Literatur Live
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30.12.2004
Akira Kuroda: "Made in Japan"
Maas Verlag
Rezensent: Kolja Mensing

Shu, Takashi und die anderen fühlen sich fremd im eigenen Land. Sie haben ihre Kindheit in Amerika, Frankreich oder in der Schweiz verbracht, und als sie schließlich mit ihren Eltern nach Japan zurückkehren, sprechen sie nicht einmal ihre eigene Sprache richtig. "Wir fahren Skateboard, schmeißen Trips und glotzen MTV", bringt die 1977 geborene Akira Kuroda das Lebensgefühl dieser entwurzelten Mittelstand-Kids auf eine knappe Formel. In ihrem schockierenden Debütroman "Made in Japan", der sich in ihrem Heimatland mehr als 120.000 Mal verkauft hat, erzählt die junge Autorin, wie das Gefühl der Verlorenheit in Selbsthass und Gewaltexzesse umschlägt. Das ist "American Psycho" in den Suburbs von Tokio: Szenen aus Snuff-Videos gehen in reale Folterszenen über - und der einzig versöhnliche Moment in dem ganzen Buch bleibt ein hektischer Kuss auf der Herrentoilette von McDonald's.
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