Literatur Live
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14.10.2004
David Markisch: Babels Wandlung
Berlin Verlag

Der in Moskau geborene und nun in Israel lebende Autor hat einen Roman über die Schizophrenie einer Heimatsuche geschrieben. Als Jude geboren zu werden in Russland und als Kommunist Russe sein zu wollen, führt den Schriftsteller Juda Grossmann, der das Pseudonym Isaak Babel wählte, in den tödlichen Zwiespalt.

Markisch beschreibt diesen Zwiespalt mit großer Intensität, der im Kern auch sein eigener Zwiespalt zu sein scheint. Allerdings scheitert der Versuch, den großartigen Schriftsteller Isaak Babel zu erzählen, weil Babel nur Vehikel und bald so oft Schemen bleibt. Die Schrecknisse, die grauenvolle Absurdität des Bürgerkrieges hat uns Babel zudem weitaus besser erzählt.
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