LänderReport
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13.1.2005
Der Ruin
BSE und die Folgen
Von Julia Förster

Hunderttausende Rinder wurden wegen BSE getötet und verbrannt. (Bild: NIAH Japan)
Hunderttausende Rinder wurden wegen BSE getötet und verbrannt. (Bild: NIAH Japan)
Im Jahr 2000 wird beim ersten in Norddeutschland aufgewachsenen Rind BSE diagnostiziert. Der Schock ist groß, denn plötzlich ist der Rinderwahnsinn nicht länger ein vorwiegend britisches Problem. Er hat Deutschland erreicht: Zehntausende Rinder werden notgeschlachtet, die Menschen haben Angst vor Ansteckung und essen kein Rindfleisch mehr. All das scheint Vergangenheit zu sein. Zumindest für diejenigen, die nicht ihre Rinder, ihre Existenz und ihre Zukunft in wenigen Tagen an die Seuche verloren haben. Landwirte aus Niedersachsen gehören zu denen, die mit dem Rücken zur Wand standen.

Nortrup bei Osnabrück.
Hier kennt jeder den Weg zum Hof der Kempers, einer alt eingesessenen Familie, Bauern aus Leidenschaft und Tradition. 285 Rinder stehen in ihrem großen, gepflegten Stall.

Was man diesem Hof heute nicht mehr ansieht ist der Albtraum, der hier vor gut vier Jahren - zu Weihnachten 2000 - begann. Ein Albtraum, der den Kempers falsche Verdächtigungen und Diffamierungen, hundertfachen Tod und Jahre echter Knochenarbeit beschert hat.

Tagesschau: Guten Abend meine Damen und Herren - erstmals ist bei zwei in Deutschland geborenen Rindern mit großer Wahrscheinlichkeit die Seuche BSE entdeckt worden.

Der Hof der Kempers ist der erste in Niedersachsen, auf dem Rinderwahnsinn diagnostiziert wird. Es begann an einem Tag, der eigentlich ein besonders schöner werden sollte:

Oliver Kemper: Wir haben eine Kuh weggetan, die musste zum Schlachter und das war halt am 21. Dezember und beim Schlachtbetrieb wird die dann geschlachtet und wie es damals schon üblich war, der BSE-Test gemacht. Und am 23. Dezember abends, ja spätnachmittags kam hier der Kreistierarzt und hat uns gesagt, dass der erste BSE-Test halt positiv war, ieser Schnelltest, ja und dann standen wir hier, so makaber es klingt, mein Vater hatte an diesem Tag, dem 24. Dezember, auch noch Geburtstag, wir hatten Gäste eingeladen, weil immer halt reingefeiert wird und wir waren alle bedrückt und durften halt nichts sagen, wurden extra darauf hingewiesen, dass wir nichts sagen dürfen. Aber andererseits gesehen, wir haben andere Politiker, die dieses ja auch mitkriegen und die haben gleich den Mund aufgerissen - Oh - hier ist was los - und am 24. abends waren eigentlich schon die ersten Presseleute hier.

Die Medien reagieren hektisch. Denn die allererste BSE-Erkrankung eines in Deutschland geborenen Rindes liegt erst vier Wochen zurück. Und jetzt dieser BSE-Verdacht auf dem Hof der Kempers …
Die Bilder von der Verbrennung tausender Tierkadaver in Großbritannien stehen den Menschen noch gut vor Augen.

Die Krankheit:
Auslöser von BSE sind so genannte Prionen, krankhaft veränderte körpereigene Eiweiße, die vom Darm ins Gehirn wandern. Dort angekommen infizieren sie - wie bei einer Kettenreaktion - das gesunde Eiweiß und zerstören es. In den Gehirnen kranker Tiere finden sich kleine Löcher, die von den abgestorbenen Nervenzellen stammen.
Schon seit dem 18. Jahrhundert ist in Großbritannien eine ähnliche Erkrankung bei Schafen bekannt, Traberkrankheit oder englisch Scrapie genannt. Mitte der 1980er Jahre erkrankten dort auch die ersten Kühe am Rinderwahnsinn. Es wird vermutet, dass die Krankheit durch das Verfüttern von Tiermehl die Artengrenze überwunden hat.
Aus Sicherheitsgründen ist es seit 1994 EU-weit verboten, Tiermehl an Wiederkäuer zu verfüttern.

Oliver Kemper und seine Eltern warten noch auf das endgültige Testergebnis aus Tübingen, da hat sich die Maschinerie schon in Gang gesetzt: Die Presse wird tagelang vor dem Hof campieren. Und Beschuldigungen sind schnell zur Hand: den Bauern wird vorgeworfen, verbotenes Tiermehl verfüttert zu haben.

Statt besinnlicher Weihnachtstage erleben die Kempers den Horrortrip ihres Lebens: Der Hof wird wie ein Tatort abgesperrt, sämtliche Rinderpässe werden beschlagnahmt und die Futtermittelzulieferer werden überprüft.

Bei der ganzen Aufregung geht später unter, dass keine Unregelmäßigkeiten und kein verbotenes Tiermehl entdeckt werden.

Oliver Kemper: Wir möchten eigentlich nicht mehr soviel daran zurückdenken - der emotionale Druck war sehr groß, der durch die Presse kam, hier kamen ständig Anrufe, man möchte sehen, wie der Bauer vor seiner weidenden Herde steht. Und das hat uns sehr, sehr stark belastet damals. Mit der Belagerung, die hier stattgefunden hat, muss ich sagen, das war nicht okay. Da war einfach Polemik da, da wurden Sachen gefragt und gemacht, die eigentlich nicht in Ordnung waren.

Ab sofort ist alles, was Kempers tun, für die Katz.
Dem Hof wird jede wirtschaftliche Grundlage entzogen. In den Ställen stehen 270 Tiere. Eine über Jahre gezüchtete Herde. 50 der Tiere sind Milchkühe, die natürlich auch weiterhin morgens und abends gemolken werden müssen.
Mehr als tausend Liter Milch täglich werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen abtransportiert, getrocknet und schließlich verbrannt.

Kempers vergraben sich in den nächsten Tagen in ihrer Angst, Nachbarn riegeln bis zum endgültigen Testergebnis aus Tübingen wütend den Hof vor der Presse ab.

Das Ergebnis kommt am 28. Dezember. Der damalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels verliest es auf einer Pressekonferenz.

Uwe Bartels: Die versandte Gehrinprobe des Rindes mit der Bezeichnung PA 2000-1499 wurde mittels des zur BSE-Diagnostik vorgeschriebenen Immunoblod auf krankheitsassoziiertes Prionenprotein untersucht. Ergebnis: In den Proben des oben genannten Tieres konnte im Immunoblod BSE-typisches Prionenprotein eindeutig nachgewiesen werden. Damit steht nun definitiv fest, dass das Rind BSE erkrankt war. Dies Ergebnis ist uns wie gesagt schriftlich zugegangen, wir haben sofort den Landkreis Osnabrück darüber informiert, fernmündlich. Der Landkreis Osnabrück ist zurzit unterwegs zu dem Betrieb und (Pause) und wird den Landwirt informieren.

Das Ende für Kempers gesamte Herde. Eine Woche später werden die Tiere abtransportiert.

Alle 270 Rinder werden sterben. Die Landwirte sind bis ins Mark getroffen. Sie sind am Tag des Abtransportes nicht auf dem Hof - die Nachbarn nehmen ihnen diese schwere Last ab.

Oliver Kemper: Unsere Nachbarn sind sofort hierhin gegangen und da wir zu den Kühen - ja - man hat ein relativ enges Verhältnis dazu - man steht nachts auf, guckt nach den Tieren, ob sie kalben oder sonst irgendetwas ist und andererseits behandelt man sie noch und anderntags sollst du sie wegtun, alle - da haben die gesagt, nene, das müsst ihr nicht selber machen, das machen wir.

Die Politik:
Die Bundesregierung erlässt ein Gesetz, das die Verfütterung von Tiermehl unter Strafe stellt - zusätzlich zum EU-Tiermehl-Verbot von 1994. Dieses Gesetz hat die kürzeste Entstehungszeit in der Geschichte der BRD: Die Gesetzesvorlage liegt vor, vier Tage nach Bekanntwerden des ersten BSE-Falls bei einem in Deutschland geborenen Rind; weitere vier Tage später, es ist der 2. Dezember 2000, tritt es in Kraft.

Tier für Tier wird getötet. Aus den abgetrennten Köpfen werden Proben aus dem Kleinhirn genommen. Die Kadaver werden vollständig verbrannt. Ergebnis: Kein weiteres Tier hatte BSE.

Oliver Kemper: Es sind Sachen gemacht worden, die werden nur gemacht um die Gemüter zu beruhigen - warum muss eine ganze Herde abgeschlachtet werden, wenn ein Tier krank ist, die sowieso nicht mehr in der Milchleistung steht. Kälber, wo man nach zwei Jahren sowieso erst feststellen kann, dass die - ob die BSE haben oder nicht und es werden sowieso alle Tiere geschlachtet - wenn Tiere geschlachtet werden, wird ein BSE-Test gemacht. Da kann überhaupt durch dieses engmaschige Netz nichts durchkommen. Aber trotzdem musste ja alles tot gemacht werden.

Fünf Tage, nachdem die Herde der Kempers abtransportiert worden ist, wird der zweite BSE-Fall in Niedersachsen diagnostiziert: in Klein Hehlen bei Celle, auf dem Hof von Sabine und Friedrich Lodemann. Kuh Rilke hat den Erreger, der das Hirn weich macht.
Morgens melken die Bauern noch, abends können sie die Milch wegschütten.

Doch jetzt gehen die Landwirte in die Offensive. Rund 1500 wütende Bauern versammeln sich auf dem Hof der Lodemanns, weil sie die Nase voll haben von den Verdächtigungen und den Massenschlachtungen.

Einer der Demonstranten ist Klaus Wiswe, Landrat im Kreis Celle.

Klaus Wiswe: Es ist einfach Unsinn, einfach da so zu reagieren, dass man rigoros sofort alle Tiere umbringt und danach feststellt, es waren alle gesund - das ergibt keinen Sinn. Ich kann das noch verstehen beim ersten, beim zweiten, oder dritten Fall, aber dann muss man doch irgendwann mal merken - Moment, wir kommen so nicht weiter.

Ein paar Tage später sind auch die 105 Rinder der Lodemanns tot, BSE wird bei ihnen nicht gefunden. Auch ihr Stall steht jetzt leer, ein Zustand, den Sabine Lodemann damals nur schwer erträgt.

Sabine Lodemann Januar 2001: Es gehen einem wahnsinnig viele Gedanken durch den Kopf, wir sind ganz viel am überlegen, wie wir weitermachen. Wenn man sieht, dass alles leer ist, mit keiner Gewissheit, wie es weitergeht, dann wird mir schon ganz schön flau. Mit gutem Gewissen kann ich nicht wieder anfangen, die Situation ist bedrückend.

Oliver Kemper: Große Hilfe - zugesagt haben sehr viele was, bloß gemacht hat kaum einer was - nech - große Hilfe - wir waren halt in der Lage, dass wir uns selber helfen konnten. Es gibt halt eine Seuchenkasse, die den Schaden ersetzt - Aber das ist eine Kasse, da zahlen wir auch ein. Das ist genauso wie eine normale Haftpflichtversicherung, wo ich eine Leistung raus her bekomme und bei uns wurde angeordnet, dass die Tiere getötet wurden und da hat die Tierseuchenkasse einzuspringen und das ist normal, da hat kein Politiker irgendwas dran zu sagen - ansonsten hatten wir uns selber durchgeschlagen.!

Auch politisch ist die Situation zu Beginn des Jahres 2001 prekär. Die ersten Köpfe rollen. Bundeslandwirtschaftsminister Karl Heinz Funke muss zurücktreten und mit Renate Künast an der Spitze des neuen Verbraucherministeriums soll die Agrarwende eingeleitet werden. Die Parole damals heißt: Weg von den Agrarfabriken - hin zu BSE-sicheren Bioprodukten.

Die Verbraucher:
Rindfleisch bleibt an der Kasse liegen; die Verbraucher haben Angst: Denn in Großbritannien und Frankreich sind über 90 Menschen an einer neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit gestorben. Es wird vermutet, dass diese Krankheit durch BSE-verseuchtes Fleisch beim Menschen ausgelöst wird.
Der Rindfleischmarkt ist am Boden.

Für den heute zweiunddreißigjährigen Oliver Kemper und seine Eltern Anita und Hermann ist trotz allem immer klar: Alles, was sie besitzen und im Laufe ihres Lebens aufgebaut haben, steckt in ihrem Hof. Seit 1858 haben die verschiedenen Generationen der Familie hier Landwirtschaft betrieben. Es gibt nur eine Alternative und die heißt: Weitermachen!

Oliver Kemper: Wir haben eigentlich nie gedacht, dass wir aufhören wollten - Man hatte in den Betrieb investiert. Das musste weitergehen, da haben wir nie eigentlich einen Gedanken daran verschwendet - wir sind alle, meine ganze Familie, gerne Landwirte, wir arbeiten gern mit Tieren zusammen auf dem Hof und deswegen haben wir eigentlich nie - ich sage nie! - einen Gedanken daran verschwendet.

Der Markt:
Die EU startet im März 2001 ihr Aufkaufprogramm: insgesamt werden es 400.000 Rinder sein, die in Deutschland mit EU-Geldern gekauft werden, um dem Fleischüberangebot entgegenzuwirken. Alle Tiere werden getötet und verbrannt. Das Tiermehlgranulat wird zum Heizen in Kraftwerken und Zementfabriken eingesetzt.
Europaweit werden so etwa 1,5 Millionen Rinder zu Brennstoff.

Oliver Kemper: Es ist so, wenn man keine Tiere im Stall hat, verdient man kein Geld und da wir darauf angewiesen sind halt von diesem Betrieb zu leben, mussten wir auch so schnell wie möglich wieder einstallen und es kostet einfach Geld, eine Herde wieder so zu bekommen, die man hat - nech - mit den Kühen, mit den Jungtieren, die dahinter liegen, bis man alles wieder so voll hat, gehen zwei Jahre - wenn nicht noch länger, drei Jahre dahin. -nech - Die Tiere, die man zukauft, die schlagen nicht immer ganz so ein, müssen vielleicht auch wieder verkauft werden oder man kauft sich auch Krankheiten ein, die man dann nachher hat, von denen man vorher überhaupt nichts wusste!

Nur wenige Wochen nach dem Tod seiner Herde kauft Oliver Kemper neue Tiere auf dem Viehmarkt. Die Tierseuchenkasse hat zwar den Fleischpreis der toten Tiere erstattet, doch auf dem Einnahmeausfall aus Milchverkäufen und dem wahren Wertverlust seiner Herde bleibt der Bauer sitzen.

Bald stehen wieder die ersten 50 Tiere im Stall der Kempers. Schon am nächsten Tag verkaufen sie die erste Milch. Der Kampf ums Überleben geht in die nächste Runde.

In Niedersachsen gibt es im ganzen Jahr 2001 nur 17 BSE-Fälle: das ist keine Massenseuche. Langsam verebbt die Panik - mit zwei direkten Auswirkungen: nicht mehr die ganze Herde, sondern nur noch die Kohorte wird getötet - das heißt die infizierte Kuh, ihre direkten Nachkommen und ihr gesamter Jahrgang.

Bei den Lodemanns aus Klein Hehlen hätten mit dieser Regelung statt 105 nur 24 Rinder notgeschlachtet werden müssen.
Bei Oliver Kemper wären sogar nur fünf statt 270 Tiere gestorben. Das kranke Tier hatten Kempers als Kalb zugekauft, es hatte keine Geschwister auf dem Hof.

Außerdem werden die Namen der betroffenen Landwirte nicht mehr veröffentlicht. Für Bauer Kemper bedeutet das: bei ihm hat das Schicksal besonders hart zugeschlagen.

Oliver Kemper: Ja sicher, wenn man ein halbes Jahr später gewesen wäre, da war ja schon die Kohorte da, also dass die Kohorte geschlachtet wurde und ich weiß nicht wann es kam, dass die Sache anonym geblieben ist. Hier im Nachbarort sind in dem Jahr auch noch zwei Betriebe gewesen, die BSE hatten. Da ist nichts hinter gekommen. Keiner wusste es oder nur eine begrenzte Anzahl an Leuten und wäre das gewesen und man hätte weiter gemacht, da wäre mit Sicherheit einiges anders gelaufen.

Die Kempers haben sich entgegen aller schlechten Prognosen von damals durchgekämpft. Nachbarn, Freunde und Verwandte haben ihnen den Rücken gestärkt und beim Durchhalten geholfen. Die Herde hat heute, vier Jahre danach, wieder die Größe von damals.

Die Lodemanns brauchten etwas mehr Zeit, bis sie bereit waren, sich wieder Rinder anzuschaffen. Aber auch sie haben weitergemacht. In der Öffentlichkeit möchten sie sich, nach der Belagerung damals, heute nicht mehr äußern.

Oliver Kemper erinnert sich auch an Gutes, dass er aus der Krise gezogen hat:

Oliver Kemper: Das hat uns sehr gestärkt, dass wir Bauern hier zusammenhalten. Und das war eigentlich das, was wir positiv mitgenommen haben aus der ganzen BSE-Krise. Dass man durch Zusammenhalt sehr viel bewirken kann, jedenfalls für unseren Betrieb hier gesehen. Also, ich gehe jetzt nicht jeden Morgen in den Stall und denke, wenn ich ein Tier weggeben muss --oh Gott, das könnte jetzt BSE haben - mit der (lacht) gehe ich nicht in den Stall.

Die Forschung:
BSE ist eine noch immer eine rätselhafte Infektionskrankheit, deren Mechanismen weder mit Virus- noch mit bakteriellen Infektionen vergleichbar sind. Die Diagnose erfolgt über den BSE-Test, der nur am toten Tier möglich ist. Jedes geschlachtete Rind, das älter ist als 24 Monate, muss in Deutschland getestet werden.
Forscher unter anderem in Göttingen arbeiten seit Jahren daran, einen Bluttest für die Diagnose am lebenden Tier zu entwickeln.
Experten schätzen das Ansteckungsrisiko für Menschen als sehr gering ein.

Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 66 neue BSE-Fälle bestätigt, 14 davon in Niedersachsen. Die Erfahrung der letzten vier Jahre scheint zu belegen, dass BSE zwar eine heimtückische Krankheit ist, dass man aber nicht damit rechnen muss, dass sie zu einer Seuche britischen Ausmaßes mutiert.

Auch Oliver Kemper hat aus seinen Erfahrungen gelernt: zum Beispiel, dass falsche Vermutungen über Ansteckungswege oder auch Verdächtigungen, die Bauern hätten beim Tierfutter geschlampt, im Raum stehen bleiben, wenn keiner, der es besser weiß, widerspricht: Sollte er allem Optimismus zum Trotz noch einmal BSE auf dem Hof haben, würde er wahrscheinlich anders reagieren.

Oliver Kemper: Mmh, Ich würde mich vielleicht mehr an der öffentlichen Aufklärung beteiligen, weil vieles oft in ein verkehrtes Licht gedrängt wird. Es wurde gesagt, es liegt am Milchpulver, was überhaupt nicht bestätigt war. Und das sind alles so Sachen, die uns eigentlich wohl geärgert haben! Weil' nicht stimmt.

Von Politikern wünscht er sich, dass sie in Zukunft auf solche Krisenszenarien etwas umsichtiger reagieren.
Auch ihr Vorgehen, das manchmal im Widerspruch zum Rat der Experten stand, hat dazu beigetragen, dass für Oliver Kemper - auch vier Jahre danach - BSE noch lange nicht nur irgendein Kürzel ist.

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