Menschen und Landschaften
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Sonn- und Feiertag • 9:05
24.10.2004
Der gemachte Mann
Einige Tage im Leben eines Kleinunternehmers in Burkina Faso
Von Riccardo Mastrocola

Hatè Dianda (Bild: Riccardo Mastrocola)
Hatè Dianda (Bild: Riccardo Mastrocola)
Hatè Dianda hatte sich nach Deutschland aufgemacht, eine Lehre als Industriemechaniker absolviert und kam zurück nach Burkina Faso, um Lehrer zu werden. Der Schulleiter hatte es sich aber längst anders überlegt und jemand anderes eingestellt. Auch gut, dachte sich Hatè, machte mit einem Internetcafé Pleite, richtete eine Autowerkstatt ein, übernahm den Auftrag der Weltbank, 5000 handbetriebene Wasserpumpen für die Kleinbauern zu fertigen, eröffnete eine Szenekneipe in der Hauptstadt Ouagadougou und hat mittlerweile an die 50 Mitarbeiter.

Ouagadougou, Hauptstadt von Burkina Faso (Bild: Riccardo Mastrocola)
Ouagadougou, Hauptstadt von Burkina Faso (Bild: Riccardo Mastrocola)
Hatè gilt in Burkina Faso als gemachter Mann. Er hat auch einen eigenen "Porteur". Das ist der Mann, der das Wasser bringt, denn in Ouagadougou gibt es kaum Wasserleitungen. Hatès Frau heißt Ute. Er hat sie im Flugzeug kennen gelernt, auf dem Rückweg von Deutschland nach Burkina Faso ...

Riccardo Mastrocola: Papa kam in den 60ern als italienischer Gastarbeiter nach Frankfurt am Main und traf Mama, eine Hessin, im Eiscafé. Und so kam bald auch ein echter Italo-Hesse auf die Welt. Die freie Mitarbeit bei einer Gießener Zeitung und die Arbeit als Aufnahmeleiter beim Fernsehen in München haben Riccardo Mastrocola 1999 zum Radio getrieben. Der 32-jährige studierte Diplomanglist verdient seit drei Jahren sein Geld vor allem mit Reportagen zu aktuellen Wirtschafts- und Umweltthemen, gern auch auf Reisen nach Westafrika oder Afghanistan oder mal wieder zu einem Teller Gnocchi mit Tomatensoße bei Oma Antonia in Mittelitalien.

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