KulturNachrichten
KulturNachrichten
Montag bis Donnerstag in der OrtsZeit • 18:40
13.1.2005

Die Flutkatastrophe hat nun auch die Kulturszene in den betroffenen asiatischen Ländern auf den Plan gerufen.
Heute beginnt das Filmfestival Bangkok - und dabei wird der über 5000 Opfer der Flut allein in Thailand gedacht. Sämtliche Einnahmen aus der Eröffnungsfeier werden für den Wiederaufbau gespendet, teilten die Organisatoren mit. Und noch eins: Diplomaten aus denjenigen Ländern, die am Festival teilnehmen, sollen darüber berichten, was ihre Regierungen genau zum Wiederaufbau beitragen.

Die Sorge um die im Irak verschwundene französische Journalistin Florence Aubenas wächst.
30 arabische Intellektuelle aus Paris, London und Beirut haben einen Appell unterzeichnet, in dem sie die Freilassung der Reporterin und ihres irakischen Führers fordern. Es sei mittlerweile nämlich leider mehr als wahrscheinlich, dass beide entführt worden seien.
Florence Aubenas arbeitet für die Zeitung "Liberation". Seit dem 5. Januar fehlt von ihr jede Spur.

"Wer so daneben langt wie hier, der muss eben den Spott der ganzen deutschen Kulturszene aushalten." Meint Christoph Stölzl, vor ein paar Jahren Kultursenator in Berlin, heute in der "Netzeitung" über seinen Nachfolger Thomas Flierl.
Es geht um das leidige Thema "Deutsches Theater in Berlin": Statt ungeschickt nach einem neuen Intendanten zu suchen und sich Absagen einzuhandeln, solle Flierl doch einfach den Vertrag mit dem bisherigen Intendanten Bernd Wilms verlängern - und Punkt. Denn, und da ist Stölzl sich sicher: Die ganze Geschichte hat das Misstrauen in die Kulturpolitik der Stadt bereits genug geschürt.

Eigentlich klingt es absurd: Im reichsten Land Europas fehlte das Geld für ein eigenes Nationaltheater.
Doch mit großem Einsatz haben die Luxemburger Theatermacher ihre Regierung rumgekriegt. Das seit sieben Jahren bestehende Nationalensemble war im In- und Ausland so erfolgreich, dass es nun endlich auch eine Heimat bekommt. Mit dem Geld vom Staat wurde eigens eine Fabrik umgebaut. Am Samstag ist Premiere, mit einer Aufführung von Hamlet - und zwar auf Deutsch.

Lange Jahre hatte Sydney den Ruf, eine eher theaterfeindliche Metropole zu sein - aber diese Zeiten sind zum Glück vorbei.
Einer der Gründe: Das vor einem Jahr eröffnete Sydney Theatre. Ein vitaler, ein inspirierender Bestandteil der städtischen Unterhaltungsszene sei das geworden, so das ausführliche Lob im "Sydney Morning Herald". Und endlich gebe es mehr Platz für große, internationale Produktionen - mit Gastspielen aus New York und Buenos Aires. Sydney wird damit, so ist zu folgern, neben San Francisco immer mehr zu einer der anziehendsten Städte der Welt.

In Frankreich sind die Künstler und ihre Gewerkschaften gelinde gesagt sauer.
Seit September bekommen Künstler nämlich im altehrwürdigen Pariser Louvre keinen freien Eintritt mehr. Das gleiche gilt für Lehrer und Studenten. Der Grund dafür klingt recht nobel: Eigentlich will das Museum den sozial Schwachen im Land mehr Freikarten gewähren - nur hat der Louvre dann diese Karten vor allem an Unternehmen verteilt, die besonders großzügig gespendet hatten. Den Künstlern ging das zu weit - und sie tun nun das, was Franzosen besonders gern tun: Sie demonstrieren. Am Samstag - und, wo sonst: Im Innenhof des Louvre.

Im Jahre 1359 schrieb der dänische König Waldemar V. einen Brief an die Vertreter der Hansestädte im damaligen Schonen. Das ist zunächst nicht spektakulär. Sensationell ist, dass dieser Brief auf Papier geschrieben wurde - und damit wurde er zur ältesten Papier-Urkunde Dänemarks.
Aufgetaucht ist das Dokument in Stralsund, und dort wurde es heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Pech für die Dänen: Der 29 mal 10,5 Zentimeter große Brief soll nun auch in Stralsund bleiben.

Woody Allen bleibt der Psychoanalyse treu. Man verlasse die Couch nicht so einfach mit einem Fingerschnippsen, sagte Allen der französischen Zeitung "Le Figaro". Nur durch die Hilfe der Psychoanalyse sei es ihm gelungen, pro Jahr einen Film zu drehen.
Weniger analytisch ist dagegen sein Zugang zu den Frauen. Dass er sich so gut in deren Seele versetzen könne, erklärte der amerikanische Regisseur, das sei ... reiner Zufall.
-> KulturNachrichten
-> weitere Beiträge