KulturNachrichten
KulturNachrichten
Montag bis Donnerstag in der OrtsZeit • 18:40
16.2.2005

Der Vertrag zum Schutz von immateriellem Kulturgut ist bislang von elf Staaten ratifiziert worden.
Das teilte die UNESCO in Paris mit. UNESCO-Generaldirektor Matsuura zeigte sich davon überzeugt, dass die Vereinbarung im kommenden Jahr in Kraft treten kann. Dazu müssen mindestens 30 Länder das Abkommen ratifizieren. Mit dem Vertrag sollen Kulturgüter geschützt werden, die mündlich, durch darstellende Künste, soziale oder rituelle Praktiken, Bräuche oder Kunsthandwerk übermittelt werden.

Bislang sind 47 immaterielle Kulturgüter von der UNESCO anerkannt und zum Welterbe ernannt worden. Dazu gehören der Karneval im belgischen Binche, das sizilianische Puppentheater, rituelle Tänze aus der Karibik und mexikanische Totenfeste.


Der im deutschen Exil lebende iranische Schriftsteller Abbas Maroufi hat die Europäische Union aufgefordert, ihre Beziehungen zum Iran abzubrechen.
Der Iran sei ein Skelett, das mit Hilfe des Krückstocks der Europäer aufrechterhalten werde, kritisiert Maroufi in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der Abbruch der Beziehungen sei der einzige Weg, einen Krieg zu verhindern. Nach Ansicht Maroufis hat die Führung in Teheran die gesamte Welt zum Narren gehalten. Sie habe es vermocht, europäischen Journalisten weiszumachen, sie hätten Verbesserungen bei den Menschenrechten oder bei der Wirtschaftslage erreicht.
Von Maroufi sind unter anderem auf Deutsch die Romane "Die dunkle Seite" und "Symphonie der Toten" erschienen.


Das Neue Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss erweist sich als Publikumsmagnet.
Seit der Eröffnung vor fünf Monaten haben bereits mehr als eine Viertel Million Menschen den modernen Teil der einstigen Schatzkammer sächsischer Kurfürsten und Könige besichtigt. Das teilte die staatliche Kunstsammlung mit. Ausgestellt werden mehr als tausend Meisterwerke der Juwelier- und Goldschmiedekunst, die zum Teil mehrere Jahrzehnte im Depot lagen.


Die 3600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" wurde nach Angaben des Landesarchäologen Harald Meller zweifelsfrei auf dem Mittelberg in Sachsen-Anhalt gefunden.
Das bewiesen Spuren von Hammerschlägen, die sowohl im Gestein am Fundort als auch auf der Scheibe nachgewiesen werden konnten, sagte Meller in Halle. Seine Forschungsergebnisse will der Wissenschaftler auf einer am Abend beginnenden Tagung mit 400 Fachleuten aus ganz Europa über den archäologischen Sensationsfund vortragen.

Die Himmelsscheibe gilt als älteste konkrete Sternenabbildung der Welt. Seit einer spektakulären Aktion, in der versucht worden war, das Fundstück illegal zu verkaufen, wird über den Fundort gestritten. Trotz eines umfangreichen Bodengutachtens wird immer wieder behauptet, die Scheibe sei nicht in Sachsen- Anhalt, sondern im Ausland entdeckt worden.


Bei Ausgrabungen auf einem früheren Adelshof in Sendenhorst in westfälischen Kreis Warendorf sind Archäologen auf Schachfiguren und Backgammon-Steine aus dem Mittelalter gestoßen.
Die Fundstücke aus der Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts gehörten zu den ältesten und am aufwändigsten gestalteten ihrer Art in Europa, teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster mit. Die Schachfiguren, eine Dame und ein Bauer, hätten kaum Ähnlichkeit mit den heute üblichen Formen. Die Dame sei aus einem Pferdeknochen gefertigt. Auch die Backgammon-Steine bestünden aus Tierknochen. Die Spielsteine sollen von Mitte März an im Römisch-Germanischen Museum in Köln zu sehen sein.


In der Staatsbibliothek zu Berlin sind morgen und am Freitag Stücke der bibliographischen Sammlung des New Yorker Antiquars Bernard Breslauer ausgestellt.
Sie gehören zu dem Teil des Nachlasses, der nach Angaben des Auktionshauses Christie's zwischen dem 21. und 23. März sowie am 28. und 29. Juni im New Yorker Rockefeller Center zugunsten verschiedener Stiftungen versteigert wird. Insgesamt kommen eine rund 2000 Stücke umfassende Sammlung und Handbibliothek unter den Hammer. Darunter die erste Monografie zur Bibliophilie des Bischofs von Durham und ein seltener handsignierter Autografie-Katalog von Johann Wolfgang von Goethe.

Breslauer, ein in Berlin geborener Jude, war mit seiner Familie aus Nazi-Deutschland über London nach New York ausgewandert. Sein Familien- und Firmenarchiv ging nach seinem Tod 2004 an die Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.


Der deutsche Schriftsteller Rolf Schneider ist mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden.
Es wurde dem Autor von "Volk ohne Trauer und "Jede Seele auf Erden" in der Botschaft der Republik Österreich in Berlin verliehen. Mit der Auszeichnung werde ein vielseitiger Kulturschaffender geehrt, der sich als Österreich-Spezialist einen Namen gemacht habe, heißt es in der Laudatio des Wiener Journalisten Hans Haider. Der 1932 in Chemnitz geborene Schneider hat auch als Regisseur gearbeitet. Vor der politischen Wende wurde er neben Christa Wolf, Christoph Hein und Heiner Müller zu den Vertretern der kritischen Kunst in der DDR gezählt.
-> KulturNachrichten
-> weitere Beiträge