Menschen und Landschaften
Menschen und Landschaften
Sonn- und Feiertag • 9:05
8.2.2004
Kein Ort für Träume
Die Medina von Tanger in Marokko
Von Lorenz Rollhäuser

Grenzkontrolle in  Tanger (Bild: AP)
Grenzkontrolle in Tanger (Bild: AP)
Als Ort für Träume hat Tanger ausgedient. Die Stadt zehrt allenfalls vom Nimbus ihrer Vergangenheit, von der guten alten Zeit, als hier das Tor zu Afrika war, eine internationale Zone am nördlichsten Zipfel des Kontinents, Steueroase, privilegiert und weltoffen, Treffpunkt der kosmopolitischen High Society, der Spione und Spekulanten, ein verführerisches Gemisch von Orient und Okzident. Seit Tanger zum Königreich Marokko gehört, ging es mit der Stadt bergab. Die Geschäfte gehen schlecht. Auf manchem Basar in der Medina sieht man tagelang keine Kundschaft. Und ohne die Schwarzafrikaner, für die Tanger das Tor nach Europa ist, ginge alles noch viel schlechter.

Lorenz Rollhäuser: 1953 in Marburg/Lahn geboren. Abitur und Studium der Erziehungswissenschaften in Münster. 1982 Eröffnung eines Kaffeehauses in Hamburg, dort Kellner, Koch und Kuchenbäcker. Achtmonatiger Aufenthalt in Spanien. 1990 Veröffentlichung von 'Toros, Toreros', einer Kulturgeschichte des Stierkampfs. Seit 1991 freier Journalist, vorrangig Radio-Features. Lebt seit 1995 in Berlin.
-> Menschen und Landschaften
-> weitere Beiträge
-> Audio: Kein Ort für Träume
-> Manuskript: Kein Ort für Träume