LänderReport
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15.7.2004
Staatsbesuch in Meseberg
Die Bundesregierung will in dem brandenburgischen Dorf ein Gästehaus einrichten
Von Philipp Banse

Schloss Meseberg (Bild: AP Archiv)
Schloss Meseberg (Bild: AP Archiv)
Die Bundesregierung möchte im brandenburgischen Dörfchen Meseberg ein Gästehaus für Staatsbesucher einrichten. Doch die Bewohner wollen nicht Bush und Blair, sondern Ruhe und freien Zugang zum Badesee - und wehren sich.

Also, ich komme mir schon vor wie in der Serengeti, aber trotzdem sage ich ihnen das: Also, vorher war hier relativ schlechter Empfang. Man musste sich entsprechende Stellen aussuchen, um überhaupt Empfang zu haben und dann musste man ganz still stehen, sich nicht bewegen, dass der Empfang nicht abgebrochen ist. Und das ist jetzt natürlich ne ganz andere Qualität.

Denn vor Frank Stege, Amtsdirektor der Gemeinde Gransee, steht ein 42 Meter hoher Mobilfunkmast auf dem Acker. Doch nicht die Serengeti ist seit wenigen Minuten ans deutsche Mobilfunknetz angeschlossen, sondern Meseberg, ein 160-Seelen-Dörfchen, eine Autostunde von Berlins Mitte entfernt in der Mark Brandenburg gelegen: Keine Kanalisation, kein Bürgersteig, eine Kirche und Handyempfang. Noch klettern Techniker am Funkmast herum, aber Frank Stege hat sich schon mal ein Fläschchen Bürgerbräu aufgemacht, denn auf seinem Mobiltelefon leuchten bereits fünf Balken.

Die Entwicklung wäre trotzdem gekommen, das ist gar keine Frage. Sie ist natürlich deshalb so schnell gekommen, weil wir das Bundesgästehaus haben, gar keine Frage. Wir werden auch am Montag den Bundeskanzler hier begrüßen dürfen und da ist natürlich auch wichtig für die Presse die Kommunikation dargestellt zu haben.

Vor einem dreiviertel Jahr hat die Bundesregierung beschlossen, ihr Gästehaus in Meseberg einzurichten. Genauer gesagt, hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck mit dem Gerhard Schröder eine gute Flasche Rotwein geöffnet und dem Kanzler ein paar Fotos vorgelegt. Die Bilder zeigten ein zweigeschossiges Barockschlösschen mit Ziegeldach, das Herman Graf von Wartensleben Anfang des 18. Jahrhunderts am Ufer eines kleinen Sees hatte erbauen lassen. Die Münchner Messerschmidt-Stiftung hatte das feudale Kleinod mit gut 16 Millionen Euro vor dem Verfall gerettet und suchte nun einen Nutzer für das edle Idyll. Landesvater Platzeck sah bereits Touristenscharen in die verarmte Gegend strömen, die bald nicht mehr am Subventionstropf der EU hängen sollte, sondern in einer Liga spielen würde wie Rambouillet, Blair House und Chequers, den 5-Sterne Residenzen des Staatstourismus.

Das ist nun das wunderschöne Zauberschloss in der Mark, Schloss Meseberg. Wir gucken durch Baumreihen durch und sehen ein verwunschenes Schloss, das wachgeküsst worden ist durch die Messerschmidt Stiftung von außen in Stand gesetzt worden ist und nun auch im Inneren seiner zukünftigen Nutzung übergeben wird demnächst.

Amtsdirektor Frank Stege steht verzückt am Bauzaun und blickt auf das eierschalenfarbene Landschloss, mitten im Ort zwischen Dorfkirche und Badesee gelegen. Das Baugerüst ist abgebaut, nur im Innern wird noch renoviert. Wenn erst mal ab Herbst 2005 internationale Tagungen und Krisengipfel das brandenburgische Dörfchen berühmt machen, hofft Stege auf einen enormen, zudem kostenlosen Imagegewinn für Meseberg.

Wir sehen das so: Dort, wo die Regierung hingeht, wo sie ihre wichtigsten Gäste hinbringt, dass muss doch eine der interessantes, vielleicht sogar schönsten Ecken in Deutschland sein.

Schon jetzt kommen Radfahrer auf ihrer Schlösser-Tour in Meseberg vorbei, um sich das zukünftige Gästehaus anzusehen. Um auch amerikanische Touristen nach Brandenburg zu locken, hat Stege schon eine Idee entwickelt:

[..] Wäre es nicht möglich, dass der amerikanische Präsident, wenn der hierher kommt, seinen Fuß umknickt, und dieses würden wir wie die Rosstreppe sozusagen in Gips gießen, ich sage ihnen voraus: Die Amerikaner werden hierher pilgern und den Fußabdruck ihres Präsidenten sehen wollen [...] - und aus dem Grunde ist es ein Riesenthema.

Doch was da so schmuck zwischen den Eichen am Huwenow-See auf hohe Gäste wartet, empfinden nicht alle Meseberger als "Zauberschloss", wie Theodor Fontane das Landschloss einst nannte. Denn als der Dichter durch die Mark Brandburg wanderte, ahnte er noch nichts von drei Hubschrauberlandeplätzen und den haushohen Satellitenschüsseln der Fernsehsender, die mal von dort funken werden, wo jetzt noch der hölzerne Bienenwanderwagen des Imkers Lange im hohen Gras steht.

Manfred Gaedke zum Beispiel, ist noch nicht sicher, ob nicht besser alles so geblieben wäre, wie es in den letzten 70 Jahren war, so ruhig und so beschaulich. Der 63jährige ist Geschäftsführer der Landwirtschafts-GmbH Meseberg, dem Nachfolger der LPG für Tier- und Pflanzenproduktion, bei der einst die ganze Gemeinde arbeitete. Die Schweinemast musste er aufgeben, von 130 Mitarbeitern sind noch 12 geblieben. Aber noch immer ist Gaedke der größte Arbeitgeber im Dorf. Zwar freut sich auch Gaedke über fünf Blöcke auf seinem Handy:

Vorher habe ich zwei Blöcke gehabt oder drei. Und seit 13 Uhr bin ich voll, voll auf Sendung.

Doch Bedenken bleiben.

Klar ist man skeptisch. Wir waren auch skeptisch. Wir haben einen Stall, im Stall riecht´s, sie merken das hier, obwohl wir 500 Meter vom Ort weg sind, aber das gehört einfach dazu zum ländlichen Raum, aber wer herkommt, muss damit leben. (Frage: Haben sie schon andere Signale bekommen?) Nein, würde ich jetzt nicht so sagen, aber es könnte aber sein.

Die Bundesregierung hatte geklagt, die Silage dürfe nicht offen gelagert werden, um den Gestank zu mindern. Nun fürchten einige in Gaedkes Betrieb, die ganze Rindermast könnte dicht gemacht werden.

Wir sind hier auf dem Dorf und die Mentalität ist anders wie in der Großstadt. Man muss sich ranarbeiten an Geschichte. Wenn sich Veränderungen ergeben, dann muss man erst mal fühlen, so wie die Katze im Schnee, vorsichtig sein. Aber ich denke mal in der Zwischenzeit wird wohl das Positive überwiegen, letztendlich.

(Frage: Was ist den noch Positiv?) [Schweigen] Dass das Schloss gemacht wird, das ist schon ne Augenweide. [Schweigen]

Beunruhigt hat die Meseberger, dass ihre Badestelle verlegt wird, weil sie im Garten des künftigen Gästehauses liegt. Dafür will die Messerschmidt-Stiftung am anderen Ufer Ersatz schaffen, sogar mit Sprungbrett xxx. Aber wie wird das mit den Absperrungen? Immerhin soll das Gästehaus rund 100 Tage im Jahr von Staats wegen genutzt werden. Kann man noch zum Bäcker gehen, wenn Bush im Schloss diniert? Die Meseberger haben sich abgewöhnt, zu früh zu jubeln.

Und man muss das auch verstehen, weil wenn sie mal überlegen, dass sich hier diverse Freizeitparks sich hier zu Wort gemeldet hatten, von Tropicana Park bis Sunpark Heesen, ich kann ihnen bestimmt zehn von den Sachen aufzählen - und nix von den Sachen ist gekommen. Da ist also eine gewisse Skepsis der Menschen ist verständlich.

(Fegen, Schaufel, Murmel:) So ist das Leben. (Unkraut hacken) Bisschen Kraut kann ja noch stehen bleiben, sonst sagen sie, der hat das ganze Pflaster weggeruppt (fegt, Schaufel).

Vor dem Dorfkrug, der einzigen Kneipe im Ort, fegt Gerhard Arndt den Bürgersteig. Seine eingefallen Wangen sind mit dichten Bartstoppeln bedeckt, die Sandalen sind aus Plastik und seine rechte Socke hat an der Ferse ein Loch. Im Schloss sollen vor allem Menschen aus der Umgebung arbeiten, heißt es.

Ick brauch keine Arbeit mehr, ick bin Rentner. (Fegt die Straße) Für die Jugend, die sitzen zu Haus und haben keine Arbeit, das wäre gut, wenn sie da Arbeit kriegn täten. Sonst müssen sie ja alle in Westen fahren. Mehr kann ick ich ihnen nicht sagen (fegt die Straße)

(Fegt die Straße) Datt mach ick jetz ja och bloss sauber, weil se jesacht ham, Montag kommt Schröder. Hab ne Einladung gekriegt ja, dass ick hinkommen soll und alles. Deswegen mach ick jetz hier sauber, sonst Montag schaffe ick das alles nicht mehr (lacht und fegt).

So: Und fertig. Erst mal eene rochen. (Stöhnt und schlurft zum Unterstand)

Es fängt an zu regnen. Werner Parrmann kommt aus seinem Dorfkrug und lehnt sich an den Türrahmen. Parmann ist seit 30 Jahren Gastwirt. Vor acht Jahren ist er nach Meseberg gekommen, das Schloss lag damals genauso in Trümmern wie seine Familie, er habe Abstand gewinnen müssen, sagt Parmann. Eine Geschäftsidee war der Dorfkrug jedenfalls nicht. Die Leute haben kein Geld für sein Bier, jeder Vierte ist arbeitslos. Aber wenn Blair im Schloss mit dem Kanzler tafelt, könnten Journalisten bei Parmann Würstchen essen.

Tja, man hofft es jedenfalls. Kiek ma rinn, is doch wieder tot.

Ick bin dafür, wir haben ja nur überlebt durch dieses Schloss schon acht Jahre. Wir sind acht Jahre hier. Nur vom Ort hätten wir nicht überleben können als Gaststätte. Dadurch, dass wir die Bauarbeiterversorgung hatten, ist das positiv gewesen. Hoffen, dass es so weiter geht.

Zwei Häuser weiter wohnt Gertrud Berlin, die älteste Meserbergerin, niemand wohnt länger im Dorf als sie. Zwei künstliche Knie und eine Hüfte aus Plastik zwingen die 81jährige auf Krücken. Aber sie begrüßt jeden, der klingelt, wie einen Nachbarn, der Marmelade bringt.

(Begrüßung durch Frau Berlin) Da muss ich mein Hund erst mal wegsperren, sonst kommen sie ohne Hose raus.

Gertrud Berlin hat noch im Schloss als Zimmermädchen gearbeitet, im Zweiten Weltkrieg, als das Landgut dem Berliner Industriellen Fritz Lang gehörte.

Ich war Zimmermädchen [...] und der Chef hatte so Leinenhemden - hooo, die waren so schwer zu bügeln (lacht)

Später wanderte Junkerland in Bauernhand und auch Gertrud Berlin bekam eine Parzelle ab. Dann wurde alles zur LPG und Gertrud arbeitete im Stall. Sie freut sich über den neuen Glanz, in dem ihr Schloss erstrahlt.

Da musste was gemacht werden mit dem Schloss, das ist klar. Zu Honeckers Zeiten, da wollten sie mal ein Heim für Schwererziehbare machen, aber kostenmäßig ging das nicht. Das Schloss war ja vollständig belegt. Da war die Schule drin, da war der Konsum drin, da war das Gemeindebüro drin, da haben ein paar Leute drin gewohnt. Und jetzt - es wurde Zeit, denn seit der Wende haben sich viele Diebe eingestellt.

Dann schon lieber Journalisten, die einfach mal klingeln und Hubschrauber, die hinterm Haus landen.

An den Hubschrauber haben wir uns schon gewöhnt, der so ab und zu rumschwirrt, und so, na ja, es kommen mehr Autos, na ja. Wir sind an und für sich eine ruhiger Ort, nicht? [...] Es wird eben ein bisschen Leben ins Dorf kommen und vielleicht finden sich ein paar Arbeitsplätze für die Bevölkerung für die jungen Leute. Lassen wir es auf uns loskommen. Kann nur besser werden. Schlechter kann's nicht mehr werden. Langweiliger kann's nicht mehr werden.

Bloß wovor wir noch alle Sorge haben, wenn das Abwasser kommt, das müssen wir bezahlen. Die ganzen Abwasserrohre müssen bezahlen. Und da haben alle im Dorf Angst vor, vor diesen Beträgen, die a kommen. Mein Neffe sagt: Tante, was mach ich noch am Haus rum? Wenn das Abwasser kommt, bin ich es womöglich los! Diese Haus hier, wo ich jetzt wohne. (Frage: Warum ist er das los?) Weil er einen Kredit aufnehmen muss für die Wasserleitung und da muss er Sicherheit geben und da ist das Haus dran.

Mit 40 - 50.000 Euro rechnet Frau Berlin für die Abwasseranschluss. Auch die neue Sickergrube kann ihr Neffe dann wieder zuschütten. Der ist Maurer und baut Tankstellen in Leipzig, Magdeburg und Suhl, sagt sie.

Jetzt muss ich mal gucken, ob ich noch ein Hühnerei finde, die sind faul die Bande, ich habe Hühner und Katzen.

Hier hinter ist der Sportplatz, da soll eventuell der Kanzler landen, eventuell, werden wir sehen, gestern hieß es, er kommt mit dem Auto.

(Im Hühnerstall) Na, Zipa, sitzt bloß die Klucke uffm Nest. (Gacker) Weg! Is kein Ei mehr. Fünf habe ich reingeholt, ist zu wenig.

Am Montag kam der Kanzler, um sich mal anzusehen, was der Platzeck ihm da aufgeschwatzt hat. Und um Hallo zu sagen. Hallo, Herr Nachbar.

Fotografen, Klicken: "Sonst sie viel zu klein auf Bild drauf" "Zeig mal die kleine, man sieht sie ja gar nicht!" "Habt das?" "Stopp und nicht so viele Leute! Herr Bundeskanzler! Hier geht´s noch hin.!"

Mit dem Hubschrauber landet er genau da, wo Gertrud Berlin es gesagt hatte. Zu Fuß geht Gerhard Schröder dann zum Schloss. 500 Meter durch Meseberg. Er schüttelt Hände, die Menschen lachen und auch die Sonne kommt raus.

Das Bundeskanzleramt hatte alle 165 Meseberger in den Schlossgarten eingeladen, 142 sind gekommen. Die 81jährige Gertrud Berlin kommt wie der Kanzler zu Fuß, trotz der Krücken. Gerhard Arndt, der Straßenfeger, hat ein braunkariertes Sakko angezogen und dreht sich zwischen Kanzler und Fotografentross im Kreis, wie ein verwirrter Zuschauer, der durch die falsche Tür in die Manege gelaufen ist. Landwirt Manfred Gaedke, sagt dem Bürgermeister habe er frei gegeben, weil der Schröder die Hand schütteln muss. Aber seine Melker sitzen im Stall, denn Kühe geben auch Milch, wenn der Kanzler kommt. Der Kanzler posiert mit Kind und Rose, auf dem Schlossdach weht die Deutschlandfahne.

Wenn sich das Dorf wirklich wehren würde, wie ein Journalist schreiben muss, dann täuscht das. Wir haben von 165 Einwohnern, 142 Zusagen für den Tag. Das möchte ich mal sehen bei irgendeiner Wahl. (Frage: Viele kommen, weil es Freibier gibt.) Die Leute haben sich angezogen, die Männer zu den Frisören geschickt und das ganze Dorf wurde geputzt - das ist nicht der Fall. Dieses Dorf und Schloss sind Einheit, das haben die Leute auch verstanden.

Hans Heinrich von Srbik von der Messerschmidtstiftung und das Schloss saniert. Der Mann im dunklen Zweireiher wird gleich den Kanzler durchs Schloss führen und ihm erklären, dass er sich vom Rohbaucharme der unverputzten Backsteinwände nicht irritieren lassen dürfe. Sobald die Sicherheitstechnik eingebaut ist, kommt Holz drauf, fertig ist das Schloss. Spätestens im Herbst 2005. Acht Jahre hat Sribik sich am Schloss und den Mesebergern abgearbeitet, hat Versammlungen abgehalten und im Dorfkrug um Vertrauen geworben. Heute nun sind alle Meseberger. Touristen werden kommen, der Schlossgarten wird blühen, und nicht nur der. Wer jetzt noch mault, sagt Sirbik, dem ist nicht zu helfen:

Das sind im wesentlichen Langzeitarbeitslose, die wissen, dass sie aufgrund ihrer völlig fehlender Qualifikation, auch jetzt keine Arbeit finden. Für die ist nichts gewonnen.

Wir werden für diejenigen, die hier beschäftigt werden, Ausschreibungen machen. Wir wollen schon dass sie aus dem Ort oder der weiteren Umgebung kommen. Also: über den nachbarschaftlichen Abend hinaus werden wir gut miteinander auskommen. Wir haben eingeladen, damit das gleich richtig losgeht.

Der Kanzler steht im Garten am See, vor ihm die Fotografen, hinter ihm das Schloss und ringsum die Meseberger. Das Catering macht eine Firma aus dem Nachbardorf. Doch viele Würstchen sind schwarz, aufs Bier muss man sehr lange warten, aber der Kirschkuchen ist gut. Die Meseberger sind zufrieden: So nah seien sie Honecker nie gekommen, sagen viele. Das Schloss werde ein offenes Haus sein, sagt Schröder. Nichts werde zugebaut und Führungen werde es geben. Schröders Sprecher sagt, die Meseberger würden von den Sicherheitsmaßnahmen kaum etwas mitbekommen. Und wenn doch - der weltweite Ruhm werde dafür entschädigen.

Es werden viele internationale Gäste kommen, die werden von der überschäumenden Art und der Freundlichkeit der Märker begeistert sein, von denen es ja heißt, das höchste Lob, was sie aussprechen können ist: Da kannste nich meckern. Und ich hoffe Ihr habt nichts zu meckern, das würde ich mir jedenfalls wünschen. Und jetzt wird der Ministerpräsident des Landes, der viel dafür getan hat, dass wir heute hier sind, ein paar Worte sagen. Und dann gibt´s ne Currywurst. In diesem Sinne: Herzlich Willkommen, auf eine gute Nachbarschaft. (Applaus, Platzeck spricht)

Wenn Meseberg erst mal berühmt ist, sagt Schröder, wird man das in der Gastwirtschaft schon merken. Momentan ist aber noch alles wie immer, sogar noch ein bisschen schlimmer. Denn im Schlossgarten gibt es Bier und Kanzler, und zwar umsonst. Während die Meseberger Jugend Gerhard Schröder mit ihren Handys fotografiert, wie er eine Bratwust isst, steht der Wirt Werner Parmann vor seinem Dorfkrug und guckt, als hätte Schröder für sein Schloss eine Schanklizenz bekommen.

Weil ich arbeiten muss, weil meine Familie, die kommt jetzt hier an, die hat sich da unten rumgetrieben. (Zur Frau:) Wo ist den unser Kind? (Frau:) Unser Kind ich habe mit Kanzler gelassen, hat sie mit ihm gesprochen und Bild gemacht.

Um 16 Uhr hebt der blauweiße Luftwaffen-Hubschrauber des Kanzlers wieder vom Sportplatz hinter dem Dorfkrug ab. An der Seitenlinie stehen 15 Meseberger und winken. Die schwarz glänzenden Staatskarossen rauschen von dannen, die Hunde hören auf zu bellen und der Wirt Werner Parrmann verschwindet im Dorfkrug. Dann ist wieder Ruhe in Meseberg. Bis zum Herbst 2005. Bis dahin wird sicher auch der neue Sendemast belastbar sein. Denn um 16 Uhr 15 ist das Handynetz in Meseberg zusammengebrochen.


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