Menschen und Landschaften
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Sonn- und Feiertag • 9:05
9.1.2005
Venta Prieta
Vom Dorf zum Vorhof von Mexiko-City
Von Andreas Baum

Skyline von Mexiko City (Bild: AP)
Skyline von Mexiko City (Bild: AP)
Venta Prieta ist in weniger als einer Stunde mit dem Auto von Mexiko-Stadt zu erreichen, aber man kann es auch leicht verpassen. Kein Schild weist auf die Existenz der Siedlung hin. Venta Prieta ist ein Vorort wie unzählige im Hunderte Kilometer messenden, dicht besiedelten Speckgürtel von Mexiko-Stadt, klein, gesichtslos, verwechselbar. Viele Pendler leben hier, die in den Fabriken der Region arbeiten, dazu kommen typisch kleinstädtische Geschäfte, Marktstände, eine Schule. Die Venta Prietanos haben es für mexikanische Verhältnisse zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Darauf sind sie stolz, denn noch vor fünfzig Jahren war Venta Prieta ein kleines unterentwickeltes indianisches Dorf ohne befestigte Straßen, Wasser und Strom. Egon Erwin Kisch hatte es in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in einer Reportage als "Indiodorf unterm Davidstern" beschrieben, wegen der dort lebenden Indígenas jüdischer Religion.

Andreas Baum: Geboren 1967, aufgewachsen in Nairobi, Osnabrück und Witzenhausen an der Werra. Studium der Lateinamerikanistik und der Publizistik in Berlin und Mexiko Stadt. Seitdem immer wieder auch Reisen nach Mexiko. Andreas Baum lebt in Berlin.
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