Literatur Live
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24.1.2005
Andrei Makine: "Himmel und Erde des Jacques Dorme"
Hoffmann & Campe
Rezensent: Gregor Ziolkowski

"Dennoch gibt es auch eine Verbindung zwischen den Bruchstücken, die mir im Gedächtnis geblieben sind.", notiert der Ich-Erzähler im neuen Roman von Andrei Makine. Diese Bruchstücke setzen die eigene Kindheit und Jugend in einem sowjetischen Waisenhaus für Kinder von "Volksfeinden" während der 60er Jahre zusammen, in einem Moment des Umbruchs, in dem diese Einrichtung kurz vor ihrer Auflösung stand. Sie rekonstruieren die Begegnungen mit Alexandra, der einzigen verbliebenen Verwandten, einer Französin, die das Schicksal in die Sowjetunion verschlagen hatte und die den Weg zurück nie antreten konnte.

Eine kurze und intensive Liebesbeziehung Alexandras mit Jacques Dorme, einem französischen Kampfpiloten, der während des Zweiten Weltkriegs auf sowjetischer Seite gegen Deutschland kämpfte und kurz vor Ende des Krieges verunglückte, wird für den Ich-Erzähler zum Anlass, die feinädrigen Linien der Biografien im großen Strom der Geschichte zu verfolgen, bis sie in der Gegenwart ankommen.
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