KulturNachrichten
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1.3.2005

Im seit Monaten anhaltenden Streit an der Mailänder Scala ist kein Ende in Sicht.
Die Gewerkschaft der Bühnenarbeiter kündigte die Ausweitung ihres Ausstandes an und drohte damit, alle weiteren Saison-Premieren zu bestreiken. Sie reagierte damit auf die Entlassung von Intendant Carlo Fontana. Die Bühnenarbeiter beschul- digen Scala-Dirigent Riccardo Muti, die Stellung Fontanas untergraben und so seinen Rausschmiss herbeigeführt zu haben. Bereits in den vergangenen Tagen mussten mehrere Aufführungen abgesagt werden.

Bereits zum dritten Mal hat ein Regisseur für das deutsche Filmprojekt "Der letzte Zug" abgesagt.
Der tschechische Filmemacher Ivan Fila erklärte wegen inhaltlicher Differenzen mit Produzent Artur Brauner noch vor der ersten Klappe seinen Rückzug. Zuvor hatten Armin Müller-Stahl und Rolf Schübel ihre Zusagen als Regisseure zurückgenommen. Nun ist der Slowake Jurai Herz im Gespräch. Die Geschichte des Films handelt vom letzten Transport Berliner Juden in die Vernichtungslager im Osten.

Ein berühmtes Selbstportrait des Malers Oskar Kokoschka ist nach 70 Jahren wieder in den Kunstsammlungen Chemnitz zu sehen.
Wie eine Sprecherin mitteilte, erhält das Museum das in Privatbesitz befindliche "Selbstbildnis mit gekreuzten Armen" für mehrere Jahre als Leihgabe. Das Gemälde war 1925 von den Kunstsammlungen gekauft worden. Die Nazis hatten es zusammen mit rund 700 weiteren Bildern und Skulpturen als entartete Kunst gewertet und beschlagnahmt. Zuletzt hing Kokoschkas Selbstportrait in der Dresdner Galerie Neue Meister.

Der britische Dramatiker Harold Pinter will keine Theaterstücke mehr schreiben.
Er habe 29 Werke verfasst, und das sei genug, sagte Pinter im BBC-Hörfunk. Er wolle sich aber weiterhin der Lyrik widmen und sich außerdem stärker in die Politik einmischen. Pinter war in der letzten Zeit vor allem als Kritiker der britischen Beteiligung am Irak-Krieg aufgetreten.

Der Dirigent des Neuen Philharmonischen Orchesters Köln, Volker Hartung, hat der französischen Justiz nach seiner Festnahme wegen angeblicher Schwarzarbeit Rufschädigung vorgeworfen.
Die Anschuldigungen, er habe Mitglieder seines Orchesters schwarz beschäftigt, seien absurd, sagte Hartung der Nachrichtenagentur dpa. Hintergrund sei eine Verschwörung der Gewerkschaften, die jede Musikkonkurrenz aus dem Ausland abwehren wollten und die Justiz aufhetzten. Hartung betonte, dass alle 62 Mitglieder seines Orchesters in Deutschland als Freiberufler angemeldet seien. Der Dirigent engagiert die Künstler - viele von ihnen aus Osteuropa - jeweils für einzelne Aufführungen. Hartung war vergangene Woche nach einem Konzert in Straßburg für 48 Stunden inhaftiert worden und hat ein vorläufiges Auftrittsverbot in Frankreich.

Wertvolle Handschriften von Friedrich Schiller stehen der Forschung wieder zur Verfügung.
Wie das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar mitteilte, wurden rund 300 Blätter der Werkmanuskripte restauriert. Die Handschriften waren durch Tintenfraß und Verschmutzungen stark gefährdet und für die Benutzung gesperrt. Betroffen waren unter anderem die Vorstudien zu "Wilhelm Tell" und "Don Carlos". Das Museum sucht nun nach finanzieller Unterstützung, um auch den Rest des Schiller-Nachlasses zu restaurieren.
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