Menschen und Landschaften
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Sonn- und Feiertag • 9:05
9.5.2004
Pausenlos atemlos
Leben in Tel Aviv
Von Jörn Klare

Straßencafe in Tel Aviv (Bild: AP)
Straßencafe in Tel Aviv (Bild: AP)
"Als ich in den Minibus einstieg, zeigte eine Frau auf einen Typen, der arabisch oder orientalisch aussah und so eine seltsame Tasche für Anzüge hielt. Und sie fragte mich flüsternd: 'Glaubst du, dass er verdächtig ist?' Ich gab mich cool und selbstsicher und sagte ihr, dass es keine Bombe ist. Aber was, wenn doch?" Ein junger Mann erzählt, wie er mit dem Bus ins Zentrum von Tel Aviv fuhr. Freitagnachmittag auf der Sheinken Street. Die schmale Hauptstrasse von Tel Avivs lebendigem Szeneviertel hat einiges zu bieten. Schicke Boutiquen und Cafés, lässiges Publikum. Vom altehrwürdigen Jerusalem bis zur quirligen Metropole am Mittelmeer braucht man mit dem Auto knapp 50 Minuten. Doch dazwischen, so sagt man hier gern, liegen 3000 Jahre Geschichte. Tel Aviv ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Der Werbeslogan verspricht "eine Stadt ohne Pause". Ari, Mitte Zwanzig, bringt es auf den Punkt: Sechs Tage in der Woche schlagen wir uns mit allen möglichen Problemen herum - und dann ist Wochenende.

Jörn Klare: Geboren 1965 in Westfalen. Nach Abitur und Zivildienst Regiestudium, eigene Inszenierungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Eine gute Aufführung ist eine kleine Reise. Keine Aufführung ist so gut wie eine wirkliche Reise. Also reist Jörn Klare. Ob auf Hawaii oder im Hindukusch, in Rio de Janeiro, im Punjab, in Tanger, Peking oder Ramallah, Lusaka oder Tel Aviv: Geschichten hören, Geschichten erleben, Geschichten weitererzählen.
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