KulturNachrichten
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29.12.2004

Der Tod der amerikanischen Intellektuellen Susan Sontag ist international mit Bestürzung aufgenommen worden.
Die "New York Times" schreibt, die Schriftstellerin habe der Ideenwelt eine geradezu olympische Strenge verliehen - und zugleich einen ganz neuen Glamour. Die BBC kommentiert, die Hinterlassenschaft der Autorin sei die Meinungsfreiheit. Die deutsche Kulturstaatsministerin Weiss meinte, Susan Sontag sei zum öffentlichen Gewissen der USA geworden - und Günter Grass hält die Schriftstellerin einfach für eine große amerikanische Patriotin.
Susan Sontag war gestern im Alter von 71 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Sie galt als führende Intellektuelle der USA und war eine erbitterte Kritikerin der Politik von Präsident Bush.

In Peking ist mit dem Bau der neuen chinesischen Nationalbibliothek begonnen worden - nach dem Entwurf des deutschen Architektenbüros KSP Engel und Zimmermann.
Wie die chinesische Agentur Xinhua meldet, wird das Gebäude mit 250.000 Quadratmetern zu den größten Bibliotheken der Welt zählen - allerdings nicht ganz so groß wie die Nummer eins, die Kongress-Bibliothek in Washington. 12 Millionen Bücher und Chinas erste digitale Bücherei sollen in den insgesamt 11 Stockwerken unterkommen, eröffnet wird im Oktober 2007.

Der nordrhein-westfälische Kulturminister Vesper beharrt auf Änderungen an den Kölner Hochhaus-Plänen, um den Dom als Weltkulturerbe zu erhalten.
Gebaut werden dürfe nur noch in verträglicher Höhe, sagte Vesper der Deutschen Presseagentur. Wünschenswert sei zudem eine am historischen Stadtbild orientierte Pufferzone rund um den Dom. Die Korrekturen müssten bewirken, dass die Altstadt-Silhouette nicht verbaut werde.
Die UNESCO hatte den Kölner Dom im vergangenen Sommer auf eine Rote Liste gesetzt, weil die geplanten Hochhäuser die "visuelle Integrität" der Kathedrale gefährdeten.

In Deutschland fällt offenbar mehr Schulunterricht aus als offiziell angegeben.
Nach Berechnungen des Philologenverbandes würden bis zu zehn Prozent der planmäßig vorgesehenen Stunden nicht gehalten, berichtet die Zeitung "Die Welt". Der Verbandsvorsitzende Meidinger wirft in dem Artikel zugleich den Kultusbehörden vor, die Öffentlichkeit mit viel niedrigeren Zahlen zu täuschen. Die von den Ländern veröffentlichten Quoten liegen überwiegend bei weniger als fünf Prozent Unterrichtsausfall.

267 Filme gehen dieses Mal in das Rennen um die Nominierung für die Oscar-Kategorie "Bester Film".
Die knapp 6000 Mitglieder der zuständigen Akademie erhalten in den kommenden Tagen ihre Stimmzettel. Am 25.1. werden dann die fünf nominierten Filme bekannt gegeben, am 27. Februar ist der große Abend mit der 77. Oscar-Verleihung. Als aussichtsreichste Anwärter sind Martin Scorseses "Aviator", der Musikfilm "Ray" und Clint Eastwoods Boxerdrama "Million Dollar Baby" im Gespräch.

Boris Beckers Talkshow im Fernsehsender DSF wird eingestellt.
Der frühere Tennis-Profi soll aber nach Angaben von DSF weiter als Experte in einzelne Formate eingebunden werden. Seine Talk-Sendung startete vor acht Monaten. "Focus Online" meldet, zum Schluss hätten nur noch 150.000 Zuschauer eingeschaltet - DSF habe aber intern mit 350.000 Zuschauern im Schnitt kalkuliert.

Während der Berlinale 2005 wird der legendäre Film "Panzerkreuzer Potemkin" in einer neu rekonstruierten Fassung aufgeführt - genau 80 Jahre nach seiner Entstehung.
Die Internationalen Filmfestspiele teilten in Berlin mit, die neue Fassung korrigiere unter anderem einige durch Bearbeitungen und Zensur verursachte Umstellungen und Schnitte. Der Stummfilm von Sergej Eisenstein wird inklusive musikalischer Begleitung aufgeführt - und zwar unter Mitwirkung des Filmorchesters Babelsberg.







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