Menschen und Landschaften
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Sonn- und Feiertag • 9:05
21.11.2004
Das Grau der Melancholie
Montevideo
Von Karl-Ludolf Hübener

Straßenszene in Montevideo (Bild: AP Archiv)
Straßenszene in Montevideo (Bild: AP Archiv)
"Eine windige Stadt", sagt Aldo. "Nicht traurig, aber melancholisch, was ja etwas anderes ist. Und dann das Meer. Das hat mich geprägt. Ich habe immer drei Straßenecken vom Meer entfernt gewohnt." Aldo, der Dokumentarfilmer, kahl geschoren, Jeans und T-Shirt, ist am Rio de la Plata aufgewachsen, der beinahe übergangslos im Atlantik aufgeht. Mit 34 Jahren ist er in Montevideo noch ein "pibe", ein junger Spund. Jedenfalls für viele der älteren Einwohner. Sie sind tonangebend. Menschen, die sich eher langsam und bedächtig bewegen. Genau wie die Omnibusse. Als hätten alle Fahrgäste endlos Zeit. Für eine ebenso endlose Reise durch Vergangenheit und Gegenwart. Fast die Hälfte der rund drei Millionen Uruguayer lebt in der Hauptstadt.

Karl-Ludolf Hübener: Geboren 1940, studierte Publizistik und Geschichte und lebte von 1976 bis 1982 in Venezuela. 1988 zog er nach Montevideo. Als freier Journalist beschäftigt sich Karl-Ludolf Hübener mit verschiedenen Themen aus Literatur, Politik, Umwelt, Leben in Südamerika.
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