LänderReport
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9.9.2004
Bürger retten Bauten
In Thüringen engagieren sich Bürger und Vereine für den Denkmalschutz
Von Adolf Stock

Weimar (Bild: AP Archiv)
Weimar (Bild: AP Archiv)
Denkmalschützer haben oft einen schweren Stand, gelten sie doch den Investoren als Investitionsverhinderer und Kostentreiber. In Thüringen geht man andere Wege: ohne staatliche Subventionen und behördliche Bevormundung setzt man auf ein partnerschaftliches Verhältnis, ganz gleich, ob es um die Villa eines Schokoladenfabrikanten in Saalfeld, um einen Bauernhof in Röblitz, eine kleine Dorfkiche in Zeigerheim oder auch um ein Schloss und Park in Ettersburg geht, wo zu Goethes Zeiten die Weimarer Gesellschaft ihr Vergnügen suchte: die Denkmalpflege kann mit der Unterstützung engagierter Bürger rechnen.

Der Weg führt durch eine gut gepflegte, etwas abschüssige Allee, an deren Ende eine stattliche Villa steht. Die Villa Bergfried ist in ihren Proportionen etwas streng, und genau genommen könnte sie auch ein kleiner Bahnhof sein, wie sie Anfang des letzten Jahrhunderts in Seebädern oder an anderen illustren Orten gebaut worden sind.

Sie haben nicht gesehen, was dahinter kommt, den Blick auf die Stadt Saalfeld. Aber den kann ich Ihnen ja mal zeigen.

Saalfelds Bürgermeister Richard Beetz lacht, denn hinter der Villa sind keine Gleise; dort ist eine noble Terrasse. Doch der erste Eindruck ist selten ganz falsch, und so stellt sich später heraus, das der Dresdner Architekt Max Hans Kühne nicht nur die Villa in Saalfeld erbaute, sondern auch den Leipziger Hauptbahnhof. Ob nun eher Schloss oder Bahnhof, auf jeden Fall ist das ehemalige Heim eines Schokoladenfabrikanten für die Stadt Saalfeld Lust und Last zugleich.

Uns liegt das so am Herzen, dass wir etwas tun wollen. Die Stadt alleine schafft das nicht, und so kam es zur Gründung des Vereins, der über 100 Mitglieder bereits hat, der sich nun um Aktionen bemüht. Aktionen, in denen ganz einfach dann auch gespendet werden soll. Man gestaltet hier ein kleines Volksfest, ein kleines Familienfest oder wie auch immer und dann das materielle andere Sponsoring, das heißt, Handwerker verrichten Leistungen. Na ja, und dann das Bemühen, natürlich mal eine Nutzung für die Zukunft zu finden.

Die Villa wurde eine Zeitlang als Kurklinik genutzt, dann standen die Räume leer, und die Probleme fingen an, erzählt Helmut-Eberhard Paulus, Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Im Grunde wäre es ideal, die alte Nutzung weiter aufrechtzuerhalten, aber die Nutzung so einzurichten, dass man diese Qualitäten nutzen kann. Nur das gelingt uns in der Gesellschaft leider nicht mehr, weil die Gesellschaft immer mehr in Einzelkategorien, in Einzelschachteln denkt und Einzelziele verfolgt anstatt gesamtheitliche Ziele.

Dagegen rebelliert nun der Verein, der gemeinsam mit der Gemeinde nach neuen Nutzungen sucht, denn ohne Nutzung verliert auch ein Baudenkmal jeden Sinn, wie Dagmar Schipanski, Thüringens Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, erklärt.

Es nützt nichts, muss ich betonen, wenn ich ein Gebäude wunderbar herrichte, es überhaupt nicht nutzen kann, es auch nicht angenommen wird, dann wird es wieder verfallen. Jedes Gebäude muss leben, muss atmen, muss Kultur ausstrahlen oder muss Behaglichkeit ausstrahlen, muss einfach die Menschen anziehen. Es braucht sein eigenes Gesicht. Und wenn es nicht sein eigenes auch ideelles Gesicht hat, sondern nur das steinerne Gesicht, dann haben wir die Denkmalpflege nicht richtig begriffen.

Schon deshalb ist Angela Hartmann von der Unteren Denkmalbehörde über das Engagement des Vereins 'Freunde des Bergfrieds' besonders froh.

Solche Dinge, dass sich Vereine gründen, um sich vor allen Dingen der Nutzungsfrage anzunehmen, ist etwas ganz Wichtiges. Denn Denkmalschutz alleine kann so etwas nicht leisten. Wir bemühen uns um die Erhaltung, und das ist zum Beispiel auch hier so gewesen, dass Denkmalmittel des Landes hier mit eingeflossen sind, bei der Dacherneuerung und auch für den Park, aber das Haus mit Leben zu erfüllen und letztendlich eine Nutzung zu finden, das ist doch sehr an die Region gebunden, an den Eigentümer gebunden, und da sind wir sehr dankbar, dass solche Vereine eben auch nach solchen Nutzungsmöglichkeiten suchen.

Die Besucher vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz sind beeindruckt, denn bis auf die Möbel ist das Interieur der Villa fast vollständig erhalten. Im Auftrag von Bund, Ländern und Gemeinden kümmert sich das Komitee seit 1973 um die Erhaltung des baulichen Erbes, nimmt Einfluss auf Politik und informiert Journalisten. Die jährliche Pressefahrt führte diesmal durch Thüringen und hatte die "Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und Bürger-Engagement"
zum Thema.

Noch gibt es für die Villa in Saalfeld keinen geeigneten Nutzer. Die Suche ist schwierig, denn der Verein will Villa und Park auf jeden Fall auch für die Bevölkerung offen halten, sagt Bürgermeister Richard Beetz.

Wir wollen unseren Willen. Es gab schon Leute, die hätten Interesse, aber die hätten ganz einfach zugeschlossen. Das ist das Schwierige, dass kein Zaun darum gelegt wird, und dass die Bürger hier noch durchgehen können und hier verweilen können, das macht es schwieriger.

Auf dem Weg durch den weitläufigen Bergpark, der zur Zeit von ABM-Kräften in Schuss gehalten wird, denkt Helmut-Eberhard Paulus von der Stiftung Thüringer Schlösser über das bürgerschaftliche Engagement bei der Denkmalpflege nach.

Es ist eigentlich ein Musterbeispiel dafür, dass es eben wichtig ist, dass die öffentliche Hand weiterhin dranbleibt bei solchen Objekten, sich nicht zurückzieht, aber eben zusätzlich bürgerliches Engagement akvieriert. Dann kann das Ganze funktionieren, aber nicht wenn einer total aussteigt und es dem anderen überlässt.

Alle sind gefordert. So ist es auch in Zeigerheim, einem Ortsteil von Bad Blankenburg, wo sich die Dorfbewohner um ihre kleine Kirche kümmern. Das Gotteshaus ist dem heiligen Andreas geweiht. Mit ihrer bemalten Empore - die von der Leidensgeschichte Christi erzählt -, der Kanzel - die von der Auferstehung berichtet - und dem kostbaren Flügelaltar ist die Kirche ein bedeutendes Kulturdenkmal in der Region und der unangefochtene Identifikationspunkt für das schmucke Dorf, das neben einer neu gebauten Feuerwache stolze Bauernhöfe und zwei Gasthäuser besitzt.

Man kann sich den Ort ohne die Kirche nicht vorstellen. Ich gehöre jetzt auch nicht in dem Sinne zur Kirchengemeinde, wenn es heißt Spenden oder irgendwas, selbstverständlich. Das ist ein markanter Punkt, das ist das Zentrum von diesem Ort.

Katharina Zilicke gehört zu den Dorfbewohnern, die sich für den Erhalt ihre Kirche engagieren. Das gilt auch für Maren Kuschwitz.

Was die so erzählt haben aus ihrer Kindheit, die alle in dem Verein drin sind, die haben immer schon eigentlich einen Verbund gehabt in dem Dorf. Wir haben es eigentlich nur wieder aufleben lassen. Es klingt jetzt ein bisschen blöd, aber es hat jemand gefehlt, der gesagt hat: Los wir machen! Und dann kam das wieder Stück für Stück, nachdem sie dann doch auch akzeptiert haben, dass ich nicht von hier bin und auch gemerkt haben, dass ich doch ein bisschen was bewege und mal ein bisschen sticheln kann - Lachen.

In Zeigerheim gibt es die Bürgerbeteiligung nicht zum Nulltarif. Bei der Sanierung der Kirche hat nicht alles optimal geklappt. Der Pfarrer zeigt auf die neuen Wasserschäden an der frisch sanierten Kirchenmauer, während der Denkmalpfleger erregt und lautstark seine Hände in Unschuld wäscht. Und auch der Bürgermeister von Bad Blankenburg, zu dem der Ortsteil Zeigerheim gehört, blickt nicht ganz froh in die Runde, wenn Maren Kuschwitz loslegt.

Wir müssen auf alle Fälle immer wieder drauf pochen, dass wir gehört werden, und da sind wir natürlich manchmal nicht so sehr gewollt. Das reibt schon ab und zu. Das Feuerwehrhaus ist das einzige, wo sie sich immer hochziehen, das ist das, was wir wahrscheinlich ein Leben lang danken müssen, und das reicht uns aber nicht. Wenn eher ab und zu mal was käme, das wäre das, was auch den Bürgern auch ein bisschen mehr das Zeichen geben würde, wir sind zwar ein Ortsteil von einer Stadt, aber wir gehören dazu.

Heute haben die Frauen des Ortes am Weg zur Dorfkirche einen Tisch aufgestellt und bewirten die Gäste vom Nationalkomitee mit Kaffee und Kuchen. Backen für den Denkmalschutz, das ist für die gastfreundlichen Dorfbewohner fast eine Selbstverständlichkeit.

Na ja, wenn ich woanders hinkomme, würde ich mich auch freuen, wenn ich ein Käffchen und ein Stück Kuchen bekomme. So simpel ist das. Wir wollen es ja nicht übertreiben, aber ... Geht es Ihnen nicht so?

Na klar, und später werden hinter dem historischen Rundbogentor auf dem Bauernhof in Röblitz die Gäste des Nationalkomitees von Detlef Pflege und seiner Frau noch einmal bewirtet.

Petra, bring doch noch mal ein paar Bratwürste unter die Leute. Sie haben ja auch noch nichts gegessen.

Hölzerne Bänke und Tische stehen neben einem rauchenden Grill auf dem gepflasterten Hof. Mit viel Liebe und Fleiß hat die Familie Pflege das Wohnstallhaus mit dem ausgebauten Mansardendach und dem typisch thüringischen Hochkeller restauriert. Der Edelhof Röblitz ist ein romanischer Drei-Seitenhof aus dem 17. Jahrhundert. Seit 1996 hat er einen neuen Besitzer und damit eine neue Zukunft.

Meine Frau und ich sind nach der Wende also mal bewusst durch die umliegenden Dörfer gezogen und haben uns mal angeschaut, was da so an Bauten steht. Wir haben zuerst mit einem Neubau geliebäugelt, dann fanden wir das natürlich eigentlich nicht so toll, was da angeboten wurde in diesen Wohnparks und auch diese Häuser sind ja nun ... na gut, man kann darüber verschiedene Meinungen haben. Also, wir fanden es jedenfalls nicht toll, von daher blieb für uns dann, einen Altbau zu sanieren. Und hier war, wie gesagt, die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick. Also man hat eine Geborgenheit auf der einen Seite, eine Freude an dem, was geschaffen wurde oder was entsteht, und es ist eine Rückkoppelung da. Das ist zwar verrückt, aber ich kann es Ihnen nicht erklären, es spielt sich im Kopf ab irgendwo, also das ist ein Plus und das kriege ich mit einem Neubau nicht hin.

Juliane Kirschbaum, Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees, ist voll des Lobes für soviel Bürger-Sinn. Das lädt zum Nach- und Umdenken ein.

Wir haben Beispiele von Leuten, die das eigentlich gar nicht nötig hätten. Die auch ihr Geld auf den Bahamas ausgeben könnten oder in die Spielkasinos tragen. Und sie tun das nicht, und sie kaufen sich ein Haus und restaurieren das bewundernswert, und ich finde, dass man sie auch gewähren lassen sollte. Ich glaube, dass es nötig ist, dass die Fachleute weiterhin beratend da sind, aber sie können eben eine Baustelle nicht betreuen, so wie es nötig wäre, dazu fehlt die Zeit, dazu fehlt das Geld und vor allen Dingen das Personal, und dass man dann etwas großzügiger sein und sich mal überlegen sollte, wo muss man nun wirklich alle Voruntersuchungen durchführen und strenge Auflagen machen, und wo nicht. Es gibt ja so viele Denkmäler in unserem Lande, die bewohnt werden, die genutzt werden müssen, und da muss man auch den
Eigentümern sagen: Ihr wohnt da drin und ihr dürft es auch so einrichten wie ihr wollt, im Rahmen dessen, dass das Denkmal das Denkmal auch bleibt.


So oder so ähnlich sieht es auch Dagmar Schipanski. Auch die Ministerin fordert mehr Gelassenheit und aktive Unterstützung von den Behörden, wenn es um Auflagen und Regeln beim Denkmalschutz geht.

Ich möchte mal betonen, auch Landesämter sind Dienstleister am Bürger. Und diesen Dienstleistungsgedanken in die Behörden zu bringen, das ist auch ein modernes Anliegen. Und wenn sie Dienstleister sind, dann überlegen sie sich mit dem Nutzer gemeinsam, wie man es machen könnte. Ich will nicht verhehlen, dass mich manche Auflagen auch stören an öffentlichen Gebäuden, so zum Beispiel, ich habe eine Bibliothek in einer Kreisstadt eröffnet, da war ich über die Kosten entsetzt, weil das darauf zurückzuführen war, dass man nur die Urmaterialien genommen hatte, und da muss ich dann schon sagen, das muss man sich überlegen, ob ich das ganze Gebäude so mache, oder nur denkmalpflegerisch eine Wand erhalte, um das zu demonstrieren, so war das. Ich glaube das ist auch ein Spannungsfeld, dem sich unsere Landesämter für Denkmalpflege immer mehr öffnen, und wo man doch gemeinsam nach Möglichkeiten sucht, eben auch eine Nutzung dann vorzunehmen.

Detlef Pflege hat bei der Restaurierung seines Bauernhofs gute Erfahrungen mit der Denkmalpflege gemacht. Da war der neue partnerschaftliche Umgang schon spürbar. Und die fachliche Hilfe hat durchaus geholfen.

Der Vorteil liegt natürlich darin, man überlegt sich dann schon genauer, was gemacht werden muss, die Reihenfolge. Und man überlegt vielleicht auch genauer, was im Beastand bleibt, was man nicht unbedingt saniert, wo man sagt, na gut, da bröselt zwar der Putz ein wenig runter, aber das hat noch zehn Jahre Zeit. Das hat natürlich auch Vorteile, auch für das Denkmal selbst. Also es geht dann schon, wie soll ich sagen, ein bisschen systematischer. Man neigt natürlich dazu, schnell fertig zu werden und möglichst das alles fertig zu haben, aber das ist vielleicht der schlechtere Weg.

Jetzt, nachdem die Hauptarbeit getan ist, hat es sich in der Region längst herumgesprochen, dass der Edelhof Röblitz wieder im neuen Glanz erstrahlt. Ein Schmuckstück mit Vorbildfunktion.

Die Nachbarn waren schon neugierig, was hier passiert, die haben gesagt, och Mensch, was ihr euch hier antut, das ist ja verrückt. Im Endeffekt, wo es dann im Entstehen war, so dass sie gesagt haben, Mensch das sieht schön aus mit den Fenstern, das ist alles eigentlich gut gelungen. Ja und dann kamen auch Leute und sagten, Mensch ich brauche mal einen Rat von euch, ihr habt das so schön hingekriegt, oder ihr habt da ja Ahnung, wie würdet ihr denn das denn machen? Und das passiert, und das ist eine schöne Sache.

Die Kapelle von Schloss Ettersburg besitzt eine berühmte Orgel. Ihr haben schon Goethe und der Weimarer Hof gelauscht, wenn sie nach Ettersburg kamen, um die Sommerfrische zu genießen. Heute braucht es dann doch Phantasie, um sich das galante höfische Leben zwischen den zerfallen Gebäuden ernsthaft vorzustellen.

Gleich nach der Wende wurde das Kuratorium Schloss Ettersburg gegründet, doch engagierte Bürger hatten sich schon in den 80er Jahren um den historischen Ort bemüht, der vor aller Augen zerfiel, weil er keine Nutzung hatte. Hinzu kam, dass gleich um die Ecke ja nicht nur Weimar, sondern auch das Konzentrationslager Buchenwald liegt. Christiane Lieberknecht, Präsidentin des Thüringer Landtags, ist zugleich auch Vorsitzende des Kuratoriums Schloss Ettersburg.

Dieser Ort ist nach wie vor sehr sanierungsbedürftig, sehr unfertig, aber wir haben dann irgendwann gemerkt, wir haben es ja auch mit so viel unfertigen Themen gerade in der deutschen Geschichte zu tun. Und wir haben ja auch festgestellt, es ist ja an so vielen Orten so viel perfekt, so viel einfach vom Feinsten, und wir sind zum Teil auch so satt, dass dieser Ort einfach wohl tut, dass vieles von einem fällt. Und wenn man sich einlässt auf dieses Unfertige und dies sozusagen auch als Symbol nimmt für einen Zustand, wie es einem selber geht, für Gedanken, die man selber hat, worüber man aber auch ganz vorurteilsfrei miteinander ins Gespräch kommt mit anderen, und dafür ist dieser Ort ideal geeignet.

Vor allem die Erfahrungen mit der Europäischen Kulturhauptstadt Weimar haben Christine Lieberknecht nachdenklich gemacht. Viel zu viel Rummel und hinter den frisch renovierten Fassaden fehlt die Substanz, fehlt das gelebte Leben. Weimar als hoch subventionierte Kulisse für Touristen und Kultur-Events. Das soll Schloss Ettersburg nun nicht auch noch passieren.

Wenn der Putz von den Wänden fällt beispielsweise, kommt man auch sehr viel eher zu Wesentlichem. Es ist nicht so oberflächlich, sondern man entdeckt auf einmal Details, die man sonst vielleicht achtlos übergehen würde. Und ich denke, das lässt auch etwas auf die Zustände schließen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, und wo man sich auch ertappt hier und da, dass man eben selber mancher Oberflächlichkeit anheim fällt, und auch da ist dieser Ort ein anderer Ort, ich finde, es ist ein Ort, der auch zu Wesentlichem führt.

Die Entdeckung der Langsamkeit ist also auch ein Thema im Umgang mit unserem baulichen Erbe. Denkmalschutz ist ja nicht dazu da, um schöne Fassaden zu produzieren, hinter denen nichts Nennenswertes steckt. Denkmalschutz ist wichtig, weil es angenehm und befriedigend sein kann, in einem historisch gewachsenen Umfeld zu leben, es zu pflegen und es an die nächste Generation weiterzugeben. Ein Anliegen, das im Freistaat Thüringen ganz offensichtlich auf fruchtbaren Boden fällt.
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