Literatur Live
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19.1.2005
Erika Mann: "Wenn die Lichter ausgehen"
Rowohlt
Rezensent: Jörg Plath

Eine pittoreske Universitätsstadt in Süddeutschland Ende der dreißiger Jahre. Ein Amerikaner möchte gemütliche Romantik genießen und erlebt stattdessen das Stiefelknallen, die Aufmärsche und das Lautsprechergetöse der SA.

In zehn locker verbundenen Episoden schildert Erika Mann, das erste Kind von Katia und Thomas Mann, wie es im Alltag unterm Hakenkreuz zuging und beschreibt typische Milieus und Schicksale aus dem gleichgeschalteten Deutschland.

Alle Geschichten arbeiten mit der Antithese von gesundem Menschenverstand und nationalsozialistischer Barbarei. Vieles am nationalsozialistischen Alltag ist lächerlich oder grotesk. Klar wird anhand der Episoden: Mit Hitler sind die Dummheit und die Barbarei an die Macht gelangt.

Erika Mann arbeitete zunächst als Schauspielerin und Journalistin. Anfang 1933 gründete sie in München das Kabarett "Die Pfeffermühle". Wenige Wochen später ging sie mit der gesamten Truppe ins Exil. Ab 1936 lebte sie überwiegend in den USA und arbeitete als Journalistin und Publizistin. 1952 kehrte sie mit den Eltern zusammen nach Europa zurück.

1940 erschien der Episoden-Zyklus in New York. Jetzt liegt das Buch zum ersten Mal auf Deutsch vor.
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