KulturNachrichten
KulturNachrichten
Montag bis Donnerstag in der OrtsZeit • 18:40
2.3.2005

Ein Gericht hat dem niedersächsischen Möbelhersteller "tecta" verboten, seinen Bauhaus-Hocker "B 9" weiterhin zu verkaufen.
Außerdem müssen alle Lagerbestände des vom Bauhaus-Designer Marcel Breuer entworfenen Möbelstücks vernichtet werden. Das Düsseldorfer Landgericht entschied, dass das
Konkurrenz-Unternehmen Knoll die älteren Rechte an den Möbeln Breuers besitzt. Knoll vertreibt das gleiche Hocker-Modell unter einem anderen Namen. "tecta" kündigt Berufung an.

Die Stadt Wuppertal gibt drei in der NS-Zeit beschlagnahmte Gemälde an seine früheren jüdischen Eigentümer zurück.
Der Stadtrat beendete damit eine monatelange juristische und politische Auseinandersetzung. Die Bilder waren zwischen 1937 und '39 von den Nazis zwangsversteigert worden und landeten nach dem Krieg im Wuppertaler Heydt-Museum. Die Stadt gibt sie nun an die Erben der im KZ ermordeten ursprünglichen Besitzer zurück. Es handelt sich um Werke der Maler Otto Scholderer, Adolph Menzel und Hans von Marées.

Der Kubaner Gonzalo Galguera wird neuer Ballettchef des Magdeburger Theaters.
Wie das Haus mitteilte, übernimmt er ab der Spielzeit 2006/2007 die Nachfolge der langjährigen Direktorin Irene Schneider. Galguera absolvierte die Nationale Ballettschule Kuba und erhielt als Solist zahlreiche internationale Auszeichnungen. Bis zum vergangenen
Jahr war er Direktor des Dessau-Balletts, das unter ihm seine Zuschauerzahlen verdopppelte.

Die Weimarer Musikhochschule "Franz Liszt" expandiert nach Südkorea.
Sie eröffnet an einer privaten Universität in der Nähe von Seoul die "German School of Music Weimar". Dort sollen koreanische Nachwuchsmusiker im Hauptfach von deutschen Dozenten in deutscher Sprache unterrichtet werden. Die übrigen künstlerisch-musikalischen Kurse geben koreanische Lehrer. Der Bachelor-Abschluss "Major of Music" wird in beiden Ländern anerkannt.

Nach Protesten von Tierschützern hat der dänische Filmregisseur Lars von Trier Szenen einer Eselsschlachtung aus seinem neuen Film "Manderlay" gestrichen.
Er begründete den Schritt damit, dass das soziale und politische Anliegen seines Films nicht vom Streit über die Tötung des Tieres überschattet werden solle. In der Szene wird der Esel von hungernden Einwohnern einer US-Stadt geschlachtet. Er war vor den Dreharbeiten eingeschläfert worden. "Manderlay" ist nach dem preisgekrönten "Dogville" der zweite Teil einer Trilogie über die Vereinigten Staaten und soll im Juni in die Kinos kommen.

Quedlinburg hat eine wertvolle Sammlung der Klassischen Moderne erhalten.
Wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bekannt gab, überreichte sie der Stadt zunächst leihweise 72 Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle von Künstlern wie Wassili Kandinsky, Emil Nolde, Franz Marc oder Joan Miro. Sie sollen ab Mai in der dortigen Lionel-Feininger-Galerie ausgestellt werden. Eine Dauerleihgabe sei nicht ausgeschlossen. Die Sammlung stammt von einem privaten Besitzer, der die Bilder über die Stiftung Denkmalschutz der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte.

In Ägypten sind drei Särge mit äußerst gut erhaltenen Mumien entdeckt worden.
Archäologen fanden sie in einem 2500 Jahre alten Grab südlich von Kairo. Wie ein Sprecher der ägyptischen Regierung in der Hauptstadt mitteilte, lassen sich die Särge anhand von Inschriften eindeutig in die Zeit der 26. Dynastie datieren. Bei den Mumien scheint es sich nach ersten Untersuchungen um Beamte aus dieser Ära zu handeln.


-> KulturNachrichten
-> weitere Beiträge