Vatikans studiert - allerdings durfte er nur die Jahre 1922 bis 1939 einsehen. Die Kriegsjahre sind weiter unter Verschluss.

Politische Aufklärung per Radio: Das Auswärtige Amt engagiert sich im Irak als Wahlhelfer.
25 Reporter sollen zunächst in dem Land eine Reihe von Beiträgen produzieren. Die Stücke werden dann in Berlin zu kompletten Sendungen verarbeitet und am Ende von irakischen Radiostationen ausgestrahlt. Immerhin 150.000 Euro lässt sich das Auswärtige Amt das journalistische Wahlhilfe-Projekt kosten.

Im westafrikanischen Gambia ist es um die Pressefreiheit nicht allzu gut bestellt.
Die internationale Föderation der Menschenrechts-Ligen hat Präsident Jammeh aufgefordert, den Mord an einem Journalisten untersuchen zu lassen: Der Mitarbeiter der Agentur AFP war vor vier Tagen erschossen worden, nachdem er ein neues Mediengesetz als zu scharf kritisiert hatte.
Gestern hatten bereits vier Zeitungen wegen des Mordes einen einwöchigen Streik begonnen.

Band sechs der Harry-Potter-Reihe erscheint auf Englisch am 16. Juli 2005.
Das teilte der Bloomsbury-Verlag in London mit. Die Autorin Joanne K. Rowling habe das Manuskript von "Harry Potter und der Halbblut-Prinz" abgeschlossen und sei nach eigenen Worten mit dem Ergebnis "so glücklich wie noch nie zuvor". Wann die deutsche Ausgabe erscheinen wird, ist noch nicht klar.

Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung" schreibt nicht nur bissige Kommentare, er kann auch äußerst geschliffen reden.
Sein im November gehaltener Vortrag über Rechtsextremismus ist vom Seminar für Allgemeine Rhetorik der Uni Tübingen zur "Rede des Jahres" gekürt worden. Prantl beschreibe den Rechtsradikalismus scharfsinnig und eindringlich, meinte die Jury. Vor allem verwende er keine Phrasen und kein falsches Pathos, wie das leider bei vielen anderen Rednern zu beobachten sei.

Auch 400 Jahre nach seiner Erschaffung hält Don Quijote, der furchtlose Ritter, die ganze Welt in Atem.
Wie die spanische Regierung mitteilte, soll der Windmühlen-Kämpfer zum großen Jubiläum des Romans nächstes Jahr auf allen Kontinenten gefeiert werden: unter anderem in Spanien, im texanischen Dallas, in Mexiko, in Sankt Petersburg oder im nordafrikanischen Oran.
Der "Don Quijote" von Cervantes wurde gedruckt im Dezember 1604 und einen Monat später veröffentlicht. Das Werk gilt als die Geburtsstunde schlechthin der europäischen Romankultur.

Und noch ein kleines archäologisches Wunder zu Weihnachten: In Israel wollen Wissenschaftler bei Ausgrabungen in Galiläa die Überreste des antiken Dorfes Kana gefunden haben.
Das ist der Ort, an dem Jesus laut Johannes-Evangelium sein erstes Wunder tätigte: Bei der Hochzeit zu Kana verwandelte er Wasser in Wein. Die Archäologen fanden nun neben diversen Mauerresten auch ein jüdisches Bad und Haushaltsgegenstände. Nicht bekannt ist bislang, ob wenigstens auch Karaffen und Weinbecher dabei waren.
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