KulturNachrichten
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5.1.2005

In die Debatte um Eliteuniversitäten in Deutschland kommt wieder Bewegung.
Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel sagte der Zeitung "Die Welt", er wolle sich Ende des Monats mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn treffen, um das Thema zu erörtern. Die Gespräche mit dem Bund waren im Rahmen der Föderalismuskommission ergebnislos geblieben. Goppel ist seit Jahresbeginn Vorsitzender der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung. Der CSU-Politiker will zunächst Doktorandenkollegs und einzelne Spitzenfakultäten fördern. Frau Bulmahn strebt nach seinen Worten dagegen die Förderung ganzer Elite-Universitäten an.

Der Deutsche Philologenverband hat davor gewarnt, aus den PISA-Studien die falschen Schlüsse zu ziehen.
Der schulische Bildungsauftrag in Deutschland dürfe nicht auf messbare Kompetenzen beschränkt werden, erklärte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger in Berlin. Auch viele durch PISA nicht erfasste Fächer leisteten einen großen Beitrag zur Allgemeinbildung. Über die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse sowie die praktische Lesekompetenz dürften Literatur, Politik, Geschichte und Geographie nicht vergessen werden.

Der neue Vorsitzende der ARD, Thomas Gruber, ist besorgt über das Ansehen des Senderverbunds.
Man müsse aufpassen, dass die Menschen ihm nicht ihre Zuneigung entzögen, sagte Gruber in einem epd-Interview. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks fügte hinzu, die Sender müssten die Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbrächten, besser vermitteln. Wenn die Zuschauer das Programm für unverzichtbar hielten, werde auch die Politik begreifen, dass sie in Medienfragen letztlich nicht gegen die Bedürfnisse der Menschen agieren könne. Wegen der verminderten Gebührenerhöhung werde die ARD letzlich aber auch am Programm sparen müssen.
Trotz einiger Fehler in der Vergangenheit ist nach Ansicht Grubers die Behauptung unhaltbar, es gebe eine weitgehende Angleichung zu den Programmprofilen der privaten Sender. Anders als diese sei die ARD nicht so abhängig vom schnellen Quotenerfolg.

Der Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises 2004 geht an das Werk "Der Untergang".
Regisseur Oliver Hirschbiegel erhält die Auszeichnung, den so genannten "Pierrot", am 14. Januar in München. Der Film mit Bruno Ganz in der Hauptrolle behandelt Hitlers letzte Tage im Berliner Führungsbunker.

Der Intendant der Berliner Schaubühne, Thomas Ostermeier, hat Spekulationen über einen Wechsel zum Deutschen Theater zurückgewiesen. Ostermeier sagte, er bleibe bis mindestens 2009 an der Schaubühne. Nach dem Verzicht des Schriftstellers Christoph Hein auf den Posten am Deutschen Theater soll eine Findungskommission bis Mitte des Monats eine Empfehlung für einen neuen Intendanten abgeben.

Der Verband der Puppenspieltheater veranstaltet seinen Bundeskongress in diesem Jahr in Rostock und damit erstmals in Ostdeutschland.
Etwa 60 Puppenspieler werden zu dem Treffen erwartet, das morgen beginnt und am Sonntag zu Ende geht. Auf dem Programm stehen neben zahlreichen Aufführungen handwerkliche Themen wie Bühnenbau und Puppenherstellung. Der Verband wurde 1968 gegründet und vertritt 125 Bühnen.

Der Bielefelder Maler und Bauhaus-Schüler Rolf Neuhaus ist im Alter von 84 Jahren gestorben.
Das teilten die von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel mit, in denen er wegen einer psychischen Erkrankung seit mehr als 50 Jahren gelebt hatte. Neuhaus hatte Musterzeichnen an der Textilfachschule Krefeld studiert. Beeinflusst wurden seine Werke unter anderem vom Bauhaus-Künstler Georg Muche, der ihn unterrichtet hatte.

Das Markttor von Milet im Berliner Pergamonmuseum wird wegen Baufälligkeit restauriert.
Die Arbeiten sollen hinter einer transparenten Schutzwand vor den Augen der Besucher stattfinden und bis zum vollständigen Wiederaufbau insgesamt neun Jahre dauern. Das Markttor aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus mit seiner 29 Meter breiten und 17 Meter hohen Fassade bildete den Eingang zu einem der zentralen Orte im kleinasiatischen Milet. Im 10./11. Jahrhundert wurde es durch ein Erdbeben zerstört und Ende der 20er Jahre im Pergamonmuseum neu aufgebaut.
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