KulturNachrichten
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11.1.2005

Der Deutsche Bühnenverein hat kulturpolitische Zukunftsperspektiven für Deutschland gefordert. Der Präsident des Vereins, Zehelein, sagte in Köln, die von Ländern und Kommunen geplanten Einsparungen von bis zu 25 Prozent des Theater- und Orchesteretats wie etwa in Saarbrücken oder Lübeck seien völlig absurd. Sie ließen ein erschreckendes kulturpolitisches Bewusstsein erkennen. Ebenso erstaunlich sei es, dass das Thema Kunst und Kultur in der Föderalismusdebatte so gut wie keine Rolle gespielt habe, betonte Zehelein, der auch Intendant der Staatsoper Stuttgart ist.
Von einer Billion Euro öffentlicher Ausgaben wendet die Bundesrepublik Deutschland nach Angaben des Bühnen- und Orchesterdachverbandes lediglich acht Milliarden Euro für die Kultur auf.

Die New Israeli Opera in Tel Aviv unterstützt das Projekt des Erfurter Theaters, in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar Beethovens Oper "Fidelio" aufzuführen.
Wie der Erfurter Generalintendant Guy Montavon mitteilte, will die israelische Intendantin Hanna Munitz mit Orchester und Chor an der für 2007 geplanten Aufführung mitwirken. Das Projekt solle zur Versöhnung zwischen Deutschland und Israel beitragen. Die Idee zur Inszenierung stammt von dem Erfurter Gastregisseur Giancarlo del Monaco.

Wegen der seit Monaten andauernden Debatte um die künftige Leitung des Deutschen Theaters in Berlin schließt der gegenwärtige Intendant Bernd Wilms einen Verbleib nicht mehr grundsätzlich aus.
Ob er auch nach dem Sommer 2006 das Amt weiterführe, hänge von einem Angebot von Kultursenator Thomas Flierl ab, sagte Wilms der Netzeitung. Dies sei aber nicht sehr wahrscheinlich. Den Mitgliedern der von Flierl eingesetzten Findungskommission bescheinigte Wilms Unabhängigkeit. - Dem Gremium gehören der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, Ulrich Khuon, der Leiter des Leipziger Schauspiels, Wolfgang Engel, sowie die künstlerische Direktorin der Bundeskulturstiftung, Hortensia Völckers, an.

Der Generalmusikdirektor des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Jac van Steen, wechselt zum 1. April zum BBC National Orchestra of Wales in Cardiff.
Er werde bei dem renommierten britischen Rundfunkorchester für drei Jahre fester Gastdirigent, erklärte seine Agentin. Der 48-jährige Niederländer, der die Staatskapelle in Weimar seit 2002 leitet, hatte im vergangenen Jahr seinen Vertrag nicht verlängert. Über die Nachfolge soll nach Angaben des Theaters im kommenden Februar entschieden werden.

Der Film "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner ist der Gewinner des Preises der deutschen Filmkritik in der Kategorie bester Spielfilm.
Als beste Darstellerin wurde nach Angaben des Verbands der deutschen Filmkritik die Hauptdarstellerin des Streifens, Julia Jentsch, ausgezeichnet. Bester Schauspieler war August Diehl in dem Film "Was nützt die Liebe in Gedanken". Zum besten Spielfilmdebüt geriet die Tragikomödie "Schultze Gets the Blues" von Michael Schorr. Die undotierten Auszeichnungen werden am 20. Januar auf dem Filmfestival "Max Ophüls Preis" in Saarbrücken verliehen.

Das "Hörspiel des Monats Dezember 2004" ist die vom Bayerischen Rundfunk produzierte Radioversion von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften".
Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt befand, das in Kooperation mit dem HörVerlag umgesetzte 20-stündige Werk sei äußerst erfreulich. Die Hörfunk-Produktion von Musils in den 30er Jahren publiziertem Großroman wird durch eine CD- und Buchausgabe ergänzt.
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