Literatur Live
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20.10.2004
Victor Pelewin: "Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin"
Luchterhand Literaturverlag
Rezensent: Frank Meyer

Vom Bohemien und Avantgardisten zum Politkommissar, vom Junglyriker zum Werbetexter: Victor Pelewin liebt solche Karrieren, die seine Figuren atemlos durch intellektuelle und reale Räume jagen.

In Pelewins neuem Roman reüssiert ein Zahlenmystiker und Buddhist als Banker. Lange reichen diese Talente allerdings nicht im neuen russischen Raubtierkapitalismus, gegen die unerbittliche Konkurrenz muss der Banker auch die tschetschenischen Leibwächter und andere Trümpfe in Stellung bringen.

Victor Pelewin hatte mit seinem letzten Roman "Generation P" ein böses treffendes Porträt der ersten russischen Nachwendejahre geliefert, jetzt erzählt er vom Russland Wladimir Putins. Chaotisch, schauerlich, wahnwitzig geht es da zu, Pelewin zeichnet das beunruhigende Bild einer gewalttätigen Übergangszeit, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist.
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