Menschen und Landschaften
Menschen und Landschaften
Sonn- und Feiertag • 9:05
27.6.2004
Common Riding
Das Sommerfest im schottischen Selkirk

Dudelsackspieler (Bild: AP)
Dudelsackspieler (Bild: AP)
Das Common Riding, das "Umreiten der Gemarkung", wurde schon in der mittelalterlichen Gründungsurkunde des südschottischen Städtchens Selkirk festgeschrieben. Die Selkirker nehmen diesen Auftrag bis heute so ernst, als würde der schottische König ihnen widrigenfalls das Stadtrecht wieder entziehen. Jeden Juni seit 700 Jahren findet das Sommerfest statt. Pünktlich früh um sechs marschieren Dudelsackspieler und Blaskapellen durch die geflaggten Straßen, dahinter ein Flötenorchester, kein Musiker älter als sechzehn. Dann folgt der Reiterumzug. Über 400 Rösser und Reiter sind es gemeinhin, die durch das Stadttor und um die Felder ziehen. Zum Höhepunkt kommt es später auf dem Marktplatz, wenn der Gefallenen von Floddenfield gedacht wird. Die Kampfhandlungen, Schottland gegen England, fanden vor über 500 Jahren statt, doch sie bewegen die Gemüter noch immer.

Rhia Herrad: Geboren 1967, im chinesischen Jahr des Schafes. Unvollendetes Studium der Anglistik und Keltologie. 1991 bis 1993 freie Mitarbeit bei DS Kultur, seit 1994 freie Autorin beim DeutschlandRadio. Sendungen über Vampire, Cornwall, London, Wales, Schafe, Drachen, Amazonen, die Königin von Saba, Sappho, frühe amerikanische Feministinnen... Rhia Herrad lebt in London.
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