KulturNachrichten
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24.1.2005

Der deutsche Bass-Bariton Thomas Quasthoff ist bei den ersten internationalen Midem Classical Awards in Cannes ausgezeichnet worden.
Am Abend wird ihm der Preis in der Kategorie Gesang zusammen mit den Berliner Barocksolisten unter Rainer Kussmaul für die Aufnahme "Bach Cantatas" der Deutschen Grammophon verliehen. Die Auszeichnung für zeitgenössische Musik geht an den Violinisten Thomas Zehetmair, das SWR Sinfonieorchester sowie den Schweizer Dirigenten und Komponisten Heinz Holliger. Claudio Abbado, der langjährige Leiter der Berliner Philharmoniker, wurde mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.


Die Frage der Verwertungsrechte berühmter Bauhaus-Meister ist zumindest vorläufig entschieden worden.
Das Hamburger Landgericht untersagte jetzt der Münchner Möbelhandelskette "La Nuova Casa", Kopien der Sessel "Brno" und "Barcelona" von Mies van der Rohe sowie des Stuhls "Wassily" von Marcel Breuer zu vertreiben. Der Hersteller "Knoll International" hatte darauf verwiesen, dass er durch die in den sechziger Jahren mit den Bauhaus-Künstlern getroffenen Vereinbarungen exklusive Rechte an den Möbeln habe. Eine Berufung gegen das Urteil kann binnen vier Wochen eingelegt werden.


Neuer Generalsekretär des Goethe-Instituts wird Hans-Georg Knopp.
Knopp, derzeit Intendant des "Hauses der Kulturen der Welt" in Berlin, übernimmt das Amt zum ersten August von Andreas Schlüter. Dieser hatte nach nur einjähriger Amtszeit kürzlich überraschend um seine Entlassung gebeten und dafür private und berufliche Gründe angegeben.


Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat die neuesten Pläne zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses kritisiert.
Ihr Präsident, Klaus-Dieter Lehmann, wandte sich im DeutschlandRadio Berlin dagegen, die Errichtung ausschließlich privaten Investoren zu überlassen. In einem solchen Fall würden Kunst und Kultur der Rendite geopfert. Hintergrund sind Planungen des Bundesbauministeriums. Ein dort erarbeiteter Entwurf sieht mehrere Optionen vor, darunter die rein kommerzielle Nutzung durch einen Privatinvestor.


Auf dem Dachboden eines Hauses in Prag sind die Aufzeichnungen eines jüdischen Jungen entdeckt worden.
Bis zu seiner Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz hat der damals 16 Jahre alte Petr Ginz den Schrecken der Nazi-Herrschaft im so genannten "Protektorat Böhmen und Mähren" beschrieben. Die Aufzeichnungen sollen demnächst als Buch erscheinen. Eine deutsche Ausgabe ist derzeit nicht geplant.


Im Buddenbrook-Haus in Lübeck ist heute ein lebensgroßes Standbild des Schriftstellers Thomas Mann aufgestellt worden.
Die Plastik aus dem Jahr 2002 stand zuvor im Weimarer Traditionshotel "Elefant", in dem Mann logiert hatte. Der Literaturnobelpreisträger wurde 1875 in Lübeck geboren.


In Ruanda ist erstmals ein Film über den Völkermord von 1994 gezeigt worden.
Die Organisatoren hatten achttausend Menschen in das Stadion der Hauptstadt Kigali eingeladen, vor den Toren versammeltem sich aber mehr als doppelt so viele. Zuvor hatte ein Radiosender irrtümlich berichtet, die Vorstellung sei offen für jedermann. Der fiktive Film "Sometimes in April" des haitianischen Regisseurs Raoul Peck zeichnet anhand des Schicksals einer Familie die Ereignisse in Ruanda nach. Bei dem Völkermord wurden 800.000 Menschen getötet.
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