Literatur Live
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8.10.2004
Ford Madox Ford: "Keine Paraden mehr"
Eichborn Verlag
Rezensent: Rainer Moritz

Live von der Buchmesse

Die (Wieder-)Entdeckung des englischen Erzählers und Essayisten Ford Madox Ford (1873 - 1939) geht weiter. Obwohl sein Name immer wieder in einem Atemzug mit Autoren wie Ernest Hemingway, Joseph Conrad oder gar James Joyce genannt wurde und sein Werk mehr als 30 Romane umfasst, ist er im deutschsprachigen Raum bis heute weithin unbekannt geblieben. Erst die 1999 einsetzenden Bemühungen des Eichborn Verlags, Ford einen angemessen Platz in der Literaturgeschichte zuzuweisen, scheinen nun zu fruchten: Auf "Die allertraurigste Geschichte" folgte mit "Manche tun es nicht" der erste Band der Tetralogie "Parade's End", die zu den seltenen geglückten literarischen Darstellungen des Ersten Weltkriegs zählt.

"Keine Paraden mehr" schließt an "Manche tun es nicht" an, an die Geschichte des Engländers Christopher Tietjens, der vor den Konflikten mit seiner untreuen Ehefrau Sylvia in die Schützengräben Frankreichs flieht - ohne dort freilich vor deren Verleumdungen sicher zu sein. W. H. Auden rechnete Fords Tetralogie zu den wenigen englischen Romanen, die man "groß" nennen dürfte. "Keine Paraden mehr" belegt, warum.
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