Literatur Live
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24.11.2004
Peter Nadas: "Freiheitsübungen"
Berlin Verlag
Rezensent: Helmut Böttiger

Der ungarische Autor Peter Nadas hat vor einigen Jahren mit seinem tausendseitigen "Buch der Erinnerung" ein Opus Magnum des zeitgenössischen Europa vorgelegt. Seine "Freiheitsübungen" sind nun eine Sammlung von Essays und literarischen Skizzen, die seit den siebziger Jahren entstanden sind. Es geht dabei nicht nur um politische Freiheitsübungen - die Epochenwende von 1989 wird immer wieder thematisiert -, sondern auch um die Freiheit der Literatur. Sie hat eine andere Betrachtung der Welt als die Politik.

Nadas beruft sich an zentralen Stellen auf Franz Kafka: Es geht um die Machtlosigkeit des Einzelnen, aber dabei auch immer um die paradoxe Kraft der Literatur. Der Autor ist auf Selbsterkenntnis aus, dazu dienen Naturbeobachtungen, der Bau eines Hauses, Spaziergänge zwischen Ost und West und die anrührende Geschichte eines Jungen, der seine Lehrerin belogen hat.

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