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12.11.2004
Doris Lessing: "Ein Kind der Liebe"
Hoffmann & Campe

Ende Oktober ist sie 85 geworden - und kein bisschen müde. Da sich Doris Lessing ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen kann, schreibt sie unentwegt weiter.

Ihr jüngstes Buch "Ein Kind der Liebe" bietet drei ausgereifte Kabinettstücke Lessingscher Prosa. Die Geschichten von zwei befreundeten Großmüttern, die verhängnisvolle Affären mit dem Sohn der jeweils anderen beginnen, und die des Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg ein "Kind der Liebe" zeugt und es nach seiner Heimkehr vergeblich sucht, beruhen nach Aussage der Autorin auf wahren Begebenheiten.

Und eindrucksvoll auch das Beispiel vom ganz alltäglichen, subtilen Rassismus, dem sich ein junges schwarzes Mädchen in London ausgesetzt sieht, als sie von einem Weißen bürgerlicher Herkunft ein Kind bekommt. In knapper Prosa eine ganze Welt - Doris Lessing in Hochform.

Aus dem Englischen von Barbara Christ.
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