Literatur Live
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8.11.2004
David Foster Wallace: "Der Besen im System“
Kiepenheuer & Witsch
Rezensent: Thomas Askan Vierich

David Foster Wallace gehört zu der in den 1960er Jahren geborenen Generation von amerikanischen Erzählern, die mit erstaunlicher Detailgenauigkeit, einem Hang zu Satire und Übertreibung und schier überschäumender Erzählfreude die amerikanische Gesellschaft beschreiben: Jeffrey Eugenides oder Jonathan Frantzen sind die bekanntesten - in der Nachfolge der großen amerikanischen Erzähler John Irving, John Updike, Philip Roth und Thomas Pynchon.

Besonders Irving und Pynchon scheinen bei Wallace' erstem Roman, der mit fast 20 Jahren Verspätung endlich auf Deutsch vorliegt, Pate gestanden zu haben. Der Roman quillt über vor Anspielungen, Symbolik und komplizierten internen Verweisen; er ist eine Mischung aus Slang, Pop und Intellektualität; ein witziges, manchmal auch gnadenlos übertriebenes Puzzlespiel mit (scheinbar) tieferer Bedeutung über den Wahnsinn der Welt und die Kraft der Fiktion.

Aus dem Englischen von Markus Ingendaay.
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