Lange Nacht
Lange Nacht
Freitag • 23:05
19.1.2013
Die Quellen des Sees liegen ganz oben im Norden
Eine Lange Nacht der schwedischen Literatur
Von Johanna Olausson

Schwedische Holzhäuser an der Küste (Bild: Stock.XCHNG / Karin Lindstrom)
Schwedische Holzhäuser an der Küste (Bild: Stock.XCHNG / Karin Lindstrom)
Über einem sommersprossigen Mädchen in Ringelstrümpfen fliegt ein Junge auf einer Gans hinaus in weite Seen-Fernen, während im Hintergrund jede Menge finsterer Gestalten lauern. So etwa sähe ein Bild der bekanntesten Figuren aus, die hierzulande mit der schwedischen Literatur verknüpft werden. Die 'Lange Nacht' macht sich auf die abenteuerliche Reise in das Land im hohen Norden jenseits von Kinderbüchern und Krimis.

Der Weg führt durch das karge Alltagsleben der Bauern im noch vorindustriellen Schweden des 19. Jahrhunderts bis hinein in die Gegenwart, in der junge Einwanderer nach ihrer Identität im Land der Seen suchen. Geschichte und Gegenwart Schwedens scheinen auf.

Den Zauber einer sagenumwobenen Seenlandschaft beschwört Selma Lagerlöf, einen Kontrapunkt zur schwedischen Idylle setzt der 1964 geborene Autor Carl-Johan Vallgren, der in einem bösartigen Rundumschlag Thomas-Bernhard-gleich wider seine Heimat vom Leder zieht ... "Ich atme die Luft der Bücher. Sie ließen mich Dinge sehen, die ich selbst nicht sehen konnte, und Menschen begegnen, die intensiver und dramatischer lebten als ich", so Olof Lagercrantz über die Kraft der Literatur, die Wirklichkeit zu verstehen, ohne sich von ihr erdrücken zu lassen. Eine 'Lange Nacht' über schwedische Literatur "und Geschöpfe, Natur oder Gedanken, die ein anderer gedacht hat, kürzlich oder vor tausend Jahren".
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