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18.2.2005
Heimweh nach Glottertal
''Die Schwarzwaldklinik'' kehrt zurück
Von Walter Filz

Die Serie "Die Schwarzwaldklinik", 1984 (Bild: AP Archiv)
Die Serie "Die Schwarzwaldklinik", 1984 (Bild: AP Archiv)
Das Glottertal hatten wir längst vergessen, "Die Schwarzwaldklinik" nicht. Wegen des Erfolgs der Fernsehserie und natürlich wegen Doktor Brinkmann. Das war in der Zeit, als immer mehr Leute anfingen die Wirklichkeit für das Fernsehen zu halten. Oder umgekehrt. Jedenfalls wurde der Herr, der den Weißkittel mimte, später oft mit "Doktor Brinkmann" angesprochen. Und im Glottertal wunderten sich die Einheimischen, was sie denn da für eine Klinik hätten. Egal, vorbei ist vorbei. Und "vorbei" ist nun bald wieder. Eine neue alte "Schwarzwaldklinik" wird uns am Sonntag (20.02.) ins Haus flimmern. Und wir hatten eh schon immer Heimweh nach Glottertal.

Jehle: Es gab Spitzentage oder an Wochenenden mit Feiertagen, da waren 30, 40 Busse keine Seltenheit.

Es war einmal vor sehr, sehr langer Zeit - 1984.

Nieke: "Das ist 20 Jahre her, letztes Jahrhundert. Damals war's so, dass der Schwarzwald ja sehr negativ Schlagzeilen hatte in der Presse, in den Medien. Es wurde festgestellt, dass es das Waldsterben gibt. Und das war anscheinend im Schwarzwald ganz besonders ausgeprägt. Und unsere Urlauber, unsere Gäste, die dachten sich: wenn man so die Medien verfolgt, ja, der Schwarzwald besteht nur noch aus Dürrständern im Wald. Und dann kam die Schwarzwaldklinik. Und dort wurden Landschaften gezeigt, das muss man selbst als Schwarzwälder sagen: hey, der Schwarzwald ist ja wahnsinnig toll, wenn man das durch das Kameraauge, - ist ja noch schöner wie man selber immer sieht.

Es war einmal eine Fernsehserie, die veränderte die Sicht. Der Wald wurde wieder grün, Der Himmel blau. Und der Tourismus eine Goldgrube. Lang, lang ist's her.

Jehlen: Na gut, Wintertourismus ist sowieso nicht unser Ding, weil wir keine schneesicheren Lagen haben.

Ein Winter des Wartens. Warten auf die Wiederkehr. Die Wiederkehr des Frühlings. Die Wiederkehr von Professor Brinkmann. Die Wiedereröffnung der Schwarzwaldklinik. Die Skalpelle sind geputzt, die Tupfer liegen bereit. Die Zuschauer-Anästhesisten vom ZDF haben es versprochen. Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum kommt die OP-Oper in Moll und Mull auf den Bildschirm zurück. Eine Serie soll aus den antiseptischen Doktorspielen vorerst zwar nicht werden, aber ein großer 90-Minuten-Film unter dem Titel "Schwarzwaldklinik - die nächste Generation." Das Glottertal ist vorbereitet. Auf die nächste Generation von Schwarzwaldklinik-Fans.

Jehle : Ich denk, wir sind parkplatzmäßig gerichtet. Und ich denke, dass jetzt halt auch diese einmalige Sendung noch einmal wieder dazu beiträgt, dass unser Bekanntheitsgrad nochmals gesteigert wird.

Und so sieht man optimistisch in die Zukunft. Eugen Jehle, Bürgermeister der 3000-Einwohner-Gemeinde Glottertal hofft auf die Rückkehr der Fernseh-Touristen.

Jehle: Es ist für uns eine Werbung, die wir uns sonst nicht leisten könnten.

Klaus Nieke vom Tourismusverband Schwarzwald-Süd hofft auf die Rückkehr der Fernseh-Touristen.

Nieke: Wir werden also vom Schwarzwald aus zeitnah in die Öffentlichkeit gehen und auch in Programmzeitschriften und so weiter auch Schwarzwaldwerbung machen.

Herbert Hofmeyer vom Heimatmuseum Hüsli hofft auf die Rückkehr der Fernsehtouristen.

Hofmeyer: Weil ich hab schon gehört, wenn der Film vielleicht gut ankommt, wird das ZDF doch ein bissle weitermachen mit der Fernsehserie "Schwarzwaldklinik". Keine Serie mehr, aber vielleicht so wie "Traumschiff" zwei Filme pro Jahr über den Schwarzwald, und das wäre dann mehr Werbung.

Und Fritz Schill, Souvenirhändler und Cafébetreiber im Glottertal hofft auf die Rückkehr der Fernsehtouristen.

Schill: Ich bin mal gespannt. Alle sagen es und auch die Verantwortlichen sagen: Sie werden schon noch mit Leuten gesegnet sein. Also ich hoffe doch, und ich bin froh, und ich glaube wir sind motiviert, das wir nochmal einen Ansturm überstehen, und jaja, ich hoffe doch.

"Brinkmann" SW-Klinik: Tut mir leid, meine Herren, ich muss sie um Geduld bitten.

Nur einer ist nicht ganz so hoffnungsfreudig.

Däntjer: Ja, die Freude ist etwas gedämpft, weil von den Erfahrungen, was ältere Kollegen von früher berichten, geht es dann - oder ging es damals heiß her und wir hoffen nicht, dass es wieder so hergeht. Ich mein, gegen jemand, der hier mal vors Haus geht, n Foto macht und wieder geht, haben wir nichts. Aber die Leute wollen unbedingt rein, und führen sich so auf, dass es eigentlich nichts mehr mit vernünftigen Manieren zu tun hat, und dann sind unsere Patienten belästigt und das kann nicht sein.

Findet Carsten Däntjer, Leiter der Schwarzwaldklinik. Der wirklichen, die in Wirklichkeit "Glotterbad" heißt und in Wirklichkeit eine Familien-Rehabilitationsklinik ist.

Däntjer: Das heißt, wir nehmen Eltern mit ihren Kindern auf, und behandeln die hier unter der Sichtweise, dass wenn ein Familienmitglied chronisch erkrankt ist oder gesundheitlich belastet ist, das immer Auswirkungen auf die ganze Familie hat.

Das kleine Krankenhaus mit 95 Betten liegt an einem Hang. Die ein Kilometer lange Auffahrt ist nur für Anlieger frei. Touristische Neugier gilt nicht als rechtmäßiges Anliegen. Ein Schild am Fuß der Straße weist auf das Verbot hin. Ein zweites Schild gleich darunter weckt allerdings Verlockungen, das Verbot zu übertreten. "Klinik Glotterbad, Drehort der Fernsehserie "Schwarzwaldklinik" " steht da.

Däntjer: Die Leute wissen ja, dass es hier irgendwo sein muss, also wären sie kreuz und quer durch alle Klinikgelände und Feld, Wald und Wiese gelaufen, dann kann man ihnen auch gleich sagen, wo's lang geht.

Zu Fuß lang geht. Wer oben ankommt, wird nicht enttäuscht. Tatsächlich hängt überm Eingang das heimatheimelige Schnörkelschriftschild "Schwarzwaldklinik" und gleich daneben im selben urigen Design der Hinweis "Notaufnahme". Die ZDFler haben die Pappen nach den Dreharbeiten einfach hängen lassen.

Däntjer: Die Schilder werde ich abhängen und wahrscheinlich auf ebay versteigern. - Wer die also haben möchte...

Zumal die Zufahrt zur Notaufnahme in Wirklichkeit nur ein Lieferanteneingang ist.

Däntjer: Hier gibt's keine Notaufnahme und auch keinen Operationssaal. Also hier drin wurde nie gedreht, dass die Schauspieler hier drin mal aufs Klo sind und sich umgezogen haben, das ist klar.

Heute mag das klar sein. Vor 20 Jahren dagegen war vielen überhaupt nicht klar, was ein reales Örtchen ist und was ein Drehort für Fiktionen. Fernsehgläubig pilgerten die Besucherscharen ins Glottertal und waren fest davon überzeugt, alles und jeden genauso anzutreffen wie in der Serie gesehen. Bürgermeister Eugen Jehle erinnert sich.

Jehle: Die Leute sind gekommen, die Leute wollten das Gebäude sehen, die waren mehr oder weniger enttäuscht, weil der Professor nicht hier war, weil auch die Schauspieler nicht am Ort wohnen, was man eigentlich auch erwartet hätte - völlig unverständlicherweise.

Und am größten war die Enttäuschung darüber, dass Professor Brinkmanns privates Domizil, ein schnuckeliges Schwarzwaldhäuschen nicht wie in der Serie nur anderthalb Autominuten um die Ecke liegt.

Jehle: Man war auch enttäuscht, weil man gedacht hat, das Hüsli wär in unmittelbarer Nähe der Klinik, aber das sind ja fast 40 Kilometer entfernt von hier, der Titisee ist nicht grad ums Eck, also die Dinge, die durch diesen Einleitungsschwenk im Film so soggeriert worden ist als wär das alles hier auf drei, vier Kilometer.

Nach einer Stunde kurviger Fahrt von der Klinik durch den Hochschwarzwald hat man es erreicht: das Hüsli, Professor Brinkmanns rustikalen Landsitz. In Wirklichkeit ist es ein Heimatmuseum - und es war einmal die Villa der Kammersängerin Helene Siegfried.

Hofmeyer: Ja, die Frau Siegfried war Fabrikantentochter aus Lörrach, aus'm Wiesental und ist um 1900 nach Berlin als Konzertsängerin. Und 1911 hat sie sich hier dieses Haus als Ferienhaus gebaut für drei Monate im Sommer. Bis 1966. Sie hat ja im Zweiten Weltkrieg Hab und Gut verloren. Hat sich hier in ihr Haus zurückgezogen, und damit sie nach dem Krieg wieder Geld hatte zum Leben, war sie gezwungen, dieses Haus zu verkaufen. Sie hat es dem Landkreis verkauft, sie hatte aber Wohnrecht bis zum Tode. Und hat bis 66 auch drin gelebt, bis sie im 100.Lebensjahr verstarb. Und seit 68 ist es das Museum.

Und Herbert Hofmeyer ist sein Leiter. Zugleich Museums-Verwalter, Museumsführer und ständiger Museums-Bewohner. Im Obergeschoß lebt er. Im Untergeschoß lehrt er: Heimatgeschichte. Von der Frau Kammersängerin bis zum Herrn Klinikprofessor.

Hofmeyer: Schwarzwaldklinik gehört jetzt einfach zu dem Haus dazu. Das ist Heimatgeschichte. Das gehört heute einfach dazu, dass Schwarzwaldklinik hier gedreht worden ist. Und viele Leute kommen nur wegen Schwarzwaldklinik, auch heute noch.

Und so ist Herbert Hofmeyers Hüsli-Führung stets eine doppelte. Heimatgeschichte und Fernsehgeschichte. An diesem Tisch in jener Stube hat Helene Siegfried einst geschrieben -

Hofmeyer: Das ist die Bürostube von der Frau Siegfried.

Und Klausjürgen Wussow einst gesprochen.

Hofmeyer: Ja, hier an dem Tisch sind ab und zu Telefongespräche geführt worden.

Auf dieser Bank an jenem Fenster genoss Helene Siegfried einst herrliche Tage -

Hofmeyer: Da hatte die Frau Siegfried früher n schönen Blick auf die Schweizer Alpen, die Alpenkette.

Und Klausjürgen Wussow ebensolche Nächte.

Hofmeyer: Ja, das war schon ergreifend, als die Filmgesellschaft hier war zum Drehen, vor allem nachts. Wenn man diesen künstlichen Mond aufgestellt hat, das war also schon romantisch.

Es war einmal. Fernsehhistorische Kultstätte. Anders als in der Klinik sind im Hüsli reales Örtchen und Drehort der Fiktion identisch.

Hofmeyer: Das war früher schon die Toilette von der Frau Siegfried, ist heute noch die Damentoilette.

Höhepunkt des intimhistorischen Rundgangs: das Schlafzimmer - was Frau Siegfried dort tat, verschweigt die Geschichte. Aber was Herr Wussow trieb, ist bekannt.

Hofmeyer: Dieses Bett hier hat man im Fernsehen am meisten gesehen. Die Gaby Dohm, ist hier einmal im Bett gelegen, als der Professor Brinkmann die Treppe hoch schlich und nach ihr geschaut hat. Auch der Sascha Hehn mit der Olivia Pas-, ne mit dem Kindermädchen, mit der Anja Kruse, war auch hier im Bett. Und das war immer so lustig, weil das Bett ist ja nur eins-siebzig, war das sehr kurz, da mussten die immer die Füße hier unten über die Bettlade hängen. Ein Bild für Götter.

Und doch nicht heilig genug - für die Pilgerreisenden, die im Hüsli den Halbgott in Weiß persönlich anzutreffen hofften. Und heilender Hilfe harrten.

Hofmeyer: Oft hat's Tränen gegeben, weil Professor Brinkmann nicht hier war. Eine Frau war mit dem Bus unterwegs hier, die Drehorte der Fernsehserie Schwarzwaldklinik zu besichtigen. Und die hat geeint und hat gesagt, sie hat die Heilquelle nicht gefunden, und sie hat ihrer Freundin versprochen, sie bringt Heilwasser mit und sie kann so nicht zurück, ich solle ihr doch verraten, wo die Heilquelle ist. Und da hab ich hier Wasser abgefüllt und hab gesagt, das ist auch sehr gutes Wasser.

Zurück im Glottertal. Wo übers Wasser die Klausjürgen-Wussow-Brücke gebaut ist. Sie heißt tatsächlich so. Allerdings handelt es nur um einen kaum zwei Meter kurzen Fußsteg. Und das Wasser darunter ist nur ein winziges Rinnsal. Aber der Ort, den man über den Steg erreicht, ist durchaus größer dimensioniert. "Busse willkommen" steht an der Hauswand des Cafés und Souvenirladens von Fritz Schill. Es war einmal - ein Frisörgeschäft.

Schill: Ich bin ja von Beruf Frisör, Frisörmeister. Ich hatte Lehrlinge ausgebildet, ich hatte Frisösen, aber es war alles nicht ganz so einfach. Es lief auch nicht so gut, wir sind hier am Ende des Tales, außerhalb. Und wir haben immer überlegt, was machen wir? Dann hatten wir früher Souvenirladen und hatten den ganz aufgegeben. Haben dann mit Café angefangen, vor über 25 Jahren. Aber es war alles nicht so das Gelbe vom Ei. Aber dann kam diese glückliche Schwarzwaldklinik. Und das hat uns natürlich viele Leute gebracht und das hat unser Geschäft, ich möchte fast behaupten, das hat unser Geschäft gerettet. Wir, ich weiß nicht, wo ich heute wäre, ich weiß es nicht.

Denn dies Geschäft liegt genau am Fuße der Zufahrt zur Klinik. Wo sich vor 20 Jahren unerwartet seltsame Dinge taten.

Schill: Es war ja auch hier noch n bisschen ganz anders. Das war ein ganz einfacher Weg da hoch, kaum geteert. Und man nahm da irgendwas wahr, es wurde auch erzählt, da oben wär das Fernsehen. Und man hat der Sache kaum ne Beachtung geschenkt. Und dann, als das das erste mal ausgestrahlt wurde, dann war das, das war ne Sensation, das ist ja direkt hier in der Nähe. Und dann kamen gleich zwei nette Herren, die waren von der Bild-Zeitung, die saßen bei uns dann vorne im Café und haben mir prophezeit und haben mir gesagt: wir warten hier so lange, bis die ersten hundert Touristen kommen, das sind dann in Kürze tausend und so, dann warten wir solange bis die kommen, das lässt nicht so lange auf sich warten, dann kommen die, dann laufen die da in Scharen. Und ich hab gelacht, ich hab dann gesagt, wenn ein Prozent dessen stimmt, was ihr erzählt, das wär natürlich super, dann wären wir froh. Es hat zu tausend Prozent gestimmt.

Zigtausende haben sich seitdem bei Fritz Schill für den Aufstieg zur Klinik gestärkt. Niemand kam an seinem Café vorbei. Auch nicht die Schauspieler der Serie.

Schill: Die kamen ab und zu mal rein, auf ne Tasse Kaffee, so zwischen dem Dreh. Und ich hab damals eins gemacht, ich hab den Herrn Wussow angerufen, mit dem ich heute per Du bin, ich hab den damals angerufen und dann hab ich ihn gebeten und hab gesagt, ach ich würde ihn gerne mal kennen lernen. Und dann hat er sich sehr nett geäußert und hat gesagt, ja, er kommt mal vorbei, und so ist das also gewesen, er kam zu uns, und ich muss sagen, es war gleich ne Sympathie vorhanden, und wir waren auf derselben Wellenlänge.

Es war einmal - heute erinnern Dutzende Fotos und Souvenirs in Vitrinen und Schaukästen des Cafés an die Zeit. Eine große Zeichnung der Fernseh-Klinik mit Autogrammen aller Beteiligten hängt an einer Wand.

Schill: Das hab ich selber gemalt, jaja, das hab ich selbst gemalt an zwei Abenden. Und hab ich mir die mit den Unterschriften versehen lassen.

Ein imposanter Gedenkstein steht draußen vor der Tür.

Schill: Ich wollte irgendwelche Zeichen setzen, und hab gesagt: ich muss was machen vor dem Haus, ich muss dieser Geschichte irgendetwas Denkwürdiges setzen, weil das hat - wie gesagt - unser Leben so beeinflusst, und dann hab ich da so'n Gedenkstein machen lassen, wo ja die Unterschriften der Schauspieler drin sind, und die Klinik eingeprägt ist, das ist so'n Sandstein.

Es war einmal. Vor langer, langer Zeit. Die letzte große Fernsehtouristenwelle kam Anfang der 90er Jahre ins Tal.

Bürgermeister: Dann durch die Neuen Bundesländer. Bevor man nach Mallorca geflogen ist, ist man vielleicht erst einmal in den Schwarzwald gefahren, aber die waren jetzt auch mal hier bei uns und das hat halt auch wieder nachgelassen.

Dann kamen noch einige Besucher aus den 38 Ländern, in die das ZDF die Serie später verkauft hat.

Schill: Wir hatten ja Leute aus der ganzen Welt. Ich hab mir n Gästebuch zugelegt. Südafrika, Mauritius, Seychellen, weiß Gott wo, oder auch die nördlichen Länder von Finnland bis Island. Immens, wo sie überall herkamen. Aber ganz besonders aus den östlichen Ländern, Ungarn, Polen. Und so weiter.

Und dann war Schluss. Mit dem Brinkmann-Boom.

Hofmeyer: Wir sind jetzt wieder unter den Besucherzahlen wie früher.

Weiß Hüsli-Hüter Herbert Hofmeyer. Und Klaus Rieke vom Tourismus-Verband Südschwarzwald bestätigt.

Nieke: Heute sind wir wieder auf dem Niveau von damals, das heißt, es hat sich wieder auf ein ganzes Normalmaß eingepegelt.

Und so wartet man im Glottertal auf die nächste Besucherschwemme - ausgelöst von der Druckwelle neuer Fernsehgefühlsfluten.

Schill: Wir sind wieder so weit wie vor 20 Jahren, dass alle wieder auf etwas besseres Programm warten, also wieder n bisschen mehr - naja, ne heile Welt, also ne geordnete Welt.

Die wunderbare Wussow-Welt. Fritz Schill ist schon wieder in sie eingetaucht.

Schill: Klaus-Jürgen Wussow hab ich erst letzte Woche mit seiner Frau getroffen. Und es war wieder eine wunderschöne Begegnung, wir saßen ne ganze Zeit zusammen, wir haben Kaffee getrunken, und ich muss also sagen, ich bin von seiner jetzigen Frau nicht enttäuscht bzw. überrascht im positiven Sinne. Sie ist sehr, sehr bemüht um ihn, sie sorgt sich um ihn. Und er hat ja auch finanziell schon große Probleme. Und sie gibt sich alle Mühe, dass sie ihn aus der Bredouille, aus dieser Sache raus bringt. Und jetzt hat er ja auch wieder n bisschen Aufschwung durch die Dreharbeiten. Er ist wieder in aller Munde und ich hoffe doch, dass es ihm wieder besser geht.

Alle hoffen im Glottertal. Dass alles wieder gut wird. Wenn die Schwarzwaldklinik wieder ins Fernsehen kommt. Und der Touristenansturm hoffentlich hinterher. Die Reisevoraussetzungen sind günstig. Ein sterbender Wald wie vor 20 Jahren verschreckt potentielle Besucher nicht mehr, meint der Schwarzwald-Touristiker Klaus Rieke.

Nieke: Ich hatte neulich ne Meldung gehört, dass das Waldsterben jetzt noch viel schlimmer sei und noch viel mehr Bäume erkrankt seien wie damals vor 20 Jahren. Nur vor 20 Jahren hat man das alles irgendwie auf den Schwarzwald bezogen. Heute gibt es das Waldsterben überall, nicht nur im Schwarzwald, aber heute redet komischerweise kein Mensch mehr davon, das ist anscheinend kein Problem mehr. Heute hat man andere Probleme.

Es ist eben alles eine Frage der Sichtweise. Und wir sehen die Welt und ihre Probleme nun mal durchs Fernsehen.

Hofmeyer: Das sieht im Film alles anders aus. Die Farbe, durch Weitwinkel, Technik - man erkennt es kaum nachher wieder im Film, wenn man das hier sieht.

Und falls man es sehen will. Demnächst im ZDF: die Ansicht einer heilen Welt von vor 20 Jahren. Es war einmal - ein Eingriff am offenen Zuschauerherz. Ob er ein zweites Mal gelingt? Hoffen wir auf Professor Brinkmanns Operationsbericht.

"Brinkmann" aus SW-Klinik: Ich sag dem Professor Bescheid. - Na, was ist? - Aussichtslos. - Nicht zu fassen. - Tja, meine Herren tut mir leid. - Na gut, kann man nichts machen.
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