Menschen und Landschaften
Menschen und Landschaften
Sonn- und Feiertag • 9:05
18.4.2004
Für eine Handvoll Zinn
Bei den Minenarbeitern in den bolivianischen Anden
Von Jörn Klare

Mine Siglo XX (Bild: Jörn Klare)
Mine Siglo XX (Bild: Jörn Klare)
Siglo XX. war einst die reichste Zinnmine der Welt. Ein abgelegener Ort in 4000 Meter Höhe, an dem Geschichte geschrieben wurde. Der Name bedeutet 20. Jahrhundert und sollte eine bessere Zukunft verheißen. Ein Versprechen, das nie eingelöst wurde. Nach der Privatisierung in den 80er Jahren ist Siglo XX. zum Abbruchviertel mit kleinen Steinhütten auf einem schlammigen Bergrücken verkommen. Doch die Erinnerung an die legendären, oft blutigen Arbeitskämpfe ist allgegenwärtig. Hier wurde 1952 die nationale Revolution Boliviens geboren und mit ihr viele ihrer Führer. Noch immer versuchen jeden Tag zweitausend Bergleute ihr Glück in den kaum gesicherten Stollen, während direkt nebenan im kleinen Städtchen Llallagua eine Universität Studenten aus dem ganzen Land anzieht. Bolivien, die Anden und die Minen, das ist eine oftmals düstere Geschichte. Der Glanz kommt durch die Menschen, die hier leben. Stolz sind sie, mutig, herzlich und vor allem kämpferisch.

Jörn Klare: Geboren 1965 in Westfalen. Nach Abitur und Zivildienst Regiestudium, eigene Inszenierungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Eine gute Aufführung ist eine kleine Reise. Keine Aufführung ist so gut wie eine wirkliche Reise. Also reist Jörn Klare, um Geschichten zu hören, Geschichten zu erleben und weiter zu erzählen.
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