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18.1.2005

Der Rechtsstreit um die fristlose Kündigung des früheren Intendanten der Ruhrfestspiele Recklinghausen, Frank Castorf, ist beigelegt.
Nach Angaben seines Anwalts Peter Raue einigten sich der Theatermacher und die Gesellschafter des Festivals darauf, die fristlose Kündigung in eine fristgerechte zum 31. Juli 2004 umzuwandeln. Zudem bekommt der vor allem als Regisseur bekannt gewordene Castorf eine Abfindung. Die Gesellschafter der Ruhrfestspiele, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Stadt Recklinghausen, hatten Castorf Ende Juni 2004 wegen massiven Zuschauerrückgangs und Finanzproblemen abgesetzt.

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat sich über einen Leerlauf des Regietheaters beklagt.
Bei einem Urheberrechts-Symposium der Verwertungsgesellschaft Wort in Berlin kritisierte Grass die Ich-Befindlichkeiten vieler Regisseure, die den Autor als Urheber verunstalteten und unkenntlich machten. Das alles werde dann als authentisch bezeichnet, weil es dem allgemeinen Gebrabbel entspreche. Grass äußerte zudem die Befürchtung, dass die geplante zweite Novellierung des Urhebervertragsrechts zu einer Verschlimmbesserung zu Lasten der Autoren führen werde.

In den USA sind zwei der großen Hollywood-Diven der vierziger und fünfziger Jahre gestorben.
Ruth Warrick, die 1941 an der Seite von Orson Welles in dem Klassiker "Citizen Kane" ihr Debüt gegeben hatte, starb im Alter von 88 Jahren in New York. In keinem der rund 30 Filme, in denen sie später mitwirkte, konnte sie allerdings an diesen Erfolg anknüpfen. Dafür erlangte sie in der TV-Seifenoper "All my children" große Popularität. In einem Pflegeheim in Kalifornien starb mit 84 Jahren Virginia Mayo. Sie war Filmpartnerin unter anderem von Bob Hope, Danny Kaye, Gregory Peck, Paul Newman, Burg Lancaster und James Cagney.

Erfolgskomponist Sir Andrew Lloyd Webber will offenbar einen Teil seines Londoner Theaterimperiums verkaufen.
Nach britischen Medienberichten geht es um vier der insgesamt elf Bühnen im West End. Ein nicht näher bezeichnetes amerikanisches Unternehmen habe Lloyd Webber ein Angebot unterbreitet. Ein Sprecher des Komponisten bestätigte die Verhandlungen. Es sei jedoch noch nichts entschieden.

Das Staatsschauspiel Dresden will Berufung gegen das Verbot seiner umstrittenen Inszenierung von Gerhart Hauptmanns "Die Weber" einlegen.
Der geschäftsführende Direktor des Theaters, Hergen Gräper, äußerte sich zuversichtlich, am Ende auch Recht zu bekommen. Das Landgericht Berlin hatte in der vergangenen Woche eine auf Betreiben des Verlags Felix Bloch Erben erlassene einstweilige Verfügung gegen die Inszenierung bestätigt.
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