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4.1.2005

Der Maler, Grafiker und frühere Rektor der Dresdner Hochschule der Bildenden Künste, Paul Michaelis, ist tot.
Wie seine Tochter heute mitteilte, starb er bereits am vergangenen Samstag in seiner Heimatstadt Weimar. Michaelis wurde 90 Jahre alt.

Zu Beginn des Schillerjahres hat die Wiener Burgtheater-Regisseurin Andrea Breth Kritik am deutschen Theater und seinem Umgang mit Klassikern geübt.
So wie derzeit an den Bühnen gespart werde, seien viele große literarische Werke gar nicht mehr machbar, sagte die 52-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit". Entweder würden die Theater selbst verschwinden, oder es werde die Ensembles nicht mehr geben, die nötig seien, um klassische Werke zu spielen. Zugleich äußerte die Regisseurin Zweifel an der Fähigkeit des Publikums, sich mit Schiller überhaupt noch auseinander zu setzen. Angesichts der zunehmenden Trivialisierung der Gesellschaft stelle sich die Frage, ob man das Werk des Dichters überhaupt noch inszenieren könne und ob es von irgendjemandem noch wirklich verstanden werde.

Das Schiller-Wohnhaus in Weimar will am 29. Januar seine Türen für Besucher wieder öffnen.
Bis dahin seien die Reparaturarbeiten abgeschlossen, teilte die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen mit. Das Gebäude war im vergangenen November durch die Explosion eines Imbiss-Standes in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei dem Unglück waren unter anderem fast alle Fenster in dem Fachwerkhaus zu Bruch gegangen. Beschädigt wurden auch Teile des Daches sowie der Inneneinrichtung. Die Kosten für die Wiederherstellung gab die Stiftung mit 50.000 bis 60.000 Euro an.
Nach historischem Vorbild rekonstruiert wurde auch die Veranda in Schillers Gartenhaus in Jena.

Die beiden von der Stiftung Kulturfonds betriebenen Künstlerhäuser in Ostdeutschland bleiben vorerst geschlossen.
Die Zukunft der Einrichtungen in Ahrenshoop in Mecklenburg-Vorpommern und auf Schloss Wiepersdorf in Brandenburg sei noch ungewiss, teilte der Vorstand und Liquidator der Stiftung, Pforte, in Berlin mit. Nach seinen Angaben gibt es für Ahrenshoop zwar inzwischen eine bindende Erklärung des Landes, das Projekt als Künstlerhaus weiterzuführen. Eine Konzeption und ein Träger fehlten allerdings noch. Noch schwieriger sei die Lage für Schloss Wiepersdorf. Das ehemalige Wohnhaus der Dichterin Bettina von Arnim werde voraussichtlich nicht vom Land Brandenburg übernommen.
Der bisherige Betreiber, die Stiftung Kulturfonds, hatte ihre Arbeit eingestellt, nachdem die ostdeutschen Länder den Staatsvertrag gekündigt hatten.

Der Deutsche Kulturrat hat sich gegen eine breit angelegte Schaffung von Ein-Euro-Jobs im Kulturbereich ausgesprochen.
Aktueller Anlass ist der Plan eines Berliner Verlegers, auf dieser Basis zur digitalen Erfassung der Bestände von Museen, Bibliotheken, Archiven und Sammlungen rund 20.000 Langzeitarbeitslose zu beschäftigen. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Zim-mermann, befürchtet, dass ein solches Vorhaben negative Auswirkungen auf den ersten Arbeitsmarkt haben könnte, die heute noch nicht absehbar seien. Zugleich bezeichnete er das Projekt als fachlich nicht ausgereift. So seien zum Beispiel die mit einer Digitalisierung verbundenen urheberrechtlichen Fragen noch nicht geklärt.
Der Bund unterstützt die Pläne des Verlegers und will dafür rund 72 Millionen Euro zur Verfügung stellen.
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