Lange Nacht
Lange Nacht
Freitag • 23:05
20.7.2013
Der Traum ist die Wahrheit
Eine Lange Nacht über die amerikanische Schriftstellerin und Anthropologin Zora Neale Hurston
Von Daniela Kletzke und Hans-Ulrich Möhring

Zora Neale Hurstons reiste in die Karibik auf der Suche nach ihren afroamerikanischen Wurzeln. (Bild: Deutschlandradio - Daniela Kurz)
Zora Neale Hurstons reiste in die Karibik auf der Suche nach ihren afroamerikanischen Wurzeln. (Bild: Deutschlandradio - Daniela Kurz)
Nicht im Kampf gegen Unterdrückung, sondern aus eigenen Wurzeln, aus Geschichten, Liedern und Lachen, sollte eine afroamerikanische Kultur wachsen. Das war Zora Neale Hurstons Traum. Geboren 1891 in Alabama, nur eine Generation nach Abschaffung der Sklaverei, erforschte Hurston die Erzähltradition der Schwarzen.

Bewaffnet mit Notizblock, Aufnahmegerät und Pistole reiste sie in die amerikanischen Südstaaten und auf die Karibikinseln, um Geschichten und Märchen, Blues-Songs und Spirituals, Baptistenpredigten und Voodoo-Riten zu sammeln.

In Holzfällercamps und Terpentinbrennereien, bei Messerstechereien und Einweihungen in geheime Kulte setzte sie ihr Leben aufs Spiel, um die eigenen kulturellen Wurzeln zu finden und zu dokumentieren.

Als Autorin nahm sie alle Rechte in Anspruch, die in der schwarzen Tradition zunächst nur Männern zustanden. Sie schrieb kühn und individuell und doch klingen in fast jeder Zeile ihrer Romane, Geschichten und Theaterstücke die vielen schwarzen Stimmen mit, von denen sie voll war. So wurde sie zur ersten großen weiblichen literarischen Stimme einer entstehenden Kultur.


Regie: Daniela Kletzke
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