LänderReport
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31.1.2005
Zurück zu den Wurzeln
Deutsch-Amerikaner forschen nach ihren Vorfahren
Von Gisela Keuerleber

Leuchtturm in Ostfriesland (Bild: AP)
Leuchtturm in Ostfriesland (Bild: AP)
Viele Ostfriesen suchten im 19. Jahrhundert ihr Glück in Illinois, im mittleren Westen der USA. Im Jahr 1880 wanderte Dina Stein mit ihrer Familie aus. Über 120 Jahre später sucht ihre amerikanische Ururenkelin mit Hilfe ihrer Töchter und einer Oldenburger Reiseagentur die Spuren der Vorfahrin. Sie hofft, jenes Dorf zu finden, aus dem Dina damals auswanderte, die Kirche, in der sie getraut wurde, vielleicht Hinweise auf Familienmitglieder.

Chor: Ihr Freunde, wer will sich noch quälen?
Denn in Amerika ist's gut! O lasst den Wanderstab uns wählen,
ziehen fort mit heiterm Muth
man hat ja nichts als Leid und Schmerz,
dort aber jubelt jedes Herz
und freudig tönet ein Hurrah
durch's schöne Land Amerika!


Der Traum vom schönen Land Amerika! Der Traum unzähliger Deutscher, im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert. Millionen Handwerker, Bauern, Knechte und Mägde verließen auf Segel- und Dampfschiffen ihre Heimat. Sie begaben sich auf eine gefährliche und ungewisse Reise in die neue Welt. Es lockte sie die Sehnsucht nach Freiheit und der Traum, das Leben in die eigene Hand nehmen zu können, der Traum von einem eigenen Stück Land. Amerika.

Chor: Ich ziehe fort,
bald bin ich da
im schönen Land Amerika.


Wolfgang Grams: Kochmann, no, it‘s spelled with a K, K o c h m a n n, (buchstabiert englisch), Susan: Oh, wow, just to learn that, that's amazing. We found out, She was born in Aurich, and her last residence was in Kirchdorf. And that is a small place.... Sometimes we found her listed as Deta, Tina, and Dena. (Frauen oh, really! )

Deutsch-Amerikaner auf den Spuren ihrer Vorfahren. Die Reise in die Vergangenheit führt Ardeane Sites nach Ostfriesland. Sie ist gerade 80 Jahre alt geworden, ihr Mann Bob und ihre drei Töchter begleiten sie. Ardeane hat eine deutsche Urgroßmutter, über die will sie mehr erfahren.

Bei der Recherche in alten Kirchenbüchern und Archiven wurde der bisher unbekannte Geburtsname der Urahnin gefunden, Dina Stein, geborene Kochmann. Dina Stein wanderte 1880 nach Amerika aus. Ihr Mann Anton verließ sie kurze Zeit später. Alleine mit sechs Kindern meisterte diese Frau in der neuen Welt ihr Schicksal.

Die Familiengeschichte erforschen - der Wunsch vieler deutschstämmiger Amerikaner. Mit Hilfe des Internets, deutscher Forschungsinstitute oder auf eigene Faust. Sie durchforsten Telefon- und Adressbücher, um Namensvettern zu finden und hoffen auf diese Weise weiterzukommen. Ein mühsames und oft erfolgloses Unternehmen. Ardeanes Familie stieß vor zwei Jahren in einem Mitteilungsblatt ihrer Kirche in Illinois auf eine Annonce von Wolfgang Grams aus Oldenburg. Er bietet mit seiner Agentur "routes to the roots" - also Wege zu den Ursprüngen - einen perfekten Service für solche Reisende. Auf Anfrage recherchiert er die Familiengeschichte, sucht nach früheren Geburts- und Wohnorten und spürt der Auswanderungsroute der betreffenden Vorfahren nach. Hat Grams genügend Informationen stellt er eine Reise für die amerikanischen Besucher zusammen, die mit ihm auf Spurensuche gehen.
Lagebesprechung beim Frühstück im Hotel:

Grams: The church where Anton and Tina were married, that is the Lamberti-Chruch, and … That is right here in the neighborhood, so maybe you want to go inside... and thepeople had done some investigations on the church records for you , so that would be our agenda for today.And there is a museum , the doerp -museum. They show farmlive in the 19 th century.we can have a tea there. And for the afternoon, and that have to be done today. And also we have her parents (Frauen der Ohnmacht nahe: oh, ah, ) and her father was Jakob Geilen Kochmann (Frauen: Oh, wow) and her mother was Gesche Harms. We had not been able to get deeper into the family history, but this would be the chance to dig deeper.

Die Kirche, in der Anton und Tina getraut wurden, ist die Lamberti-Kirche. Und das ist hier gleich um die Ecke, vielleicht wollt ihr hineingehen? Die Leute dort haben auch in den Kirchenbüchern etwas herausgefunden. Also das wäre ein Programmpunkt für heute.

Und außerdem haben wir die Namen der Eltern von Dina Stein. Ihr Vater war Jakob Geilen Kochmann und ihre Mutter war Gesche Harms. Wir konnten noch nicht weiter in die Familiengeschichte vordringen, aber so haben wir eine Chance, weiterzusuchen.


Wolfgang Grams stellt die Reisen für die amerikanischen Besucher so zusammen, dass sie ihre Familiengeschichte eingebettet in historische Abläufe erfahren. Der Anspruch seines etwas anderen Tourismus-Konzepts:

Grams: Ich versuche, das Reisen als eine andere Mitteilungsform zu entwickeln. Man kann über akademische Arbeiten Bücher schreiben, man kann Ausstellungen organisieren, das machen wir auch, aber man kann auch auf Reisen gehen, auf Touren gehen. Und dann wird das ne neue Mitteilungs- und Lernform. Und da anspruchsvolle Formen zu finden, die an der Schnittstelle zu Sightseeing und historisch-kulturellem Lernen funktionieren und sich auch am Markt behaupten und noch Spaß machen, das ist eigentlich das, was wir versuchen zu schaffen.

Ein weites grünes Land mit roten Häusern, ab und zu eine alte Windmühle, das ist der erste Eindruck, den die Besucher haben. Ardeane und ihre Familie lernen einiges über die ostfriesischen Vorfahren: Immer wieder von den Gewalten der Natur bedroht, mussten sie Deiche bauen, die Höfe standen auf einem mühsam von Hand aufgeschütteten Hügel, dem Moor wurden die kargen Erträge buchstäblich abgerungen, die Reformation nahmen die unabhängig denkenden Ostfriesen mit Begeisterung auf.

Spurensuche eins:
Eine Fahrt nach Kirchdorf, dem Dorf, aus dem die Urgroßmutter von Ardeane stammt. Dort lebte die Vorfahrin mit ihrem Mann, einem einfachen Arbeiter. Das Häuschen gibt es nicht mehr, aber es ist eine alte Kate zu sehen im Schatten der großen ostfriesischen Gehöfte mit schweren Reetdächern, von stolzen Lindenbäumen umsäumt.

I took a panoramic already, now I take a regular shot…

Ein Foto, schnell ein paar Lindenblätter als Souvenir einstecken und dann der Versuch einer Zeitreise: 130 Jahre zurückdenken.
Hier haben also die Vorfahren gewohnt, in einem dieser kleinen Landarbeiter-Häuschen, denn sie waren arm, Anton und Dina mit ihren sechs Kindern. Über diese Wiesen und Felder könnten sie gegangen sein, hier könnte vielleicht die Schule von Dina gestanden haben. Die Töchter und die Mutter Ardeane sind bewegt, alte Erinnerungen kommen zurück.

ArdeaneIt has been a wish for so many years that we could do this,, all the bits I have heard from my grandparents and it fits in it.
Fr. Do you know any German songs or prayers, they told you, or your mother told you?
Oh, the one that we have, Come Lord Jesus and. Abba lieber Vater Amen.
Did she cook some German Dishes? My grandmother made such a good roastbeef in a granet pan like it was really brown outside, crispy and good inside. And her apple pancakes were,oh I haven't ever tasted any like this.. I would go to her house at lunch-time and she got a big apple pancake ready for me. Big chunks of apples on it.
Who spoke German in your family? My mother. And she still could understand but there was no one she could talk German to.


Diese Reise war schon so lange ein Wunsch von mir. Und alle Details, die ich von meinen Großeltern hörte, fügen sich hier zu einem Ganzen zusammen.
Kennst du noch deutsche Lieder oder Gebete von deiner Mutter?
Oh, da ist das eine "Komm Herr Jesus, sei unser Gast" und "Abba, lieber Vater, Amen".
Hat deine Mutter noch deutsche Gerichte gekocht?
Meine Großmutter machte einen köstlichen Rostbraten in einer Gusspfanne. Und der war außen ganz braun und knusprig und innen sehr gut. Und ihre Apfelpfannkuchen - oh, ich habe nie wieder so köstliche wie ihre gegessen. Ich ging um die Mittagszeit zu ihr und sie machte mir einen Apfelpfannkuchen mit großen Apfelstücken drauf.
Wer sprach in eurer Familie deutsch?
Meine Mutter. Und sie konnte es auch verstehen, aber es gab keinen, mit dem sie Deutsch sprechen konnte.
Aber sie hat deutsche Lieder gesungen.


Den Töchtern stehen Tränen vor Rührung in den Augen. Sie haben ihre Mutter noch nie dieses deutsche Kinderlied singen hören.
Rückfahrt nach Aurich. Dort, in der evangelischen Lamberti-Kirche, waren die Urgroßeltern getraut worden.

Spurensuche zwei:
Die Familie besichtigt die Kirche: Ein fast großstädtisch anmutender Bau aus dem Jahr 1834. Hell, schlicht, wenig Schmückendes außer dem Altarbild aus dem 16. Jahrhundert. Hier, so erläutert Wolfgang Grams, wurden die Vorfahren getraut.

Die Übergabe der Kopie des Kirchenbuch-Eintrags aus dem Jahr 1868 gerät zum feierlichen Akt. Jeder ist mit seinen Gedanken beschäftigt und stellt sich vor, wie das junge Paar später auf die Idee gekommen sein mag, die vertraute Umgebung für immer zu verlassen.

Unser waren sechs Kinder. Es gab eine alte, zweischläfrige Bettstelle, die vor Altertum zusammengebunden war mit einem Strick. Und eine kleinere Bettstelle, in der wir Kinder schliefen. Die eine Hälfte mit dem Kopf nach oben, die andere mit dem Kopf nach unten, in beiden Betten. Wegen des geringen Verdienstes bestand die Ernährung hauptsächlich aus Schwarzbrot, später auch aus Kartoffeln aus dem eigenen Stück Garten. Fleisch kam so gut wie nie auf den Tisch. Wir hatten nichts zu beißen und brechen. Ich kann sagen, dass wir nicht satt wurden und zu schlechtes Essen bekamen, um uns entwickeln zu können. So litt ich mit 14 Jahren bereits stark an Gicht.

Ein Bericht aus dem 19.Jahrhundert. Ein Kinderschicksal von vielen, gehörte die Familie nicht zur wohlhabenden bürgerlichen Schicht.

Arbeiter, verarmte Bauern, Tagelöhner und Mägde - war man arm geboren, gab es keine Aussicht auf Besserung. Ein Leben in Armut war vorgezeichnet. So auch das Leben von Dina und Anton Stein.

Grams: Die meisten, die weggegangen sind, hatten den Lebenstraum, Besitzer eines kleinen Stückchens Land zu werden. Und auf eigenem Grund und Boden arbeiten zu können. Das war ihnen hier unmöglich. Aber drüben in Amerika konnte man auch für einfache Arbeiten im Kanalbau, oder in der Landwirtschaft oder bei der Eisenbahn als Knecht ein Dollar pro Tag verdienen, in Deutschland verdiente man 15 oder 20 Taler oder Dollar im Jahr, da konnte man drüben vielmehr verdienen als hier.

Ganze Dörfer suchten ihr Glück in Amerika. Ostfriesen, Pfälzer, Hessen, Badenser und Württemberger. Armut oder politische oder religiöse Unterdrückung waren die Gründe. Nach der gescheiterten Revolution 1848, mit der demokratische Ideen vorerst begraben werden mussten, nahmen politisch Verdächtige oder Verfolgte Zuflucht in Amerika. Viele der so genannten 48er versuchten zunächst ihr Glück als Farmer, wie die meisten ihrer Landsleute. Sie scheiterten jedoch und wurden als "latin farmer" verspottet. Denn diese Intellektuellen hatten zwar eine hervorragende akademische Bildung, aber keinerlei praktischen Kenntnisse. Und so kam es, dass viele 48er im Bildungswesen oder im Journalismus arbeiteten.

Ein Emigrantenlied eines berühmten politischen Flüchtlings: Hoffmann von Fallersleben, der 1841 das Deutschlandlied schrieb, wenige Jahre später wegen seiner republikanischen Gesinnung nach Amerika flüchtete. Nach zwei Jahren - als er rehabilitiert wurde - kehrte er in die Heimat zurück. Er verfasste eine Sammlung deutscher Emigrantenlieder, die als "Texanische Lieder" erschienen.

Mit den Deutschen kamen Gesangsvereine und Turnvereine, die Biergartenkultur, Kindergärten, die gut ausgebildeten Handwerker und Ingenieure, Wissenschaftler und Künstler in die Neue Welt.

Der Einfluss der Deutschen auf die Kultur des entstehenden Amerika im 18. und 19. Jahrhundert war lange unbeachtet geblieben. An den Universitäten im Mittelwesten gibt es aber nun Forschungsprojekte, die dieses Thema aufgreifen. Auch die deutschstämmigen Amerikaner selber beschäftigen sich mehr und mehr mit ihrer Herkunft.

Gespräch: Ah, the lowest point (Karte raschelt) is somewhere here, close to Emden, somewhere here, close to Repsum an Midlum. Thats the lowest point of Germany, ir's 2 meters below sealevel. Susanne: So are these people in danger of the ocean?
No, but they used to be, there was always be flooding, and there is a dike...


Wolfgang Grams zeigt den amerikanischen Besuchern auf der Landkarte die verschiedenen Landschaften Ostfrieslands: Geest, Marschland, Moor. Der tiefste Punkt Deutschlands weckt Erstaunen: Wow, zwei Meter unter dem Meeresspiegel? Da werden sie übermorgen - an ihrem freien Tag - hinfahren.
Alle sitzen müde und durstig in der Gaststätte des Freilicht-Museums Moordorf. Dort erklärt ihnen Wolfgang Grams, wie das bäuerliche Leben des 19. Jahrhunderts in ostfriesischen Dörfern aussah. Jetzt ist Zeit für eine Stärkung. Die klassische ostfriesische Tee-Zeremonie:

Let's go for the tea. It all starts with Kluntjes, (Geräusch - Tassen, Zucker) rock candy, (Frauen alle): Oh, yeah, rock candy. Did grandma have rockcandy. (Ardeane): Oh, yes. Oh! Rock candy my goodness. (Grams): Take something home if you like. (immer Geräusch der Tassen und Löffel)
Ja, make it really sweet.


Und wieder kommen Erinnerungen zurück: Im Haus der deutschstämmigen Urgroßmutter und der Großmutter gab es immer Kluntjes oder Kandiszucker; Jetzt erst wird den Nachfahren klar: Die alte Tee-Tradition stammt aus der ostfriesischen Heimat. Die Vorfahrin lebte mit ihren sechs Kindern ein bescheidenes und einfaches Leben. Ardeane erinnert sich noch an das kleine Haus, mit drei Zimmern, in dem die Urgroßmutter die letzten Jahre lebte. Sie weiß nicht, wie sich die 43-jährige Frau mit sechs Kindern, vom Ehemann verlassen, nach ihrer Ankunft in der Neuen Welt einrichtete und überlebte.

Die Geschichten der Erfolgreichen sind hingegen gut dokumentiert. Die Geschichten der weniger Erfolgreichen, derjenigen, die trotz harter Arbeit knapp ihr Auskommen verdienten, diese Geschichten sind in Briefen festgehalten.

Sie spiegeln das Schicksal der Mehrzahl der Auswanderer wieder.

Meine Frau hat das Heimweh. Sie weint Tag und Nacht und sagt, wären wir noch einmal in Deutschland. Ich hab den Sommer hindurch hart arbeiten müssen, für die Reiseunkosten. Hier auf dem Lande ist mein Geschäft nicht viel wert. Aber die Wagenmacher verdienen hier viel Geld, man muss aber Englisch sprechen können, das ist die Hauptsache. Ich werde mir Mühe geben. Ich kann schon viel, aber noch nicht alles. Hier im Lande wird alles per Du angeredet, mag sein wer will, ob es der Präsident ist oder Pastor, man braucht nicht die Mütze zu ziehen, vor keinem. Es heißt aber auch hier, wenn man hier an einem fremden Tisch ist, help yu selfs. So auch in andern Sachen. Wer hier nicht schafft, der ist nichts.

Just to give you an example this passport ... traveling with, travelling. (Grams) Wir haben jetzt einen Reisepass ausgestellt, und zwar hier auf einem Formular allerdings übersetzt, wie es im Königreich Hannover gebräuchlich war. Und das musste ausgestellt werden für alle, die legal aus Deutschland ausreisen wollten. Es wurde nicht gebraucht, um in Amerika einzureisen, sondern um aus Deutschland auszureisen.

In der ältesten Kneipe von Aurich. Eine Tafel kündigt die Spezialitäten des Hauses an: starke Schnäpse, die Küstennebel und Friesengeist heißen. Wir sitzen an einem langen, weißgescheuerten Holztisch. Und Wolfgang Grams stellt den Besuchern ihre "Routes to the roots"-Reisepässe aus. Heute ein Souvenir, früher ein wichtiges Dokument, um die Ausreise-Erlaubnis zu belegen.

Grams: Und vorausgegangen war ein Prüfverfahren, ob die jungen Männer Wehrdienst abgeleistet hatten, ob jemand am Ort unversorgt zurückbliebe - Kinder, Frauen, alte Leute. Auch wurde geprüft, wie viel Geld mitgenommen wurde. Und dann, nach diesem Prüfverfahren, hat man den Reisepass bekommen, und meist ging damit einher der Verlust der Staatsbürgerschaft.

Die amerikanischen Besucher sind beeindruckt. Und wieder schweifen die Gedanken zurück: Vielleicht saßen die Vorfahren - ebenso wie sie jetzt - in einer Kneipe, verabschiedeten sich von Freunden und tranken ihr letztes Bier vor der Überfahrt in die Neue Welt.

Grams: Die haben alle getrunken, es gab überall fare-well-parties. Die waren je nach Geldbeutel und nach Ausmaß der psychischen Belastung unterschiedlich. Aber der Abschied der gehörte zu den Erfahrungen, die jeder Emigrant gemacht hat.
Für fast alle, die mit Segelschiffen gefahren sind, also bis in die 1860er, ja fast in die 70er Jahre, war das ein Abschied auf Nimmerwiedersehen. Für die war das eine Lebensentscheidung, die getroffen wurde. Oder zu der man gezwungen war.
Und wenn die weggingen, da kann man heute schwer feststellen, mit welchen Gefühlen die weg ingen. Im Englischen sagt man, es war eine bitter sweat experience, ja so etwas wie bitter-süße Erfahrung, eine Mischung zwischen Hoffnung und Befürchtung und Beklemmung. Und davon waren sicher die Abschiedsparties gekennzeichnet.


Gebt mir eure müden, eure armen,
eure gehäuften Massen voll Sehnsucht, frei zu atmen,
den elenden Auswurf eures überquellenden Lands.
Schickt sie, die Heimatlosen, sturmgepeitscht zu mir,
ich halte meine Fackel hoch am goldenen Tor!


Die Inschrift auf der Tafel der Freiheitsstatue - Millionen Deutsche weinten bei ihrem Anblick Glückstränen, wohl auch Tränen der Trauer um die verlorene Heimat. Schon nach wenigen Generationen waren die Deutschen zu Amerikanern geworden. Manche kommen zurück, um ihre alten Wurzeln zu spüren - so wie Ardeane und ihre Töchter.

Ardeane: We have had wonderful trips, but nothing so close related to me and my inner feelings and all. I would surely recommend such a trip to anyone interested in tracing where they come from …

Es war die Reise meines Lebens. Wir haben schon wunderschöne Reisen gemacht, aber keine hat mich je so berührt und ging so tief in mein Inneres. Ich würde jedem, der an seiner Herkunft interessiert ist, eine solche Reise empfehlen.


Suzanne: It reminds me to a piece of poetry 'That no man is an island, each is a part of the continent and a piece of main - I mingled that a bit, but it is that we are connected to something much bigger. It is feeling so connected and so grounded and it is a wonderful feeling. Yes it is a very unifying feeling.

Mich erinnert es an ein Stück aus einem Gedicht, da heißt es: "Kein Mensch ist eine Insel, jeder ist Teil des Kontinents und ein Stück des Ganzen." Es ist eben das Gefühl, dass wir mit etwas Größerem verbunden sind. Und das ist ein wunderbares Gefühl, verwurzelt zu sein, es ist sehr starkes Gefühl der Zugehörigkeit.

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