Literatur Live
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10.1.2005
Tankred Dorst: "Der schöne Ort"
Suhrkamp
Rezensent: Eike Gebhardt

Neben Botho Strauß ist Tankred Dorst Deutschlands bekanntester Stückeschreiber. Und auch er schreibt gern Erzählungen und Reflexionen - wie sich überhaupt die Genres öfters mal mischen. Seine jüngste Erzählung "Der schöne Ort" suggeriert schon im Titel die Suche nach dem Glück, dem Paradies, das es, wie eine der Figuren sagt, doch irgendwo geben muss.

Doch irgendwie scheinen sie alle am falschen Ort zu suchen: Ein junges Paar springt aus dem Fenster in Erwartung des Glücks, andere suchen es im blinden Weitermachen, ein Mädchen macht sich auf die Reise, weil ihre alkoholisierte Mutter ihr vorgeflunkert hat, ihr Vater sei der König von Spanien. Alle suchen das Glück - statt es zu gestalten.

"Die Suche nach dem Glück ist für mich wie die Suche nach dem Gral: Etwas Utopisch-Paradiesisches, das man nie findet", sinnierte Dorst in einem Interview. Aber der Weg ist das Ziel, und wenigstens in ihren Fantasien entwerfen Dorsts Gestalten die Traumorte, zu denen sie sich dann auf den Weg machen ...
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