Menschen und Landschaften
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Sonn- und Feiertag • 9:05
7.3.2004
Leben an einem feindlichen Ort
Die Frauen von Ciudad Juárez in Mexiko
Von Victoria Eglau

Gedenken an die Mordopfer in Ciudad Juárez (Bild: AP)
Gedenken an die Mordopfer in Ciudad Juárez (Bild: AP)
Ciudad Juárez liegt im Norden Mexikos, mitten in der Wüste. In den rund 400 Maquiladoras der Stadt, das sind Veredelungsbetriebe meist ausländischer Unternehmen, in denen billig für den Weltmarkt produziert wird, arbeiten überwiegend Frauen. Viele von ihnen sind Wanderarbeiterinnen aus anderen Teilen Mexikos oder anderen Staaten Lateinamerikas. Nicht wenige warten auf eine Gelegenheit, von Ciudad Juárez aus über die nahe Grenze in die USA zu gelangen.

In den vergangenen zehn Jahren hat Ciudad Juárez traurige Berühmtheit erlangt: Als Ort, an dem Frauen ermordet werden, ohne dass Strafe zu befürchten ist. Bis heute haben die mexikanischen Behörden die Morde nicht aufgeklärt. Viele der Opfer waren Arbeiterinnen der Maquiladoras, manche auch Verkäuferinnen oder Prostituierte. Fast alle waren jung. Erklärungsversuche, wer hinter den Verbrechen stecken könnte, gibt es viele: Banden, die mit Organen handeln, Produzenten von Pornovideos, die Drogenmafia.

Victoria Eglau: Geboren 1970 in Hamburg, Studium der Politischen Wissenschaft, Neueren Geschichte und Spanisch in Bonn, Volontariat beim DeutschlandRadio in Berlin und Köln. Mehrere Aufenthalte in Lateinamerika. Als freie Autorin und Moderatorin vorrangig für das DeutschlandRadio tätig. Victoria Eglau lebt in Berlin.
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