Menschen und Landschaften
Menschen und Landschaften
Sonn- und Feiertag • 9:05
23.1.2005
Y Wladfa
Eine walisische Gemeinde im argentinischen Patagonien
Von Rhia Herrad

Ein historischer Zug in Patagonien (Bild: AP Archiv)
Ein historischer Zug in Patagonien (Bild: AP Archiv)
In der südargentinischen Provinz Chubut stößt man auf seltsame Ortsnamen. Porth Madryn, Trelew oder auch Dolavon. Walisische Ortsnamen. Aber wie kommen Waliser nach Patagonien? Die Erklärung ist ebenso einfach wie originell. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in den Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Wales Englisch zur alleinigen Amtssprache erklärt. Das muss viele Waliser dermaßen empört haben, dass sie beschlossen, in einen Teil der Welt auszuwandern, in dem es keine Engländer und kein Englisch gab. Klassische Auswandererländer wie Australien oder die Vereinigten Staaten fielen damit aus. In Patagonien entstand "Y Wladfa", das Ländchen, die Kolonie mit den walisischen Ortsnamen.

Rhia Herrad: Geboren 1967, im chinesischen Jahr des Schafes. Unvollendetes Studium der Anglistik und Keltologie. 1991 bis 1993 freie Mitarbeit bei DS Kultur, seit 1994 freie Autorin beim DeutschlandRadio. Sendungen über Vampire, Cornwall, London, Wales, Schafe, Drachen, Amazonen, die Königin von Saba, Sappho, frühe amerikanische Feministinnen... Rhia Herrad lebt in London.
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